Mit einem blauen Auge geht die Musikschule Südlohn aus dem Corona-Jahr 2021 hervor. In den kommenden Jahren plant man, sich konzeptionell weiter zu verbessern. Dadurch steigen auch die Personalkosten leicht. © privat
Corona-Krise

Musikschule macht 2021 ein Minus: „Kommen mit einem blauen Auge davon“

Mit einem Defizit wird die Musikschule Südlohn aus dem Jahr 2021 herausgehen. Dieses kann allerdings aus einer Rücklage gedeckt werden. Für 2022 sind konzeptionelle Verbesserungen geplant.

„Für sich betrachtet ist das natürlich eine Katastrophe.“ Musikschulleiter Markus Wellermann nahm beim Zwischenbericht für das Jahr 2021 im Ausschuss für Kultur, Sport und Ehrenamt kein Blatt vor den Mund. Laut Hochrechnung vom September ergibt sich für das laufende Jahr ein Minus von 14.691 Euro im Musikschulhaushalt.

Dass man dieses Defizit aus den in den Vorjahren angesammelten Rücklagen decken könne, sei wiederum ein „glücklicher Zustand“: „So kommen wir mit einem blauen Auge davon.“ Mit Corona habe auch keine Musikschule rechnen können.

Die Hochrechnung für das Jahr 2021: Gesamtausgaben von 119.947 Euro stehen Einnahmen von 105.256 Euro gegenüber. Das Defizit lässt sich mit Fakten begründen: Aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Unterrichtsausfall war man im Bericht von Mai für die ersten beiden Quartale des Geschäftsjahres 2021 von einem Ausfall an Gebühren in Höhe von 20.000 Euro ausgegangen.

Der Präsenzunterricht konnte erst am 8. März wieder starten. Größere Gruppenunterrichtseinheiten wie die Musikalische Früherziehung waren erst im Juni wieder möglich. Aus Kurzarbeitergeld konnten Einnahmen von 5350 Euro generiert werden. Das ist der Sitzungsvorlage zu entnehmen.

Musikschule schiebt zwei Projekte weiter an

Markus Wellermann schaute beim Blick in die nähere Zukunft auch in den Rückspiegel: „Wir haben seit 2013 stets einen scharfen Blick auf die Kosten gehabt.“ Man habe alles an die Vereine abgegeben, was auch in diesen angeboten werde, und sich auf das Kerngeschäft konzentriert. Nun sei es an der Zeit, sich auch einmal „konzeptionell zu verbessern“. Er führte dabei exemplarisch zwei Schwerpunktprojekte an.

Musikschulleiter Markus Wellermann betonte im Kulturausschuss, dass man sich in Zukunft auch weiterentwickeln müsse.
Musikschulleiter Markus Wellermann betonte im Kulturausschuss, dass man sich in Zukunft auch weiterentwickeln müsse. © Foto privat © Foto privat

Das Schulprojekt „Musik geht in die Schule“ soll – wenn es alles glatt laufe – zum zweiten Halbjahr wieder aufgenommen werden. Finanziert wird dieses aus einer zweckgebundenen Rücklage. Bis 2020 hatte Wellermann dieses Projekt selbst betreut, aufgrund seines Aufgabenbereichs bei der Gemeindeverwaltung könne er in den Schulen nicht mehr unterrichten. Entsprechend müsse dies eine externe Kraft übernehmen, was letztlich aufgrund der vorhandenen zweckgebundenen Rücklage, zurückzuführen auf eine nachhaltige Spende, „keine Auswirkungen auf den Haushalt der Musikschule“ habe.

Personalkosten steigen leicht – Gemeindezuweisung auch

Dennoch seien die allgemeinen Personalkosten für das Jahr 2022 höher angesetzt, da der Aufbau eines neuen Fachbereichs für Gesang geplant ist. Von einem Angebot im „Popularbereich“ versprechen sich die Verantwortlichen eine noch größere Attraktivität der Musikschule und die Erweiterung der Zielgruppe. Geplant ist die Einstellung eines Gesangspädagogen mit einem Stundenumfang von zunächst drei Wochenarbeitsstunden.

Entsprechend berücksichtigt wurde dies auch bei der Prognose der Gebühreneinnahmen. Zudem wurde eine übliche jährliche zweijährige Gebührenerhöhung ab Juli 2022 angenommen. „Diese Planungen bedingen eine Anhebung der Gemeindezuweisung auf 68.500 Euro“, so Wellermann. Mit der üblichen jährlichen Steigerung um zwei Prozent läge sie für 2022 bei 66.300 Euro.

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