Kleine Akrobaten machen Zirkus am Jugendhaus Tipi

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Einen bezaubernden Mix aus bunten Kostümen, Akrobatik und Clownerie stellen große und kleine Artisten am Jugendhaus Tipi zusammen. Dort steht die Premiere des diesjährigen Zirkusprojekts an.

Südlohn

, 17.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von einer Horde Fabelwesen bevölkert ist in dieser Woche gleich an vier Tagen der große Garten beim Jugendhaus Tipi. Zum fünften oder sechsten Mal – so genau weiß es Leiterin Katrin Heling im Augenblick nicht – läuft rund um die Einrichtung des Jugendwerks das alljährliche Zirkusprojekt.

In diesem Jahr heißt das Motto „Fantasialand“. Und deshalb wuselt ein Dutzend Kids im Alter von sechs bis elf Jahren als Prinzessinnen, Wölfe, Räubertöchter, Astronauten und Einhörner durcheinander.

Bunte Traum-Zirkuswelt

Obwohl: Das Chaos ist nur scheinbar. Katrin Heling schafft als quirliger Ruhepol einen Spagat, der auf der einen Seite das Kostümspektakel anregt und befeuert, zugleich aber allen kleinen Akteuren die nötige Sicherheit und ein Gut-Aufgehoben-Sein vermittelt.

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„Fantasialand“ ist eine bunte Traum-Zirkuswelt, die allerdings den Kindern handfeste Fähigkeiten und Arbeit abverlangt – „Bei allem spielerischen Lernen“, wie die gelernte Zirkuspädagogin betont.

Generalprobe und Premiere

Am Mittwochnachmittag wurde die Show fertig. Am Donnerstag gingen zuerst die Generalprobe und dann die Premiere im kleinen Zirkuszelt über die Bühne. Viele gute Erfahrungen hätten die Kids auf dem Weg dahin gemacht, fasst Katrin Heling zusammen.

„Wir haben die zirzensischen Inhalte immer spielerisch vermittelt“, beschreibt sie den Prozess. „Niemand muss mitmachen. Wer will, kann spielerisch an seine Grenzen gehen.“

Bunte Kostüme gehören einfach zum Zirkus dazu.

Bunte Kostüme gehören einfach zum Zirkus dazu. © Georg Beining

So zum Beispiel in der Luftakrobatik aus dem Trapez. „Das fängt schon mit dem Allein-Hochklettern an“, beschreibt die Tipi-Chefin die Aufgabe. „Die Kinder erarbeiten sich ihr späteres Können selbst in kleinen Schritten.“ Daher seien die Erfolgserlebnisse auch so schnell da.

All das geht in den Corona-Zeiten nur mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen. „Wir haben hier eine feste Gruppe im Ferienangebot“, beschreibt Katrin Heling die Situation. „Das ist im Moment sehr wichtig. Viele Familien sind in den Ferien zu Hause geblieben und froh, dass wir geöffnet haben.“

Ausfälle etwas abfedern

Markus Wellermann, der Jugendwerk-Geschäftsführer, kommt hinzu. Für ihn sind die Aktivitäten der beiden Jugendhäuser in der Doppelgemeinde absolut notwendig: „Wir können dadurch den Ausfall des Ferienspaßes und der Ferienlager in beiden Gemeindeteilen ein wenig abfedern.“

Es sei unumgänglich gewesen, den Ferienspaß abzusagen, betont er, allein schon, weil er wegen der vielfach wechselnden Teilnehmer kaum risikofrei zu organisieren gewesen wäre.

Ferienprojekte für Kinder

Und der alljährliche Zuschuss der Gemeinde sei auch sinnvoll eingesetzt worden, so Markus Wellermann: „Mehrere heimische Vereine haben sich beim Jugendwerk gemeldet, weil sie Ferienprojekte für Kinder durchführen wollen.“

Und für die stehe nun der Gemeindezuschuss zur Verfügung. „Das Geld kommt da an, wo es hingehört“, freut sich der Jugendwerk-Geschäftsführer.

Projekt „Käse und Kartoffeln“

Und wie geht es weiter? „Wir haben seit vergangener Woche voll geöffnet“, sagt Katrin Heling. Ihre Kollegin Stefanie Zaulig von der Oase halte es genauso. Dort läuft beispielsweise die Kunst- und Kreativwerkstatt schon auf Hochtouren, dazu kommen Spielenachmittage.

Christina Dogan von der mobilen Jugendarbeit bietet als „Schnittstelle“ zwischen den beiden Jugendhäuser noch etwas Besonderes an: „Käse und Kartoffeln“ – so der Arbeitstitel – ist seit fünf Jahren in beiden Jugendhäusern ein Deutsch-niederländisches Gemeinschaftsprojekt mit wechselnden Inhalten. Und die Resonanz? Katrin Heling macht es kurz: „Wir sind komplett ausgebucht – in beiden Häusern!“

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