Neuer Radweg an der B70 zwischen Oeding und Vreden ist freigegeben

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Es ist geschafft: Die Baustelle auf der B70 zwischen Oeding und Vreden ist Geschichte. Der neue Radweg dort ist freigegeben – und wird längst genutzt. Vier Kilometer Lücke sind geschlossen.

Südlohn

, 28.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Landrat, zwei Bürgermeister, Vertreter von Straßen-NRW und der Baufirma Heitkamp und Hülscher stehen mit einer Tasse Kaffee in der Hand an der B70. Der Verkehr dröhnt. Dennoch gibt es hier etwas zu feiern: Nach fast einem Jahr Bauzeit ist die Lücke im Radweg zwischen Oeding und Vreden geschlossen.

3,9 Kilometer Radweg sind fertig. Nach langen Jahren der Planung und noch längeren Jahrzehnten, in denen die Idee für einen Radweg zwischen Oeding und Vreden schon in verschiedenen Köpfen umhergegangen sei.

Bauzeit war eine Punktlandung

„Wir haben praktisch eine Punktlandung hingelegt“, sagt Bruno Tenhumberg vom Landesbetrieb Straßen-NRW. Ende Mai war für die Fertigstellung des Radwegs angepeilt. „Und das haben wir geschafft“, sagt er fröhlich. Da hat er recht: Als die Arbeiten im Juni 2019 nach jahrelanger Vorarbeit endlich gestartet waren, wurde von rund 240 Arbeitstagen Bauzeit gesprochen. Mai beziehungsweise Sommer 2020 hatte seither als Termin für die Fertigstellung fix im Kalender gestanden.

Das obligatorische Gruppenbild zur Freigabe des neuen Radwegs – natürlich mit Sicherheitsabstand wegen des Coronavirus (v.l.) Landrat Dr. Kai Zwicker, Sanda-Maria Beermann von Straßen-NRW, Stadtlohns Bürgermeister Helmut Könning, Projektleiter Jörg Hülscher vom Bauunternehmen Heitkamp und Hülscher, Bruno Tenhumberg von Straßen NRW, Südlohns Bürgermeister Christian Vedder, Christoph Harpering und Manfred Ransmann von Straßen-NRW.

Das obligatorische Gruppenbild zur Freigabe des neuen Radwegs vor der letzten Absperrbake – natürlich mit Sicherheitsabstand wegen des Coronavirus (v.l.) Landrat Dr. Kai Zwicker, Sanda-Maria Beermann von Straßen-NRW, Stadtlohns Bürgermeister Helmut Könning, Projektleiter Jörg Hülscher vom Bauunternehmen Heitkamp und Hülscher, Bruno Tenhumberg von Straßen NRW, Südlohns Bürgermeister Christian Vedder, Christoph Harpering und Manfred Ransmann von Straßen-NRW. © Stephan Teine

Ohne die dreiwöchige Vollsperrung der Straße im vergangenen Herbst wäre das nicht möglich gewesen. Zwar hat die für einige Verkehrsbehinderungen gesorgt, doch waren nur so zahlreiche Arbeiten gleichzeitig möglich. „Wir hatten in der Spitze 36 Leute und etliche Fahrzeuge hier auf der Baustelle“, sagt Jörg Hülscher, Projektleiter der Baustelle vom Bauunternehmen Heitkamp und Hülscher. Das sei schon ein enormer logistischer Aufwand gewesen.

Nicht nur der neue Radweg wurde gebaut

Denn neben dem reinen Radweg – immerhin ein Asphaltband von fast vier Kilometern Länge und 2,5 Metern Breite – wurden ein neuer Durchlass für den Vitiverter Bach, eine Linksabbiegerspur sowie vier Bushaltebuchten gebaut. Insgesamt rund vier Millionen Euro wurden dafür vom Bund investiert.

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Manfred Ransmann, Leiter der Regionalniederlassung Münster von Straßen-NRW, betont die Bedeutung, die Radwege heutzutage haben. „Bis vor ein paar Jahren waren das Arbeiten, die irgendwo nebenher gelaufen sind“, sagt er an diesem Mittwochnachmittag. Inzwischen gehe es darum, alle größeren Straßen mit eigenen Radwegen auszustatten. Allein schon, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Während er das sagt, donnern unablässig Lastwagen und Pkw mit den dort erlaubten 100 km/h entlang.

Verhandlungen mit Grundstückseigentümern haben gut funktioniert

Ausdrücklich lobt er die Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen auf der einen Seite und der Gemeinde Südlohn auf der anderen, die sich vor allem für den Grunderwerb eingesetzt hat. „Wir kennen die Leute hier vor Ort ja“, sagt Südlohns Bürgermeister Christian Vedder. Entsprechend gut seien die Verhandlungen gelaufen.

An der B70 zwischen Oeding und Vreden können Fahrradfahrer nun ungestört durch den Autoverkehr fahren. Der neue Radweg verbessert die Verkehrssicherheit auf der Straße enorm. Elf Monate Bauzeit und rund vier Millionen Euro sind in das fast vier Kilometer lange Projekt geflossen.

An der B70 zwischen Oeding und Vreden können Fahrradfahrer nun ungestört durch den Autoverkehr fahren. Der neue Radweg verbessert die Verkehrssicherheit auf der Straße enorm. Elf Monate Bauzeit und rund vier Millionen Euro sind in das fast vier Kilometer lange Projekt geflossen. © Stephan Teine

Auch Landrat Dr. Kai Zwicker hat sich für diesen Termin Zeit genommen. „Diese Radwegeverbindung ist unheimlich wichtig. Sie hat gefehlt“, sagt er. Nicht nur, weil Radfahren im Kreis Borken eine beliebte Freizeitbeschäftigung sei. „Sondern auch, weil seit Einführung der E-Bikes immer stärker beruflich Rad gefahren wird“, sagt er. Etwa auf dem Weg zur Arbeit.

Neuer Radweg wird schon gut genutzt

Etliche Radfahrer, die am Mittwochnachmittag auf dem brandneuen Radweg unterwegs sind, nehmen kaum Notiz von der kleinen Runde vor der Gaststätte Pries. Sie nutzen schon jetzt wie selbstverständlich den Weg und umkurven die letzte Absperrbake, die dann fast ein wenig feierlich von den Anwesenden beiseite getragen wird. Der Radweg ist eröffnet.

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Etwas bleibt noch zu tun. Verglichen mit den bisherigen Arbeiten aber fast schon eine Kleinigkeit: Dort, wo das Bauunternehmen bis vor Kurzem Material und Maschinen gelagert hatte, soll der Ausgleich für die neu versiegelte Fläche geschaffen werden. Auf dem Stück Land etwas weiter in Richtung Oeding soll Wald angepflanzt werden.

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