Zehnjähriges

Kunstwerkstatt: Paul Engbers schmiedet kreative Ideen mit Jugendlichen

Die Jugend-Kunstwerkstatt in Südlohn feiert einen runden Geburtstag. Initiator ist der Schmied Paul Engbers, dem auch mit 70 noch nicht die Freude am kreativen Gestalten mit Jugendlichen ausgeht.
Gratulation zum zehnten Geburtstag der Jugend-Kunstwerkstatt: Markus Wellermann und Bürgermeister Werner Stödtke (von links) und Stephanie Zaulig (r.) beglückwünschen Paul Engbers.
Gratulation zum zehnten Geburtstag der Jugend-Kunstwerkstatt: Markus Wellermann und Bürgermeister Werner Stödtke (von links) und Stephanie Zaulig (r.) beglückwünschen Paul Engbers. © Georg Beining

Ob Paul Engbers das Gerät erfunden hat? Alles deutet darauf hin. Wer den umtriebigen und stets gut gelaunten Südlohner kennt, wird ihm das jederzeit zutrauen. Die Rede ist von einer Art magnetischem Besen mit einem Stiel aus Metall, am unteren Ende eine rechteckige Holzkiste etwa so, wie früher die Zigarrenkisten ausgesehen haben, und an den Außenseiten mit zwei Metallrollen versehen.

Mit einem Spezialgerät sammelt Paul Engbers die Eisenspäne ein.
Mit einem Spezialgerät sammelt Paul Engbers die Eisenspäne ein. © Georg Beining

Metall spielt für den gelernten Schmied eine zentrale und wichtige Rolle. Auch dafür kennt man Paul Engbers. In der Jugend-Kunstwerkstatt dreht sich immer alles um Eisen, Blech und sonstige Metall-Derivate. Und das inzwischen seit ziemlich genau zehn Jahren – ganz genau: seit dem 9. September 2012.

„Ich fange noch mal ganz neu an“

Damals kam Paul Engbers mit der Idee, eine Jugend-Kunstwerkstatt aufzubauen, und lief bei der Gemeindeverwaltung, beim Jugendwerk und den Verantwortlichen der beiden Jugendhäusern Oase und Tipi offene Türen ein. Die Räumlichkeit war schnell gefunden mit der großen Garage am Platz zwischen der früheren Fahrradwerkstatt Völker und dem Probenhaus der Musikkapelle im Hintergrund.

„Ich fange noch mal ganz neu an“, hatte Paul Engbers damals gesagt, und die Erfolgsgeschichte, die aus seiner Idee dann werden sollte, konnte auch er nicht vorhersehen. Nun also dieser Metallbesen, den er am vergangenen Sonntag zum Tag der offenen Tür der Werkstatt Bürgermeister Werner Stödtke, seiner Frau und dem Ehepaar Bennemann vom Südlohner Heimatverein in seinem Werkstattreich vorführte.

Paul Engbers erreicht junge Künstler im Alter von 8 bis 15 Jahren

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Und das gilt ebenso für Metallreste. Paul Engbers ist inzwischen über 70, auch wenn er keineswegs den Eindruck macht. Und in diesem Alter ist es sicher mitunter angebracht, mal den Rücken etwas zu entlasten. Genau dafür, sich nicht ständig bücken zu müssen, um die Werkstatt aufzuräumen, hatte der Schmied das Gerät entwickelt. Alles Metallene bleibt daran hängen, vom Kronkorken bis zum Eisenspan. Ein Dreh am Stiel über der Abfalltonne, und die aufgenommenen Reste fallen hinein.

Paul Engbers hat im Laufe der zehn Jahre sicher Projekte mit weit mehr Außenwirkung gemeinsam mit seinen Jugendlichen durchgeführt. Kostproben davon waren am Sonntag in einer kleinen Ausstellung rund um die Werkstatt zusammengestellt. Stephanie Zaulig, die Leiterin des Jugendhauses Oase nebenan und Ansprechpartnerin, beschrieb ein wenig den Ablauf: „Es sind immer 15 bis 16 Jugendliche, die sich zu den einzelnen Projekten zusammenfinden. Die Altersstufen der Kids reichen von etwa 8 bis 15 Jahren.“

Kunstwerkstatt auf Wachstumskurs

Seit 2021 gibt es eine Kooperation mit dem Südlohner Familienzentrum. Die Vorschulkinder des St. Vitus-Kindergartens haben auch schon ihre eigenen Projekte. Und für sie wechselt Paul Engbers auch das Material: Holz ist bei den Kleinen das Medium. Eine weitere Gruppe wird hinzukommen: Noch in diesem Jahr werden die Firmlinge für ein eigenes Projekt in der Jugend-Kunstwerkstatt erscheinen.

Hüpfburg, Kaffee und Kuchen gehörten selbstverständlich zur Geburtstagsparty dazu.
Hüpfburg, Kaffee und Kuchen gehörten selbstverständlich zur Geburtstagsparty dazu. © Georg Beining

Zum runden Geburtstag hatten die Ehrengäste natürlich auch Geschenke mitgebracht: Werner Stödtke und Markus Wellermann gratulierten und bedankten sich im Namen der Gemeinde mit einem Präsentkorb der Sorte „handfest“: „Ein Schmied kann wohl etwas Deftiges vertragen.“ Stephanie Zaulig überreichte im Namen der Oase einen Blumenstrauß, eine Fotocollage mit Stationen und Momenten der Werkstatt und einen Restaurantgutschein.

Nach diesem offiziellen Dankeschön nahm die Geburtstagsfeier bei Kaffee und Kuchen unter freiem Himmel ihren Verlauf. An den Tischreihen waren längst zahlreiche Familien versammelt – und die Kinder hatten sowieso schon die große Hüpfburg nebenan in Beschlag genommen.

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