Kirchenportal altes Gesicht zurück geben

Südlohn Rund um die St. Vitus-Kirche zieht es eigentlich fast immer. Ende vergangener Woche stehen vier Männer des Heimatvereins mit hochgeschlagenen Jackenkrägen am Rand der Kirchstraße auf der Nordseite des Gotteshauses.

24.09.2007, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sind Hubert Döbbelt, der Vorsitzende, und seine Kollegen Helmuth Emmerich, Franz-Josef Bucks und Bernhard Volmer. Die vier haben etwas ganz besonderes vor: Sie wollen dafür sorgen, dass dem alten Nordportal der Kirche sein früheres Gesicht wiedergegeben wird.

Ältere Südlohner können sich gewiss noch erinnern: Bis 1936 war dort noch eine massive zweiflügelige Eingangstür in Gebrauch. Das zweiachsige, sehenswert gestaltete und profilierte Nordportal aus Baumberger Sandstein stammt aus dem Jahr 1507. Das verrät die Inschrift in gotischen Lettern im oberen Sturz: "Anno dni MCCCCC VII is desse tepel agelacht un upgetimert".

1936 zugemauert

Seit dem Jahr 1936 ist dieser Eingang zugemauert - "mit ziemlich heißer Nadel", wie Helmuth Emmerich kommentiert. Und mit dieser spröden Ziegelwand-Optik möchten sich die Männer vom Heimatverein auf die Dauer nicht abfinden. Zumal sie durch eine andere Erfahrung in der heimischen Bevölkerung bereits reichlich Rückenwind erhalten haben: Vor etwas mehr als einem Jahr, als der historische Film über Südlohn gedreht wurde, hatte man den früheren, ebenfalls zugemauerten Sakristei-Eingang weiter im Osten mit einer Holz-Fassade quasi "schein-reaktiviert". Und das habe den Menschen so gut gefallen, dass man nun das Nordportal mit einer hölzernen Tür-Attrappe umgestalten möchte, so Hubert Döbbelt.

Zustimmung

Und auch dafür sei inzwischen vielfache Zustimmung von den Leuten gekommen. Also habe man sich mit diesem Ansinnen an Pastor Stefan Scho und den Kirchenvorstand gewandt - mit eindeutig positiver Resonanz, wie Emmerich bilanziert. Da-mit sei jedoch noch nicht endgültig alles in trockenen Tüchern, vor allem, weil es den Männern des Heimatvereins auch darum geht, die alte Schrift über dem Portal zu erhalten. Baumberger Sand-stein hat zwar eine schöne Struktur und Farbe, gehört aber nicht gerade zu den widerstandsfähigsten Baumaterialien, was die Verwitterungsanfälligkeit betrifft.

"Da muss einiges geschehen, sonst ist dieses einmalige Originaldokument irgendwann unwiderbringlich verloren", mahnt Döbbelt. Derzeit warten die Beteiligten - Kirchenvorstand, Pfarrer und Heimatverein - auf die Entscheidung des Denkmalamtes beim Bistum. geo

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