Nach der Absage: Viele hatten sich einen parteilosen Christian Vedder gewünscht

mlzBürgermeisterwahl 2020

Bürgermeister Christian Vedder tritt zur Wahl im September nicht wieder an. Das überrascht etliche Lokalpolitiker. Viele hatten mit einer unabhängigen Kandidatur gerechnet.

Südlohn

, 06.02.2020, 14:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bürgermeister Christian Vedder tritt zur kommenden Kommunalwahl nicht mehr als Bürgermeisterkandidat für Südlohn und Oeding an. Das hat er in der Ratssitzung am Mittwochabend erklärt. Unter den Politikern in der Gemeinde ruft das ein geteiltes Echo hervor.

Steffen Schültingkemper, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands, erklärt, dass auch die CDU bis zuletzt nichts von der Entscheidung des Bürgermeisters gewusst habe. Den letzten Kontakt in der Sache habe es im Dezember gegeben. Damals habe Christian Vedder zugesagt, sich bis Ende Dezember zu entscheiden.

„Das ist leider nicht passiert“, sagt er am Donnerstagmittag. Die Entscheidung des Bürgermeisters sei nur konsequent und zu respektieren. „Dass es keine einfache Entscheidung gewesen sein muss, hat man ja in der Sitzung gemerkt“, erklärt er.

Für die CDU gehe es nun darum, einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl aufzustellen. Wie berichtet ist damit die Findungskommission befasst.

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Für Günter Bergup, stellvertretender UWG-Fraktionsvorsitzender, kam die Erklärung des Bürgermeisters am Mittwochabend nicht sehr überraschend. Mit Blick auf die vergangenen zwei oder drei Jahre im Südlohner Rat habe sich das ja schon abgezeichnet.

„Der Bürgermeister hat sicherlich nicht alles richtig gemacht, aber das macht niemand. Als UWG waren wir mit ihm recht zufrieden“, sagt Bergup. Auch eine parteilose Kandidatur des Bürgermeisters hätte seine Partei unterstützt.

SPD fühlt sich für völlig neue Situation gewappnet

Dr. Joachim Musholt, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Südlohn-Oeding, will die persönliche Entscheidung von Christian Vedder auf Anfrage nicht näher kommentieren. Überrascht sei er nicht: „Das hatte sich ja zuletzt schon angedeutet. Ich hatte so etwas vermutet“, erklärt er.

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Durch die Absage einer Kandidatur habe sich nun aber eine völlig neue Konstellation in der Gemeinde ergeben. „Dafür sind wir gewappnet“, sagt Joachim Musholt.

Einen eigenen Kandidaten werde die SPD dennoch nicht aufstellen. Möglich sei aber, dass die Partei zusammen mit anderen Parteien im Ort einen Kandidaten unterstützen werde. Dazu werden nun Gespräche geführt.

FDP hätte sich über eine parteilose Kandidatur gefreut

Jörg Schlechter, FDP-Ratsherr, reagiert deutlich überraschter: „Dass die CDU Christian Vedder nicht aufstellen will, war ja klar. Ich hätte mich aber gefreut, wenn er als unabhängiger Kandidat angetreten wäre.“ Er hätte ihn in jedem Fall unterstützt.

Ob die FDP einen eigenen Kandidaten aufstellt, sei weiter noch nicht klar. Eventuell werde die Partei mit den anderen Parteien sprechen. Klar ist für ihn vor allem, dass es mehr als einen Kandidaten geben solle.

Auch Maik van de Sand, fraktionsloses Ratsmitglied, fühlt sich von der Entwicklung überrollt. „Ich bin fest davon ausgegangen, dass Christian Vedder als unabhängiger Bürgermeister weitermachen will“, sagt er.

Bei der Ankündigung im Südlohner Rat am Mittwochabend habe er erst einmal schlucken müssen. Mit Blick auf die anstehende Wahl hält er sich im Moment noch neutral: „Wir wissen ja nicht, welche Kandidaten aufgestellt werden“, sagt er. Gleichzeitig gebe es ja nicht mehr viele Parteien, die einen eigenen Kandidaten aufstellen wollen.

Entscheidung binnen weniger Tage

Am vergangenen Dienstag hatte der CDU-Gemeindeverband Südlohn-Oeding erklärt, dass dessen Findungskommission Christian Vedder nicht als Kandidaten aufstellen wolle. Schon seit Jahren galt das Verhältnis zwischen dem CDU-Mitlgied Christian Vedder und der CDU-Fraktion im Südlohner als zerüttet.

Bis zuletzt hatte sich der amtierende Bürgermeister allerdings mehrere Optionen offen gehalten. Auch eine Kandidatur als unabhängiger Kandidat hatte er noch am Dienstag nicht ausgeschlossen.

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