Millionenschweres Nachklärbecken soll schon bald in den Probelauf gehen

mlzKläranlage Südlohn

Rund 4,4 Millionen Euro investiert die Gemeinde ins Zentralklärwerk. Mehr als die Hälfte kostet das Kombibecken, das erst als Nachklärbecken genutzt werden soll. Es ist so gut wie fertig.

Südlohn

, 30.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist wohl aktuell die teuerste Baustelle in Südlohn. Im Zentralklärwerk wird erweitert und saniert, rund 4,4 Millionen Euro investiert die Gemeinde in neue Technik, die letztlich der Umwelt zugute kommt. Und der Entwicklung der Gemeinde: Denn wer mit wachsenden Einwohnerzahlen rechnet und weitere Wirtschaftsunternehmen ansiedeln will, muss diese Infrastruktur bereithalten.

Jetzt lesen

Das Kombibecken ist der größte Brocken Teil auf der Baustelle, die Kosten sind mit 2,6 Millionen Euro einkalkuliert. Das Becken hat einen Durchmesser von 24 Meter und fasst ein Volumen von 1552 Kubikmetern. Baulich sieht das Becken jetzt schon fertig aus.

Feinabstimmungen dauern noch einige Wochen

„Im Moment werden die Feinabstimmungen gemacht“, erklärt Dirk Vahlmann, Leiter des zuständigen Fachbereichs der Gemeindeverwaltung, zum Fortschritt der Arbeiten. Einige Wochen würden Kläranlagen-Leiter Franz Artz, Michael Niehaus als zuständiger Mitarbeiter des Tiefbauamtes und die zuständigen Ingenieure der beauftragten Firma noch damit beschäftigt sein.

Jetzt lesen

Im Anschluss soll der Probebetrieb aufgenommen werden. Auch dieser soll ein paar Wochen dauern. Aber alles liegt im Plan – von vornherein war das Jahresende 2020 angepeilt worden für die Inbetriebnahme. Das neue Kombibecken soll zunächst als Nachklärbecken genutzt werden. Währenddessen soll das andere Nachklärbecken gewartet werden.

Kapazität für bis zu 22.000 Einwohner und Betriebe

Auf Dauer wird das Kombibecken die Aufgabe erhalten, auf biologischem Weg Phosphat im Abwasser abzubauen. Bislang muss für diese Aufgabe im Südlohner Klärwerk die Chemiekeule herausgeholt werden. Die technische Aufrüstung kommt also der Umwelt entgegen.

Aber die Investitionen dienen eben auch der Entwicklung der Gemeinde: Nach der großen Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahme kann das Südlohner Klärwerk so viel Abwasser behandeln, wie über 22.000 Einwohner samt Wirtschaftsbetrieben verursachen würden.

Jetzt lesen

Seit vielen Jahren ist die Anlage für viel weniger ausgelegt. „Wir brauchen Kapazität. Wir sind am Limit, weiter geht es nicht mehr“, hatte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann bei einer Ratssitzung im Jahr 2017 gewarnt, als es im Bauauschuss um das geplante, teure Projekt ging. Bis ins Jahr 2008 hinein reichen die Planungen der Gemeindeverwaltung für die Sanierung und Erweiterung des Zentralklärwerks im Sickinghook zurück. Anfang 2018 hat der Rat dann grünes Licht gegeben für die Baumaßnahmen.

Die langen Planungen für die Klärwerksanierung

  • Im Jahr 2008 hieß es im Bauausschuss zum Klärwerk: „Die Leistungsgrenze ist erreicht“. Keine Zuwächse durch weitere Gewerbeansiedlungen oder zusätzliche Wohneinheiten seien möglich. Das Kostenvolumen für das Becken wurde im Jahr 2008 zwischen 730.000 und 950.000 Euro angesiedelt.
  • Die weltweite Konjunkturkrise ließ die Kommunalpolitiker im Jahr 2009 die Pläne auf Eis legen. Die Summe 1,3 Millionen Euro schreckte die Politiker im Bauausschuss bei einer Sitzung im Juni 2012 auf. „Teures Becken alternativlos“ titelte die Münsterland Zeitung im Februar 2015. Der Rat entschied, 1,3 Millionen Euro in den Haushalt einzustellen.
  • Im Dezember 2017 war das beauftragte Ingenieurbüro in der Ratssitzung zu Gast. Das Hoch in der Baukonjunktur bringe höhere Kosten mit sich, so der Tenor. Die Kostenprognose: 3,6 Millionen Euro für Sanierung und Neubau.
  • Stand 2020: Die Kosten werden mit 4,4 Millionen Euro beziffert.
Lesen Sie jetzt