Männerdomänen öffnen

Südlohn Fast Gleichstand herrscht im Rathaus in Sachen Geschlechterverteilung: Von den 27 Beschäftigten der Gemeindeverwaltung sind 15 Männer und 12 Frauen.

11.07.2008, 18:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Dagmar Wissing kümmert sich seit neun Jahren um die Belange der Gleichstellung von Männern und Frauen. Gemeinde</p>

<p>Dagmar Wissing kümmert sich seit neun Jahren um die Belange der Gleichstellung von Männern und Frauen. Gemeinde</p>

Nach wie vor unterrepräsentiert ist das weibliche Geschlecht in der oberen Führungsetage. "Leider", wie Dagmar Wissing, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde meint. Die vier Amtsleiter sind männlich. Daran wird auch der Frauenförderplan, den Wissing alle drei Jahre neu aufstellt, kurzfristig nichts ändern. Der Grund: "Es gibt nur eine geringe Fluktuation - und wir sind eine junge Verwaltung." In den unteren Entgeltgruppen hingegen arbeiteten mehrheitlich Frauen.

Kein Karriereknick

Doch auch wenn in großen Häusern mehr gesteuert werden könne, habe die Gemeinde, was Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung anginge, schon einiges erreicht. "Eine stellvertretende Amtsleiterin gibt es in der Verwaltung. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung."

Sie sei auch das beste Beispiel dafür, dass im Rathaus Elternzeit nicht unweigerlich mit einem Karriereknick einhergehe. Denn dass sei häufig der große Knackpunkt: Die Frauen kämen nach Erziehungszeiten wieder - und bekämen nicht ihren alten Arbeitsplatz zurück. Das sei im Rathaus anders: Unsere stellvertretende Amtsleiterin war selbst eine Weile zu Hause, hat dann in Teilzeit gearbeitet und schließlich die wichtige Stelle angetreten. Überhaupt werde der Vereinbarkeit von Beruf und Familie großer Stellenwert eingeräumt. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz ermögliche Arbeitnehmern - Männern wie Frauen gleichermaßen - Auszeiten für die Pflege von Angehörigen oder Kinderbetreuung zu nehmen. "Wir verfügen über viele flexible Teilzeitmodelle. Das nutzen viele", so Wissing. Ein Vorteil kleiner Verwaltungen: "Wir können viele individuelle Lösungen finden. Und haben allen Frauen anschließend ihren alten Arbeitsplatz wieder zur Verfügung gestellt." Denn Männer nutzten diese Möglichkeiten bislang noch nicht.

Damit Frauen in Zukunft größeres Gewicht - nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in typischen Männerdomänen erlangen -, setzt die Südlohner Gleichstellungsbeauftragte auf Nachwuchsförderung. Zum 1. August begännen zwei Frauen ihre Ausbildung zu Verwaltungsfachangestellten im Rathaus und ein Mann im Klärwerk.

Wissing: "Besonders stolz bin ich darauf, dass wir vor einigen Jahren eine weibliche Fachkraft für Abwassertechnik eingestellt und ausgebildet haben, die jetzt im vergangenen Jahr unbefristet übernommen wurde. Da hieß es von Seiten der männlichen Kollegen: ,Eine super Mitar- beiterin'." kh

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