Das neue Kombibecken hat einen Durchmesser von 24 Metern und ein Volumen von 1552 Kubikmetern. Jeden Tag kommen rund 2000 Kubikmeter Abwasser am Zentralklärwerk an. Aktuell läuft mit dem neuen Becken noch der Testbetrieb. © Stephan Rape
Zentralklärwerk Südlohn

Neues Klärbecken läuft im Testbetrieb – nächste Baustelle steht an

Die Arbeiten sind abgeschlossen, der Testbetrieb läuft. Doch im frisch erweiterten Zentralklärwerk der Gemeinde stehen schon die nächsten Bauarbeiten an. Ende März wird dort wieder gearbeitet.

Es läuft am Zentralklärwerk der Gemeinde Südlohn. Das neu gebaute Kombiklärbecken befindet sich im Testbetrieb. Bisher sehr erfolgreich. Das sagen zumindest Bauamtsleiter Dirk Vahlmann und Michael Niehaus, der bei der Gemeinde Südlohn unter anderem für Tiefbau und Abwasser zuständig ist.

Aktuell müssten sich die theoretisch errechneten Werte auch in der Praxis beweisen. Ein paar Kleinigkeiten hier, ein paar Kinderkrankheiten da – bis der Betrieb optimal läuft, gebe es eben noch eine ganze Reihe von Stellschrauben. Ein Beispiel sei die Biologie: Bis die Bakterien, die den Schmutz im Abwasser zersetzen, optimal arbeiten könnten, würde es noch etwas dauern.

„Auch die Mitarbeiter müssen sich ja noch an die neue Anlage gewöhnen“, sagt Dirk Vahlmann. Wie lange der Testbetrieb noch genau dauert, mochte er nicht abschätzen.

Klärwerk für die nächsten Jahre sicher aufgestellt

Unter dem Strich sei das Klärwerk nun aber für die nächsten Jahre erst einmal sicher aufgestellt. „Die nächsten Baugebiete können kommen“, sagt Dirk Vahlmann lachend. Denn mit dem Ausbau wurde ja auch die Kapazität des Südlohner Zentralklärwerks deutlich erhöht: Der Einwohnergleichwert ist von rund 15.000 auf 22.600 gestiegen. Damit sei erst einmal genug Luft nach oben.

Apropos Luft: Unterirdisch wurden eine Menge neue Belüftungsleitungen gelegt. Zusätzlich wurden in einem Keller fünf neue Lufterzeuger aufgestellt. Sie komprimieren Luft und blasen sie von unten in die Klärbecken, damit die Bakterien genug Sauerstoff für ihre Arbeit haben. Die alten Lufterzeuger stammten noch aus den 1980er-Jahren. Sie sind mit den neuen Anlagen nicht nur von der Leistung, sondern auch vom Stromverbrauch kaum noch zu vergleichen.

„Wie der Hauptanschlusskasten“, erklärt Michael Niehaus die Niederspannungs-Hauptverteilung im Klärwerk der Gemeinde. Mit der Erweiterung wurde auch die komplette elektrische Versorgung erneuert und erweitert. © Stephan Rape © Stephan Rape

Und auch die Stromversorgung und -verteilung wurde komplett überarbeitet. „Das ist praktisch das Gleiche, was in einem Wohnhaus der Hausanschlusskasten ist“, sagt Michael Niehaus beim Blick in die Niederspannungs-Hauptverteilung. Und übertreibt damit maßlos: Die Schaltschränke für die Stromversorgung und -verteilung füllen einen Bau von der Größe einer sehr großzügigen Garage.

Michael Niehaus schränkt ein: „Ein Klärwerk ist ja eigentlich eine Dauerbaustelle“, sagt er. Schließlich müsse ständig etwas an der Technik ersetzt, ergänzt oder repariert werden. Die nächste große Aufgabe wird die Sanierung des alten Nachklärbeckens. Auch das wurde erst durch das neue Becken ermöglicht. „Wir müssen ja irgendwo mit dem Abwasser hin“, sagt Michael Niehaus. Jeden Tag kommen schließlich rund 2000 Kubikmeter Wasser am Klärwerk an.

Neue Personalräume sollen Ende März geliefert werden

Dabei stehen auch kurzfristig schon wieder die nächsten Arbeiten an: Ende März sollen die neuen Mobilräume für das Personal am Klärwerk eintreffen und aufgestellt werden. Der Bauausschuss hatte dafür gestimmt, die zusätzlichen Räume aufzustellen, um die vorhandenen Büro- und Pausenräume am Klärwerk zu erweitern. „Sie sind bestellt, wir warten auf die Lieferung“, erklärt Dirk Vahlmann. Auch das Fundament ist zwischen den bestehenden Anlagen dafür schon vorbereitet. Dann bekommen die fünf Mitarbeiter und ein Auszubildender mehr Platz als bisher.

Die haben übrigens auch ohne Baustellen genug zu tun: „Man darf sich ja jetzt auch nicht vorstellen, dass die Mitarbeiter den ganzen Tag nur hier an der Kläranlage beschäftigt sind“, sagt Michael Niehaus. Zu den Aufgaben des Abwasserbetriebs gehört schließlich auch die Wartung der übrigen Anlagen – und das ist eine ganze Menge: Rund 80 Kilometer Kanäle, 130 Hauspumpwerke, vier Regenbecken, zwei Überlaufbecken, zwei Haupt- und fünf Zwischenpumpwerke. Allein die letzten beiden werden täglich oder alle zwei Tage genau untersucht.

Noch keinen neuen Sachstand gibt es übrigens rund um die Idee, das Abwassernetz in Südlohn und Oeding neu zu organisieren. Das erklärt Dirk Vahlmann auf Nachfrage.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
Zur Autorenseite
Stephan Rape

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.