Krammarkt: Immer mehr Händler sind frustriert

Kundschaft bleibt aus

Der Krammarkt in Südlohn droht zu sterben, glaubt man denen, die es wissen müssen: Die Händler sind frustriert, weil immer weniger Kundschaft kommt. Dafür gebe es mehrere Gründe.

SÜDLOHN

, 22.09.2014, 18:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er sei da hineingewachsen, erklärt Hammer, habe sogar im elterlichen Betrieb die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert. Vor 15 Jahren übernahm er schließlich das Geschäft von seiner Mutter. In einem Büro zu arbeiten, das komme nicht in Frage für ihn. „Ich kann gar nichts anderes machen“, sagt der 49-Jährige. Grundsätzlich komme er sehr gern nach Südlohn. „Das Standgeld ist human. Und die machen auch Werbung“, ist er nicht unzufrieden mit der Gemeinde als Veranstalterin. Aber es müsse wohl noch einiges mehr passieren.

Hammer deutet zum Stand schräg gegenüber, wo Gürtel und Ledertaschen vom Baldachin hängen und sich auf Kleiderständern Blusen und Jacken drängen. „Wo keine deutschen Händler mehr kommen, rücken ausländische nach.“ Dabei bemüht er sich, keineswegs als ausländerfeindlich verstanden zu werden. „Das Problem ist: Die haben alle das gleiche Angebot. Da gibt es dann nur noch Gürtel und Portemonnaies.“ Bis vor drei oder vier Jahren habe sich der Markt noch rund um die Kirche ausgebreitet, erzählt seine Frau. Heute reduziert er sich auf das Kernstück der Kirchstraße. In Stadtlohn sei das Problem ähnlich gelagert: „Da ist er auch nur noch am Marktplatz.“

Susanne Zingler aus Velen kommt seit acht Jahren zum Krammarkt an die St.-Vitus-Kirche. Auch sie hat in den vergangenen Jahren festgestellt, dass die Resonanz nachlässt. „Der Montagmorgen ist vielleicht nicht mehr so günstig“, überlegt sie. „Viele Frauen sind heute berufstätig. Man erreicht das Publikum nicht mehr.“ Zingler bietet Damenmode an, „für Jung und Alt“. Ausgefallenes liegt hier neben Biederem, Handgestricktes neben Hängerchen aus Wollfilz mit quietschbunten Applikationen. „Damentextilien – querbeet“ nennt Zingler das. Eine Kundin kommt und greift gezielt nach einer Hose. Offenbar kennt man einander. „Ich habe viele Stammkunden, die bleiben halt auch treu“, sagt Zingler und lacht.

Was ein wenig fehle in Südlohn, sei die Laufkundschaft. Sie genieße das Marktleben und komme nach wie vor gerne nach Südlohn. „Was ich nicht verstehe ist, warum man den verkaufsoffenen Sonntag nicht mal mit dem Markt kombiniert“, sagt sie. Aufgeben will sie jedenfalls nicht so schnell. „Es wäre schön, wenn man das erhalten könnte.“

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