Neubaugebiet Burloer Straße West: kaum Nachfrage

Zwei Grundstücke verkauft

"Die Nachfrage zieht an", hörten die Südlohner Kommunalpolitiker im Dezember auf die Frage nach dem Verkauf von Grundstücken im Baugebiet Burloer Straße West. Aktuell steht ein einzelner Baukran auf dem riesigen Areal hinter der Jakobi-Halle.

Oeding

, 23.04.2016, 11:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Bauherr hat sein Bauvorhaben angefangen.

Ein Bauherr hat sein Bauvorhaben angefangen.

Die Äußerung der Verwaltung am Jahresende zitierte CDU-Ratsmitglied Günter Osterholt am Mittwochabend und wollte wissen, wie sich die Situation heute darstellt. Noch immer schwebt über dem Baugebiet das sprichwörtliche Damoklesschwert eines Normenkontrollverfahrens, das beim Verwaltungsgericht in Münster anhängig ist. Viele Bauinteressierte scheuen sich daher davor, in dem Baugebiet ein Grundstück zu erwerben.

Insgesamt 130 Bauplätze

Bei seiner Anfrage hatte Osterholt als Bauausschussmitglied möglicherweise auch noch die Äußerung des Bürgermeisters von Februar 2014 in diesem Gremium im Ohr: "Das Vertrauen in das Baugebiet Burloer Straße West wächst wieder". Damals hatte Christian Vedder den Kommunalpolitikern mitgeteilt, dass vier Baugrundstücke in dem Neubaugebiet mit insgesamt fast 130 Bauplätzen verkauft sind.

"In diesem Jahr haben wir zwei Grundstücke verkauft"

"Vor Jahresfrist war das Interesse gleich Null", räumte Kämmerer Martin Wilmers am Mittwochabend ein. "In diesem Jahr haben wir zwei Grundstücke verkauft", sagte Wilmers weiter und machte damit deutlich, dass sich in dem Neubaugebiet in Oeding nicht viel bewegt und von anziehender Nachfrage keine Rede sein kann.

Normenkontrollverfahren

Die ersten Planungen für das Neubaugebiet entstanden Ende der Achtzigerjahre. Jahrzehnte hat es gedauert, bis aus dem Baugebiet Burloer Straße West in Oeding Wirklichkeit wurde. Zunächst konnten die Pläne nicht umgesetzt werden, weil die Grundstücksbesitzer ihre Flächen behalten wollten. Im Jahr 2006 kippte dann das Oberverwaltungsgericht in Münster den bestehenden Bebauungsplan in einem Normenkontrollverfahren. Der ursprüngliche Plan hatte nach Meinung des Gerichts Formfehler. Außerdem sah es einen Konflikt zwischen neuer Wohnbebauung und angrenzender Landwirtschaft.

Als der neue Bebauungsplan verabschiedet war und die Gemeinde hoffte, endlich Grundstücke an der Burloer Straße verkaufen zu können, folgte im Jahr 2014 ein weiteres Normenkontrollverfahren. Jetzt geht es um die Zufahrt zu einem Hof. Durch das neue Verfahren ist die Nachfrage nach Grundstücken in dem Bereich nahezu verebbt.

In dem seit zwei Jahren laufenden Normenkontrollverfahren geht es am 23. Juni in die nächste Runde. Dann kommt es vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster zur Anhörung.

 

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