Methanol auf der Straße und im Kanal

OEDING "Bei solchen Einsätzen gilt Ruhe bewahren, weiträumig absperren und immer wieder messen", fasst Einsatzleiter Udo Bußkamp zusammen. Am Donnerstagabend haben die Oedinger Feuerwehrleute dieses Vorgehen beherzigt: Ein Entzünden des ausgelaufenen Methanols konnte verhindert werden, die Flüssigkeit wurde fachgerecht unschädlich gemacht.

28.09.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Um 18.30 Uhr riefen die "Pieper" den Löschzug Oeding zum Gerätehaus: 500 Liter Methanol seien vor der Firma Petrotec ausgelaufen, wurden die Kameraden von der Leitstelle informiert. "Als wir eintrafen, hatten sich im Kreuzungsbereich der K 21 mit der Industriestraße und an der Daimlerstraße schon Pfützen aus Methanol und Regenwasser gebildet", erzählte Bußkamp. Die erste Messung - der Löschzug Oeding ist für solche Einsätze ausgestattet - ergab ein "explosionsgefährdetes Gas-Luftgemisch", so Bußkamp. Vor allem in den Kanälen, wo sich das Methanol nicht mehr in der Luft verflüchtigen konnte, hätte es zu Explosionen kommen können.

Weiträumig gesperrt

"So haben wir mit Hilfe der Polizei erst mal weiträumig abgesperrt, denn Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren wären eine Gefahr gewesen", blickte der Einsatzleiter zurück. Weder Polizei- noch andere Fahrzeuge durften mehr gestartet werden. Der "Gerätewagen Gefahrgut" wurde aus Borken angefordert. Mit entsprechenden Bindemitteln, die der Wagen an Bord hat, wurden die "Pfützen" abgestreut, mit Messgeräten laufend gemessen, im Bereich von der Schlinge bis zur Kreisstraße 21.

Explosionsgefahr

Eine hinzugezogene Fachfirma spülte Wasser in die Kanalisation. Dreieinhalb Stunden hat der Einsatz gedauert, rund 30 Feuerwehrleute waren aktiv. An der Einlaufstelle habe man zunächst Werte von 60 Prozent unter der Explosionsgrenze gemessen, diese Konzentration habe sich aber mit den ergriffenen Maßnahmen sehr schnell verringert, erläuterte Kreisbrandmeister Heinz Tenspolde. Ebenso wie ein Vertreter der Unteren Wasserbehörde des Kreises Borken war der Kreisbrandmeister vor Ort.

Das Methanol-Wasser-Gemisch sowie auch das Methanol-Bindemittel-Gemisch ist nun fachgerecht in geschlossenen Tanks an der Zentralkläranlage untergebracht, wie Josef Sibbing von der Gemeinde Südlohn mitteilte. Er und die Mitarbeiter des Bauhofs und der Kläranlage waren am Donnerstag ebenso im Einsatz. Nun geht es um die weitere ordnungsgemäße Entsorgung, die nach Auskunft Sibbings in Absprache mit der Bezirksregierung in Münster durchgeführt werden soll. ewa

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