Neues Gespräch im Juni: Investor wollte Grundstück brach liegen lassen

mlzWohnanlage „Am Vereinshaus“

Was passiert auf der Brache mitten in Südlohn? Die Drohung: Die Investoren wollten das Grundstück brachliegen lassen. Doch es gibt Hoffnung: Im Juni wird über das Thema wieder diskutiert.

Südlohn

, 29.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was passiert auf dem brachliegenden Grundstück am ehemaligen Haus der Vereine? Die Investoren haben gedroht, die Fläche liegen zu lassen und nicht zu bebauen. „Sie werden das Grundstück so liegen lassen und hoffen auf einen Wertzuwachs des Grundstücks in den nächsten Jahren“, hat die Verwaltung im Protokoll der letzten Ratssitzung Ende März aus einem Gespräch mit den Investoren notiert. Eine grundlegende Änderung der Planung komme derzeit für sie nicht in Betracht, lediglich kleinere Änderungen.

Zustand auf dem Grundstück wie nach dem Krieg

Und genau dieser Absatz ließ Alois Kahmen (CDU) am Mittwochabend im Haupt- und Finanzausschuss den Kragen platzen. „Das ist ein dickes Ei und hat mich wirklich vom Sockel gehauen“, schimpfte er am Ende der öffentlichen Sitzung. „So einen Zustand hat es dort nach dem Krieg mal gegeben.“

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Was war geschehen? Ende Januar stellten die Investoren, unter anderem der Südlohner Michael Robers, die Pläne für die Fläche vor: Vier Wohnhäuser mit insgesamt 30 Wohnungen. Die Südlohner Verwaltung erkannte damals, dass sich die Planung in die umliegenden Häuser einfüge. Die Südlohner Politiker wurden erst einmal nicht mit eingeschaltet. Der Kreis Borken sah das jedoch anders. Für die Planung müsse ein politischer Beschluss herbeigeführt werden.

Planung für vier Mehrparteienhäuser kommt im Rat nicht gut an

Die Planung kam darauf hin im Rat auf die Tagesordnung und stieß den Politikern sauer auf: Die Ideen von Architekten und Investoren passe nicht zum Südlohner Ortsbild, hieß es dort damals. Das Grundstück sei eindeutig prägend für den Ortsteil und schon deshalb müsse die Planung der Politik vorgestellt werden.

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Auch die Häuser selbst fanden keinen Zuspruch: „Südlohn soll schließlich am Ende nicht aussehen wie Bottrop“, sagte etwa Hermann-Josef Frieling (CDU). Barbara Seidensticker-Beining (SPD) ergänzte: „Das ist nicht das, was wir an Wohnraum in der Gemeinde fördern wollen.“ Sie sprach von simplen Kisten, die aktuell in vielen Städten und Gemeinden gebaut werden und einander gleichen.

Im Gespräch mit unserer Redaktion betonte Michael Robers im Anschluss, dass er an der Planung nichts ändern wolle. Er sah sich im Recht. Schließlich habe er seine Planungen im Rathaus und beim Kreis vorgelegt. Die Kritik an der Gestaltung wollte er nicht hinnehmen: „Wir werden die Pläne nicht großartig ändern und eine Architektur entwickeln, hinter der wir nicht stehen“, erklärte er in dem Gespräch Ende März.

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Parallel führte er das Gespräch mit der Verwaltung, in dem er das noch einmal wiederholte. Dort fiel dann auch der Satz, der im Protokoll als Anmerkung festgehalten wurde.

Neues Gespräch mit Architekt und Vorstellung im Juni

Doch ganz so schlimm scheint es nicht zu werden. In der Sitzung an diesem Mittwoch konnte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann Alois Kahmen beruhigen. Ihre Drohung scheinen die Investoren vorerst nicht wahr machen zu wollen. „Wir hatten ein weiteres Gespräch mit dem Architekten“, erklärte Dirk Vahlmann.

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Darin sei vereinbart worden, dass Investoren und Architekt die Planung in der kommenden Ratssitzung vorstellen wollen – und sie wohl bis dahin auch noch einmal überarbeiten wollen. Dirk Vahlmann erklärte, dass alle Beteiligten um eine gemeinsame Lösung bemüht seien.

Investor will sich zu Plänen noch nicht näher äußern

Das bestätigt Michael Robers, einer der Investoren hinter dem Projekt, am Donnerstag auf Nachfrage unserer Redaktion. Zu Details möchte er sich noch nicht äußern und verweist lediglich auf die kommende Ratssitzung am 24. Juni. „Dort wollen wir über die Planungen diskutieren und gemeinsam nach einer Lösung suchen“, erklärt er.

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Im Februar wurde das ehemalige Wohnhaus des Tierarztes Terhedebrügge dort abgerissen. Auch die alten Bäume wurden gefällt. Seit dem hat sich auf dem zentral gelegenen Grundstück nichts mehr getan.

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