Neue Gewerbegrundstücke in Südlohn und Oeding werden langsam knapp

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Der Platz wird knapp in Südlohn und Oeding. Zumindest was neue Gewerbegrundstücke angeht. Drei Hektar stehen in Südlohn noch zur Verfügung. In Oeding sieht es düsterer aus.

Südlohn

, 19.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während andere Gemeinden Werbung für freie Gewerbegrundstücke machen, finden sich ähnliche Hinweise in Südlohn und Oeding nicht. Gerade einmal drei Hektar sind entlang der Robert-Bosch-Straße noch frei. Dazu kommen noch einige Baulücken oder Grundstücke aus privater Hand. „In Südlohn gibt es noch ein paar Möglichkeiten“, sagt Bürgermeister Christian Vedder.

In Oeding kann er Interessenten im Moment gar nichts anbieten. Auch wenn er das nur ungern zugibt. „Wir sind gerade dabei, neue Flächen zu besorgen“, erklärt er deswegen schnell. Die Verwaltung habe ein Gebiet in Aussicht, sei aber noch dabei, eine Lösung zu finden. „Die Tauschflächen fehlen noch“, sagt der Bürgermeister.

Flächentausch löst das Problem nicht auf Dauer

Das ist das große Problem: Ersatzflächen sind nur schwer zu bekommen. „In der Regel können wir neue Flächen nicht kaufen, sondern bekommen sie nur im Tausch gegen andere Flächen“, erklärt Bürgermeister Christian Vedder. Da beginnt das Problem: Denn die Gemeinde braucht jemanden, der bereit ist, seine Fläche zu verkaufen. „Irgendwo in der Kette muss jemand bereits sein, seine Fläche gegen Geld abzugeben“, sagt er. Ständiger Tausch und Weitertausch führe ja zu nichts. Doch da der Flächendruck in der Region sehr groß ist, falle das immer schwerer.

Neue Gewerbegrundstücke in Südlohn und Oeding werden langsam knapp

Im Südlohner Gewerbegebiet an der Robert-Bosch-Straße sind noch rund drei Hektar frei © Stephan Teine

Gleichzeitig sei die Verkaufsbereitschaft sehr gering. Selbst wenn die Verwaltung neue Flächen erwerben könne, sei das mit enormen Preisen verbunden. Die Suche nach neuen Gebieten beschränkt sich in der Regel auf einen Radius von fünf bis zehn Kilometern um das Gemeindegebiet: auf Weseke, Burlo oder Vreden. „Wir haben aber auch schon versucht, in Ostdeutschland an Flächen zu kommen, um sie hier anzubieten“, erklärt er. Das sei natürlich nur für potenzielle Verpächter interessant. „Es kann ja niemand 500 Kilometer weit fahren, um auf den eigenen Acker zu kommen“, sagt Christian Vedder lachend. Die Angebote seien aber auch nicht gut angenommen worden.

Unternehmen fragen nach neuen Flächen

Die Nachfrage von Südlohner und Oedinger Betrieben sei deutlich vorhanden. Gleich mehrere Anfragen liegen in der Verwaltung vor. Teils wegen geplanter Erweiterungen, teils möchten Unternehmen aber auch umziehen, um sich zu vergrößern. Einige Unternehmen hätten auch schon für eine zukünftige Erweiterung vorgesorgt und sich angrenzende – teils auch noch bebaute – Grundstücke gesichert. „Auch das versuchen wir natürlich in unseren Planungen zu berücksichtigen“, sagt er.

Unterschiedliche Anforderungen

So sollen neue Betriebe nicht dicht an dicht angesiedelt werden, um für die Zukunft noch Erweiterungsmöglichkeiten zu bieten. Vorteil sei, dass die Unternehmen im Ort ganz unterschiedliche Anforderungen hätten, weil sie ja unterschiedlich groß sind. „Ein kleines Unternehmen kommt ja mit ganz anderen Wünschen als beispielsweise ein Betrieb wie German Windows oder Bewital“, erklärt er. Planungen gibt es aber auch im Bestand: Das rund 14.000 Quadratmeter große Gelände des Südlohner Unternehmens Deelmann zum Beispiel. Wie berichtet hatte der Möbelhersteller zum Jahreswechsel den Betrieb eingestellt. „Es gibt Überlegungen, was dort passieren soll“, sagt Bürgermeister Christian Vedder. Spruchreif sei davon aber noch nichts.

Schwierige Planung

Insgesamt sei die Planung für neue Gewerbegebiete schwierig, weil ja die Wachstumspläne der Unternehmen schlecht vorauszusehen seien. „Die Entwicklung verläuft ja in der Regel schubweise“, erklärt Christian Vedder. Der Situation kann der Bürgermeister dennoch etwas Positives abgewinnen: „Wir haben hier vor Ort sehr viele, sehr gut arbeitende Unternehmer.“ Die stünden treu zu ihrem Standort in der Gemeinde. Sowohl für Arbeitsplätze als auch die zukünftigen Einnahmen von Gewerbesteuer also ein positives Signal.

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