Kunstrasenplatz und Baugebiet die brennenden Themen

Kaum Interesse am Bürgerhaushalt

Die Resonanz war so gering, da dürfen die Teilnehmer ruhig genannt werden: SC-Vorsitzender Andreas Bone, SC-Fußball-Obmann Rüdiger Falk, FC-Kassierer Christoph Sicking und das ehemalige UWG-Ratsmitglied Paul Valtwies waren am Dienstagabend die einzigen Teilnehmer, die Bürgermeister Christian Vedder und Kämmerer Martin Wilmers zur Auftakt-Informationsveranstaltung des ersten Bürgerhaushalts für Südlohn begrüßen konnten.

SÜDLOHN

von von Bernd Schlusemann

, 14.11.2012, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Resonanz auf die Einladung zur Informationsveranstaltung über den Bürgerhaushalt war äußerst gering.

Die Resonanz auf die Einladung zur Informationsveranstaltung über den Bürgerhaushalt war äußerst gering.

Südlohns Bürgermeister nahm die geringe Resonanz auf das Angebot an alle Bürger, den Haushalt 2013 mitzugestalten, sportlich: "Im Vergleich zur Einwohnerzahl von Münster liegen wir schon deutlich über dem Durchschnitt", wies Vedder darauf hin, dass auch in der Domstadt die angebotene Bürgerbeteiligung nur auf geringes Interesse stieß. Paul Valtwies dagegen blickte ins leere Rund des Sitzungssaals und meinte, das sei "hochgradig enttäuschend".

Interessenvertreter

Alle vier Gäste im Sitzungssaal des Rathauses waren aber nicht nur einfache Bürger der Gemeinde, sondern Interessenvertreter. Und schon bevor Kämmerer Martin Wilmers mit seinen Erläuterungen zum 553 Seiten dicken Haushalt starten konnte, war die Diskussion bei den Kosten für die Realisierung des Baugebietes Burloer-Straße-West. Was kostet dieses problembehaftete Baugebiet dem Steuerzahler? "Diese Frage liegt uns auf der Seele", betonte Paul Valtwies.

Der Kämmerer erklärte, dass Valtwies diese Zahlen nicht im aktuellen Haushalt finden wird, da die Kosten im Laufe der Jahre entstanden sind und damit in verschiedenen Haushalten verbucht wurden. "Wir wollen uns da nicht drücken", kündigte Christian Vedder an, dass die Verwaltung Zahlen vorlegt und derzeit die Gesamtkosten ermittelt.

"Passabler Haushalt"

Trotz Defizit von 196 100 Euro habe die Verwaltung einen "vergleichsweise passablen Haushalt" vorgelegt, erfuhren die Zuhörer, die aber viel lieber über die 110 000 Euro sprechen wollten, die für die Sanierung des Tennenplatzes in Südlohn veranschlagt sind. "Gebt uns das Geld und wir machen das", forderten die Vertreter des SC die Verwaltung auf den Sanierungsbetrag als Zuschuss für einen Kunstrasenplatz an den Verein zu überweisen. Das war dem Bürgermeister dann doch zu einfach. Er schilderte, dass diese Entscheidung im Rat getroffen wird und er es als sinnvoll erachtet, nach der Gründung eines Gemeindesportverbandes noch weitere Zuschussquellen zu erschließen. Aus der Sitzung nahm Vedder mit, eine Infoveranstaltung zur Gründung eines solchen Verbandes anzustoßen.

Die vier Besucher packten am Ende je einen Anregungsbogen ein - auch im Internet - und kündigten an, nach Beschäftigung mit dem Haushalt Veränderungs- oder Verbesserungsvorschläge zu machen.