Die Drosteallee ist bisher in Südlohn ein Sonderfall. Dort können Anwohner das anfallende Laub in einem Container entsorgen. Kann das die Lösung für das gesamte Gemeindegebiet sein? © Markus Gehring
Amerikanische Eichen

„Laub-Tourismus“: Container an der Drosteallee zweckentfremdet

Die Eichen an der Drosteallee sind vielen Anwohnern ein Dorn im Auge. In diesem Jahr stelle die Gemeinde daher hier erstmals Container für die Laubentsorgung auf. Das nutzten einige aus.

Über die amerikanischen Eichen an der Drosteallee in Südlohn wurde in der Vergangenheit viel diskutiert, unter den Anwohnern sowieso, aber auch in der Politik. Im September dieses Jahres machten sich die Mitglieder des Bauausschusses vor Ort ein Bild von der Lage und hörten sich die Sorgen der Nachbarschaft an. Hauptproblem: die riesigen Mengen Laub.

Da die Fällung der Bäume – zumindest aktuell – keine ernsthafte Option ist, stellte die Gemeinde als Kompromiss in diesem Herbst erstmals Container auf, damit die Anwohner Blätter, Eicheln und Äste dort entsorgen können und nicht die heimischen Biotonnen überquellen.

Ob das „Experiment“ im nächsten Jahr in dieser Form wiederholt wird, ist allerdings unklar. Denn schnell zeigte sich, dass Menschen aus anderen Bezirken die Situation ausnutzten und ihren Biomüll ebenfalls in den aufgestellten Containern schmissen.

Container ständig überfüllt

„Das hat dazu geführt, dass die Container ständig voll waren und viel häufiger abgefahren werden mussten“, berichtet Bauamtsleiter Dirk Vahlmann, der in diesem Zusammenhang von „Laub-Tourismus“ spricht. Der Wunsch der Nachbarschaft, die Behälter mit einem Vorhängeschloss zu versehen, sei allerdings nicht so leicht umsetzbar. „Das Unternehmen, das uns die Laub-Container zur Verfügung stellt, sieht es bei wechselnden Fahrern und wechselnden Fahrzeugen als für nicht händelbar an. Der Aufwand beim Schlüssel-Management wäre zu hoch“, so Vahlmann.

Die amerikanischen Eichen an der Drosteallee haben mittlerweile fast alle Blätter verloren.
Die amerikanischen Eichen an der Drosteallee haben mittlerweile fast alle Blätter verloren. © Markus Gehring © Markus Gehring

In diesem Jahr hat sich das Problem weitgehend erledigt, die Eichen tragen nur noch wenige Blätter. Schon jetzt beginnen aber die Überlegungen, wie man die Situation im Herbst 2021 bewältigen kann. Der Bauausschuss hat beschlossen, dass die Verwaltung ein Konzept erarbeiten soll. Konkret geht es um die Frage, in welchen Bereichen in der Gemeinde ebenfalls viel Laub anfällt.

Neue Standorte könnten dazukommen

„Wir denken darüber nach, an all diesen Standorten Containern aufzustellen“, berichtet der Bauamtsleiter. Problem: ein externe Dienstleister kostet viel Geld. Und der Bauhof der Gemeinde ist bereits jetzt voll ausgelastet und bräuchte dafür mehr Personal. „Letztlich muss die Politik entschieden, wir können nur die Konzepte vorlegen“, sagt Vahlmann.

Parallel dazu läuft die Untersuchung der amerikanischen Eichen an der Drosteallee. Sollte sich herausstellen, dass die Bäume krank sind oder die Kanalisation durch Wurzelwerk beschädigt wird, könnte eine Fällung wieder zur Debatte stehen. „Das wäre sicherlich ein Argument dafür“, sagt Dirk Vahlmann.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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