Leben retten richtig gemacht: Defibrillatoren-Schulung zeigt, wie es geht

mlzDefibrillatoren-Schulung in Oeding

Im Notall Menschenleben retten – das können die Teilnehmer der Defibrillatoren-Schulung in Oeding. Die Resonanz auf das Angebot war allerdings gering. Weitere Lehrgänge sind aber geplant.

von Marie Epping

Südlohn

, 20.02.2020, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei den meisten Teilnehmer liegt der Erste-Hilfe-Kurs schon ein paar Jährchen zurück, wird am Freitag bei der Defibrillatoren-Schulung im Schulungsraum des DRK-Ortsvereins Südlohn-Oeiding deutlich. „Zum Führerschein habe ich einen gemacht“, erinnert sich ein Teilnehmer auf Borken, bevor es losgeht.

Kreisweit Schulungen angeboten

Das Rote Kreuz und das Unternehmen 1A-Medizintechnik bieten an diesem Tag kreisweit öffentliche Schulungen mit Defibrillator an. Nach Oeding sind fünf Teilnehmer gekommen. Ein kleiner, aber interessierter Kreis.

„Erste Hilfe ist ganz einfach“, versichert Ortwin Dördelmann, Erste-Hilfe-Beauftragter des DRK in Borken, den Teilnehmern. Mit etwas Skepsis schauen diese noch auf den Defibrillator-Kasten und die Puppe, die in der Mitte des Raums auf dem Boden liegt.

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Ein bisschen Nachhilfe in Sachen Erste Hilfe kann aber nur von Vorteil sein, erfährt die Gruppe. Da häufig viel Zeit verstreicht, bis der Notarzt eintrifft, wurden sogenannte automatisch externe Defibrillatoren (AED) entwickelt. Das Ziel: Auch Laien können den AED verwenden. Die AED-Kästen hängen mittlerweile in vielen Rathäusern oder Geldinstituten. So auch in Oeding. Wie genau man diese Kästen im Notfall allerdings benutzt und, ob diese die Wiederbelebung ersetzten? Das wissen die meisten nicht.

Leben retten können. Die Situation dass eine Wiederbelebung notwendig wird, ist wahrscheinlicher als viele denken. Jährlich erleiden laut Statistischem Bundesamt 60.153 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt. Gut auf die Situation einer Wiederbelebung vorbereitet sind am Freitagabend die Teilnehmer der Schulung für Defibrillatoren.

Der AED ersetzt eine Wiederbelebung nicht

Die Benutzung eines AEDs ist eigentlich ganz einfach: Kiste auf, einschalten, zuhören. Die automatische Stimme des Geräts erklärt genau, wie sich Ersthelfer zu verhalten haben, wo die Kabel am Brustkorb platziert werden müssen und wann ein Schock abgegeben werden muss. Dann tönt es aus der Box: „Jetzt Schock abgeben.“ Der Schock wird abgegeben und dann geht es weiter mit der Wiederbelebung. Wenn noch ein Schock abgegeben werden muss? Ganz einfach: Dann meldet sich der AED.

Aber Vorsicht: „Der AED ersetzt eine Wiederbelebung nicht“, betont Ortwin Dördelmann. Er unterstütze sie lediglich. Der Ersthelfer müsse die Zeit, bis der Notarzt eintrifft mit einer Wiederbelebung überbrücken. „Wenn das Herz aus dem Takt gerät, dann ist der Defibrillator der Taktgeber“, bringt Ortwin Dördelmann es auf den Punkt.

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Falsch benutzen kann man den AED also nicht, macht der Erste-Hilfe-Beauftrage deutlich. Außerdem: „Die Wahrscheinlichkeit, dass der AED einen Schock abgibt, obwohl keiner notwendig ist, liegt bei unter einem Prozent.“

Voraussetzung für den erfolgreichen Gebrauch ist allerdings ein frühzeitiger Einsatz. Mit jeder Minute die verstreicht, sinkt das Überlebensrisiko um 10 Prozent. Bei 10 Minuten liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei geradezu null Prozent.

Weitere Schulungen geplant

An vielen öffentlichen Stellen sind mittlerweile zwar schon AED-Kästen angebracht, aber wenn es nach Ortwin Dördelmann geht, dann sind es immer noch zu wenig. Er plädiert für mehr AEDs an öffentlichen Stellen. „Die Niederländer sind uns da weit voraus. Deutschland ist da Entwicklungsland“, betont er drastisch.

Auch, wenn die Anmeldungen für die Schulungen schleppend liefen, sollen im Laufe des Jahres mehr Kurse für die lebensrettenden AEDs angeboten werden. In Oeding nahmen nur 5 interessierte teil. Insgesamt konnte das DRK aber 53 Menschen erreichen. Die Schulungen haben unter anderem auch in Stadtlohn, Heek und Vreden stattgefunden. „Alle sind da scharf hinter.“, sagt ein Borkener über seine Bekannten. Er werde auf jeden Fall Werbung machen.

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