Auch beim Familienzentrum St. Ida in Oeding öffnen sich ab dem 22. Februar wieder die Türen für alle Kinder. Aber: Die Öffnungszeiten bleiben erst einmal um 10 Stunden verkürzt, wie im eingeschränkten Pandemiebetrieb. © Markus Gehring
Kitas und Corona

Kita-Öffnung: Zehn Stunden weniger, „mehr wäre auch absolut nicht möglich“

Die Entscheidung, dass Kitas ab 22. Februar wieder für alle Kinder öffnen, löst bei Dieter Bonhoff von der Verbundleitung in Südlohn durchaus gemischte Gefühle aus. Für die Kinder freut es ihn.

Die Nachricht kam am Dienstagmittag: „Zum 22. Februar 2021, also dem kommenden Montag, sind alle Kinder wieder in die Kindertagesbetreuung eingeladen“, schreibt Familienminister Dr. Joachim Stamp in einem Brief an die Eltern. Überrascht war Dieter Bonhoff von der Verbundleitung nicht über die Ansage. Aber Freude pur löste sie nicht aus.

Kita-Öffnung ist aus pädagogischer Sicht zu begrüßen, aber

„Aus pädagogischer Sicht begrüße ich das“, sagt Dieter Bonhoff, der für die fünf katholischen Kindergärten in Südlohn und Oeding verantwortlich ist. „Den Kindern wurde etwas genommen“, blickt er auf die Corona-Zeit bisher zurück. Aber: Mit Blick auf die Mitarbeiter habe er schon Bauchschmerzen.

Dieter Bonhoff sieht nicht nur Positives bei der Kita-Öffnung. © Katrin Sarholz (Archiv) © Katrin Sarholz (Archiv)

Immerhin: Zweimal die Woche Schnelltests fürs Personal sind angekündigt. Das mag ein bisschen Sicherheit geben. Bislang habe man noch Glück gehabt, die Kitas sind noch verschont geblieben von einem Corona-Ausbruch.

Wie soll es ab Montag laufen? „Wir haben morgen eine Videokonferenz mit den Leitungen“, kündigt Dieter Bonhoff am Dienstag an. Da werde alles besprochen. Das Gerüst aber steht ja schon: Die Landesregierung betont, dass es weiterhin nur feste Gruppen geben darf und dass es auch bei der Kürzung des Betreuungsumfangs um zehn Stunden pro Woche bleiben wird.

Zehn Stunden Kürzung – „mehr wäre absolut nicht möglich“

„Mehr wäre auch absolut nicht möglich“, betont der Verbundleiter. Es sei und bleibe „ein Riesenspagat“, die Anforderungen zu erfüllen. Außerhalb der Corona-Pandemie werde in den Randzeiten gruppenübergreifend gearbeitet. Das gehe nun nicht, und es sei sehr schwierig, den Betrieb von 7 bis 17 Uhr zu gewährleisten. Wegen des knappen Personals.

„Auch Erzieherinnen melden sich krank, wenn sie Erkältungssymptome haben“, erläutert Dieter Bonhoff, und Kinderkrankentage stünden den Mitarbeiterinnen ebenso zu, die zu Hause auch mit Homeschooling und Co. gefordert seien. Manchmal müsse morgens spontan über den Personaleinsatz entschieden werden, wenn eine Krankmeldung vorliegt. „Ganz, ganz selten“ sei mal die Gruppenstruktur aufgelöst worden. „Weil es nicht anders ging“, betont Bonhoff. Man könne die Kinder ja nicht allein lassen.

Zwei Drittel der Eltern betreuen ihre Kinder zu Hause

Zuletzt hätten ungefähr zwei Drittel der Eltern ihre Kinder zu Hause betreut. „Die Eltern in Südlohn und Oeding gehen sehr verantwortungsvoll mit der Situation um“, lobt der Verbundleiter. Das Signal der Pfarrgemeinde als Träger an die Eltern und Kinder sei gewesen: „Wenn es schwierig ist, dann kommt!“

Für die Erzieherinnen hat der Träger nicht die Pflicht auferlegt, in den Gruppen Masken zu tragen. Wenn die Erzieherinnen Kontakt untereinander haben oder durchs Gebäude gehen, müssen medizinische oder FFP2-Masken getragen werden, erläutert Bonhoff. Das gilt auch weiterhin, im „eingeschränkten Regelbetrieb“ ab dem 22. Februar.

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Anne Winter-Weckenbrock

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