In Bürgerhäusern und Schützenhallen wurden die Hilfsgüter aus Südlohn und Oeding zwischengelagert. © Feuerwehr Südlohn
Jugendfeuerwehr

Mit Video: Erster Hilfstransport aus Südlohn hat Krisenregion erreicht

Zwei Lkw-Ladungen mit Hilfsgütern aus der Spendenaktion der Jugendfeuerwehr haben die Krisenregion erreicht. Beim Transport für Flutopfer kooperierten die Südlohner mit der Feuerwehr Gescher.

Lange hatte Günter Sparwel seine Kontakte am Samstag spielen lassen, letztlich lag die Lösung ganz nahe. Mit zwei der vier Lkw-Ladungen mit Hilfsgütern aus der enorm erfolgreichen Spendenaktion der Jugendfeuerwehr Südlohn ging es am Sonntag gemeinsam mit der federführenden Feuerwehr Gescher in Richtung Eifel. Das Ziel: Bad Münstereifel.

„Unsere Gescheraner Kollegen hatten eine Anlaufstation gefunden, wir konnten uns dem anschließen“, berichtete der Jugendfeuerwehrwart. Um 6.30 Uhr ging es in einer Kolonne los – fünf Lkw aus Gescher, zwei aus Südlohn und Oeding sowie drei Begleitfahrzeuge aus Reihen der beiden Feuerwehren machten sich auf den Weg.

In Kolonne ging es am Sonntagmorgen unter Federführung der Feuerwehr Gescher in Richtung Eifel.
In Kolonne ging es am Sonntagmorgen unter Federführung der Feuerwehr Gescher in Richtung Eifel. © Feuerwehr Südlohn © Feuerwehr Südlohn

Dabei ereilte die Mannschaft noch am Sonntagmorgen die Nachricht, dass die Kapazitäten in Bad Münstereifel kurzfristig doch erschöpft seien. „Wir sind dann trotzdem gefahren – und wurden mit offenen Armen empfangen“, so Sparwel. Nach dreieinhalb Stunden wurde das Ziel erreicht, recht komplikationsfrei, wie Sparwel zu berichten wusste.

Vor Ort wurden die Lkw auf freigeräumte Bürgerhäuser und Schützenhallen aufgeteilt. Pro Sattelzug, die quasi ein gesamtes Bürgerhaus füllten, wurden rund eineinhalb Stunden für das Entladen eingeplant, gegen 16.15 Uhr wurde der Rückweg angetreten.

Hilfsgüter wurden auf verschiedene Hallen verteilt

Vom Empfang zeigte sich Günter Sparwel auch am Montag noch begeistert: „Es waren sofort Helfer vor Ort, wir wurden umfassend verpflegt. Trotz der Betroffenheit ist das Engagement unglaublich. Wir haben auch gespürt, wie viele Menschen bereit sind, etwas zu spenden und ihren Teil zur Hilfe zu leisten.“ Bei der Durchfahrt durch zwei kleinere Orte habe man sich einen ungefähren Eindruck vom Ausmaß der Schäden machen können.

„Die Orte, die wir angesteuert haben, waren aber nicht ganz so schlimm betroffen, sie lagen etwas höher. Dennoch haben wir gesehen, wie hoch das Wasser in manchen Bereichen gestanden haben muss“, berichtete Günter Sparwel. Die Infrastruktur rund um den Zielort sei noch halbwegs intakt, so dass von dort aus die weitere Koordinierung erfolgen könne. Bis dahin müsste natürlich noch viel sortiert und geplant werden.

Ein Auflieger wird der KAB übergeben

In Südlohn warteten am Montagmittag sicher noch „eineinhalb Züge voll mit Hilfsgütern“, für die man Abnehmer suche. Und für einen Auflieger hat man unbürokratisch eine Lösung gefunden. „Wir werden einen Auflieger am Samstag der KAB für den Hilfstransport nach Weißrussland zur Verfügung stellen. Dort wird Hilfe ebenfalls dringend benötigt“, so Sparwel. Dies sei auch eine Reaktion auf die neusten Nachrichten aus der Krisenregion, dass man die Aufnahme von Sachspenden vorerst stoppen müsse.

Vor Ort war die Hilfsbereitschaft seitens der Bevölkerung und der Hilfsorganisationen groß.
Vor Ort war die Hilfsbereitschaft seitens der Bevölkerung und der Hilfsorganisationen groß. © Feuerwehr Südlohn © Feuerwehr Südlohn

Für den Rest müsse man übergangsweise eine Zwischenlagerung in Südlohn organisieren. Dass man den ersten Teil des Hilfstransports hat durchführen können, dafür sei man den Kameraden von der Feuerwehr in Gescher sehr dankbar. Am Sonntag um 19.30 Uhr konnte das Team erst einmal kurz durchschnaufen.

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