Dass die Katholische Kirche in Oeding und Südlohn wieder Präsenzgottesdienste anbietet, kommt im Netz nicht gut an. © Markus Gehring
Reaktionen zu Präsenzgottesdiensten

Kritik im Netz für Präsenzgottesdienste der Katholischen Kirche

Bei Facebook gab es viele Kommentare zu den Präsenzgottesdiensten der Katholischen Kirche in Oeding und Südlohn. Ihr Tenor: Unverständnis. So reagiert das Bistum Münster auf die Kommentare.

Es finden in Oeding und Südlohn wieder Präsenzgottesdienste der Gemeinde St. Vitus und St. Jakobus statt, und das obwohl die Kontaktbeschränkungen verlängert und sogar verschärft wurden. Die Protestanten hatten sich gegen Gottesdienste entschieden. Bei Facebook gab es wegen der Entscheidung der katholischen Kirche hitzige Diskussionen.

Es gebe natürlich Menschen, die aus Angst nicht in die Kirche kämen. Und das sei in Ordnung. Aber: „Der Gottesdienst ist für viele Menschen einfach sehr wichtig“, sagt Pfarrer Stefan Scho. Deswegen habe man sich für die Fortführung der Gottesdienste in Oeding und Südlohn entschieden.

Reaktionen bei Facebook

Dass andere Kirchen zum Schutz der Bevölkerung auf Präsenzgottesdienste verzichten, nicht aber die katholische Kirche, führt auch in den sozialen Medien zu Unmut. Und dem lassen Facebook-Nutzer freien Lauf: „Kinos und alles müssen zu sein weil dort Leute über zwei Stunden zusammen sitzen. Also rüsten die Betreiber mit Entlüftungsanlagen nach und dürfen trotzdem nicht mehr auf haben.

Aber in der Kirche wo die Leute genau so eng zusammen sitzen und vermehrt ältere Leute zusammen kommen, da kann das jeder selbst entscheiden oder was?“, fragt sich ein Facebook-Nutzer.

Eine weitere Nutzerin schreibt: „Die Kinder dürfen, trotz Hygienekonzept, nicht in den Kindergarten. Aber die ‚Alten’ zum Gottesdienst? Unsere Kinder dürfen nichts mehr, nicht in den Kindergarten, nicht mit Freunden spielen… für mich eine Kindeswohlgefährdung, ohne soziale Kontakte können sie nicht wachsen.“

Bistum zeigt Verständnis für Kommentare

„Geht gar nicht so etwas! Das ist nicht lebensnotwendig. Man beachtet alle anderen Regeln, damit hat sich das Thema von selbst erledigt! Bleibt gesund“, wünscht eine Facebook-Nutzerin allen anderen.

Das Bistum Münster wisse von den Kommentaren zu den Präsenzgottesdiensten. Antwortet Anke Lucht, von der Pressestelle des Bistums Münster, auf Anfrage der Redaktion. Das Bistum Münster entscheide allerdings nicht, ob die Kirchen vor Ort Gottesdienste anbieten, sondern sie selbst. „Die Position des Bistums Münster dazu ist, dass das Bistum keine grundsätzliche Absage von Präsenzgottesdiensten empfiehlt“, so Lucht.

Im ersten Lockdown viel Kritik an Kirche

Das Bistum habe weiter die Erfahrung gemacht, dass die Verantwortlichen vor Ort, die Entscheidungen nicht leichtfertig treffen. Einen allgemein gültigen Königsweg gebe es nicht. Im ersten Lockdown fanden keine Präsenzgottesdienste statt.

„Auch dafür hat das Bistum Münster seinerzeit Kritik geerntet von Menschen, die darauf hinwiesen, dass die Kirche eben gerade in dieser Zeit die Aufgabe habe, Stärkung zu spenden“ schreibt Anke Lucht auf Nachfrage der Redaktion.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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