Kulturausschuss lehnt Finanzspritze für Musikkapelle Südlohn ab

SÜDLOHN Mehr finanzielle Unterstützung für ihre Vereinsarbeit wünschte sich die Musikkapelle Südlohn von der Gemeinde. Einen entsprechenden Antrag lehnten die Kulturausschussmitglieder jetzt - schweren Herzens - ab.

11.03.2009, 18:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kulturausschuss lehnt Finanzspritze für Musikkapelle Südlohn ab

<p>Dem Wunsch der Musikkapelle Südlohn nach einem jährlichen Zuschuss für die Nachwuchsförderung haben die Ausschussmitglieder nicht entsprochen.</p>

"Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht", hob Bürgermeister Georg Beckmann hervor. Aber angesichts der bisherigen Förderpraxis seien der Verwaltung für eine anders lautende Beschlussempfehlung die Hände gebunden. Alle Ausschussmitglieder waren sich einig, dass der Verein - wie auch alle übrigen Musikvereine in Südlohn und Oeding - gute Arbeit leiste und ein Aushängeschild der Gemeinde darstelle. Trotzdem lehnten sie den Antrag - bei einer Enthaltung von Barbara Seidensticker-Beining - ab. Der Grund: die Gefahr, einen Präzedenzfall zu schaffen. "Wir müssen aufpassen, dass wir keine Lawine lostreten", warnte Franz Große-Venhaus (UWG) vor einer Flut ähnlicher Anträge von weiteren Vereinen aus der Gemeinde.

Praxis prüfen

Eines zumindest hat das Schreiben der Musiker bewirkt, die einen jährlichen Zuschuss für die Ausbildung ihres Nachwuchses und eine einmalige Finanzspritze für die Anschaffung von Instrumenten wünschten: Die bisherige Praxis, nach der eine festgelegte Summe, die seit Jahren in Fördertopfe wie Musik, Kirche und Sport fließt und von den Vereinen selbst geteilt wird, soll nun - auf Vorschlag von Ingo Plewa (CDU) von der Verwaltung geprüft werden. Auch eine Erhöhung des jährlich gewährten Betrags soll in Betracht kommen.

Brisantes Thema

Dabei waren sich die Ausschussmitglieder der Brisanz des Themas insgesamt bewusst. Über eine Aufstockung der Mittel könne nachgedacht werden, vor einer unterschiedlichen finanziellen Berücksichtigung der Vereine, die einem Fördertopf angehörten, warnte Beckmann: "Damit machen sie ein Fass auf, dass Sie nicht mehr zumachen können."

Gedulden müssen sich die Musiker noch länger, bis Mittel fließen. Denn schnelle finanzielle Hilfe kann von der Gemeinde nicht kommen: "Ein Beschluss zur Erhöhung des Födertopfes könnte erst im Jahr 2010 wirksam werden. Denn der Haushalt für das laufende Jahr ist verabschiedet", erklärte Herbert Schlottbom. kh

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