Trotz der Einschränkungen der Coronakrise ist die Zahl der standesamtlichen Hochzeiten in Südlohn stabil. Bei kirchlichen Trauungen sind die Menschen verhaltener. © picture alliance/dpa/dpa-tmn
Hochzeiten

Neun Ja-Worte im August: Standesbeamte in Südlohn haben aktuell viel zu tun

Die Auswirkungen der Coronakrise auf die Zahl der Hochzeiten sind unterschiedlich. Gerade in diesen Tagen herrscht gar Hochbetrieb im Standesamt. Vor den Traualtaren ist die Lage anders.

Die Prognosen scheinen sich zu bewahrheiten: Der Wunsch, sich in diesem Jahr das Ja-Wort zu geben, ist groß. Das spiegeln die Zahlen wider, die das Standesamt der Gemeinde Südlohn mitteilen kann. Bei bis dato bereits 30 Trauungen laufe alles auf ein „überdurchschnittliches Jahr“ hinaus, wie Matthias Lüke, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales, auf Nachfrage berichtet. Gerade im Spätsommer sei die Zahl die Anmeldungen derzeit hoch.

38 Mal waren im vergangenen Jahr Paare vor die Standesbeamten in Südlohn getreten. Ein an den Rahmenbedingungen im Jahr 2020 gemessen sehr ordentlicher Wert. Bei rund 40 im Jahr liege der Durchschnittswert, erklärt Lüke. Stand heute seien bereits 30 Trauungen im laufenden Jahr vorgenommen worden. Und vier Monate stehen noch aus. „Gerade der August ist schon heftig“, weiß der Ordnungsamtsleiter zu berichten.

Allein neun Termine waren oder sind für diesen Monat angemeldet. „Und für September gibt es schon weitere fünf offene Termine“, ergänzt Matthias Lüke. Und er könnte sich durchaus vorstellen, dass noch kurzfristig Anmeldungen erfolgten – „nicht ungewöhnlich“, wie er mitteilt. Absagen habe es 2021 noch keine gegeben.

Zahlen sind trotz Corona stabil

Dass die Zahlen durch Corona im Vorjahr nicht eingebrochen sind, das könne mit dem Umstand zusammenhängen, dass viele erst einmal im kleinen Kreis gefeiert hätten, um später im größeren Rahmen einzuladen, so Lüke. Das könne sich nun auch auf das laufende Jahr auswirken. „Die Vorgaben lassen es ja jetzt auch zu“, verweist Matthias Lüke auch auf die ab Freitag gültige Fassung der Coronaschutzverordnung für NRW.

So kann bei einem aktuellen Inzidenzwert von über 35 unter der Vorgabe, nur Geimpfte und Genesene sowie Gäste mit negativem PCR-Test zuzulassen, in Gesellschaften gefeiert werden – auch mit Tanz. „Der Aufwand ist sicherlich höher“, weiß Lüke. Bei vielen überwiegt derzeit augenscheinlich der Wunsch zu feiern. Manche reagierten auch kurzfristig auf die sich verändernden Vorgaben.

Eine Location für standesamtliche Trauungen ist das Burghotel Pass. Theo Pass kann bestätigen, dass coronabedingte Auswirkungen nicht wirklich spürbar seien: „Die Zahlen bewegen sich im Rahmen.“ Er denke auch, dass in den vergangenen Monaten aufgrund der ungewissen, sich ständig verändernden Lagen reduziertere Gesellschaften vorgezogen wurden, bestenfalls im Freien.

Kaum kirchliche Hochzeiten in 2021

Deutlich verhaltener stellt sich die Situation bei den kirchlichen Trauungen dar. Aufgrund der Ungewissheit habe es auch Absagen gegeben – auch in diesem Jahr, berichtet zum Beispiel Brigitte Bergerbusch aus dem Pfarrbüro St. Vitus & St. Jakobus. Das hänge letztlich auch mit den zum Teil sehr eingeschränkten Möglichkeiten von Feiern in den Kirchen zusammen. „Viele treten dann erst einmal nur vor den Standesbeamten – gerade wenn sie schon mal den Termin verschieben mussten“, meint die Pfarrsekretärin. Einzelne Hochzeiten seien aber dennoch weiter zu vermelden.

Dieses Bild kann Ursula Hops vom Gemeindebüro Oeding der Evangelischen Kirchengemeinde Oeding-Stadtlohn-Vreden bestätigen. Erst für Dezember habe man einen Termin verbucht – ansonsten seien viele Trauungen verschoben worden. „Einige haben ihre Hochzeit gleich von 2020 auf 2022 verlegt“, berichtet sie.

Aufgrund der sich immer wieder verändernden Rahmenbedingungen fehle auch die Ruhe und Sicherheit für eine verlässliche Planung. Bei kirchlichen Trauungen wird schließlich auch oft „größer gefeiert“. Ähnlich sehe die Lage bei Taufen aus – man habe ganze 21 Personen in die Kirche einlassen dürfen. Da habe man übergangsweise auch Optionen im Freien geschaffen.

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