Mitarbeiter brüten über Datensätzen

17.07.2008, 18:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Amtsleiter Martin Wilmers und Dirk Windbrake, zuständig für Steuern und Gebühren, erwartet noch jede Menge Arbeit bei der Festlegung der neuen Gebührensätze. Herbers</p>

<p>Amtsleiter Martin Wilmers und Dirk Windbrake, zuständig für Steuern und Gebühren, erwartet noch jede Menge Arbeit bei der Festlegung der neuen Gebührensätze. Herbers</p>

Südlohn Kämmerer Martin Wilmers ist zufrieden: 2147 Grundstückseigentümer hat das Amt für Finanzen und Liegenschaften im Februar wegen der künftig gesplitteten Kanalbenutzungsgebühr angeschrieben - und 2014 Schreiben sind inzwischen zurück. Eine gute Rücklaufquote. Doch die Zeit für die Mitarbeiter drängt. Schließlich müssen bereits zum 1. Januar 2009 die Kosten für die Entsorgung von Schmutz- und Regenwasser getrennt abgerechnet werden - so will es der Gesetzgeber. Nicht mehr allein die Menge des bezogenen Frischwassers ist nun für die Berechnung ausschlaggebend, sondern ebenfalls wie viel Niederschlagswasser in die Abwasseranlage gelangt.

Keine neue Gebühr

Es werde jedoch keine neue Gebühr eingeführt, sondern die bisher erhobene anders aufgeschlüsselt, versichert Wilmers. Ein Riesenaufwand für die Gemeinde: "Wir haben sämtliche Eigentümer von bebauten und befestigten Grundstücken angeschrieben." Die Verwaltung habe - anders als beispielsweise Kommunen wie Heek oder Ahaus - das Selbstauskunftverfahren gewählt, um die relevanten Daten zu erhalten. Die Bürger mussten dazu unter anderem die Größe der versiegelten Fläche, das versickerungsfähige Pflaster auf ihrem Grundstück oder die Verwendung von Regenwasser selber eintragen. "Das war der einfachere Weg - und die Rückläufe in den meisten Fällen plausibel", resümiert Wilmers. Schließlich könnten er und seine Kollegen - falls nötig - die Angaben nach einem bestimmten Raster prüfen. Über entsprechende Luftbilder verfüge die Gemeinde noch aus dem Jahr 2006. "Das Geld dafür konnten wir dem Gebührenzahler daher ersparen." Innerhalb der nächsten fünf Jahre werde im übrigen der gesamte Bestand eingehend überprüft. In den kommenden Monaten gelte es, Kalkulationen aufzustellen und schließlich die Gebührensatzung zu gestalten, in der unter anderem festgelegt werde, nach welchen Kriterien die Abrechnung erfolge. "Gerechter ist das neue Modell auf alle Fälle." Hätten zwei Grundstückseigentümer mit gleichem Frischwasserverbrauch aber unterschiedlicher versiegelter Fläche bislang gleich viel gezahlt, müsse nun der mit größerer bebauter Fläche auch mehr zahlen. kh

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