In Südlohn werden an den beiden Sonntagen nach Ostern vier Erstkommuniongottesdienste gefeiert (Symbolbild). Das trifft nicht auf das Verständnis aller Eltern. © dpa
Erstkommunion

Nicht alle Eltern haben Verständnis für Erstkommunions-Gottesdienste

An den beiden Sonntagen nach Ostern werden in der Vituskirche vier Erstkommunions-Gottesdienste gefeiert. Manche Eltern halten das mitten in der Corona-Pandemie für die falsche Entscheidung.

Der weiße Sonntag ist der traditionelle Termin für die Erstkommunion in Südlohn. Auch in diesem Jahr – trotz Corona. Pastor Stefan Scho hat sich dafür entschieden. 2020 waren die Termine verschoben worden. Das wollte er in diesem Jahr vermeiden, sagt er.

Marcel Dziuba hat sich an die Redaktion gewandt und spricht für einen Teil der Elternschaft, denen trotz allem eine Verschiebung lieber gewesen wäre. Es gehe auch, aber nicht nur um die große Familienfeier, die wegen Corona nicht möglich ist: Auch rund um den Gottesdienst würde es ja schon schwierig.

Vier Leute dürfen mit in die Kirche – Eltern müssen auswählen

Neben Eltern und Geschwistern darf das Kommunionkind vier Personen zum Gottesdienst mitbringen. „Zwei Opas, zwei Omas – und die Paten bleiben draußen?“ fragt der Südlohner. Er sieht die Eltern in der misslichen Lage, da jetzt auszuwählen. Nach dem Gottesdienst sollen alle schnell weg von der Kirche, Zusammenstehen ist nicht erlaubt.

Und nach Hause darf nur eine Person zu Besuch kommen. „Was glauben Sie denn, wie viele sich da dran halten?“, fragt der Südlohner. Und selbst wenn rein ordnungsrechtlich jeweils nur eine Person zu Besuch sei: Es sei zu befürchten, dass einige zum Gratulieren kämen. Nacheinander. „Genau so etwas sollte doch vermieden werden in der Pandemie“, betont er.

In der Umgebung wird die Erstkommunion verschoben

Marcel Dziuba ist sauer und hat kein Verständnis dafür, dass nicht wie in Velen- Ramsdorf oder Stadtlohn Alternativen geboten werden. Pastor Stefan Scho sagt im Telefonat mit der Redaktion, er wolle die Kommunionsgottesdienste abhalten, „weil wir es können“, und nicht wieder verschieben. „Eine Kommunion aus Oeding wird jetzt erst im Mai nachgeholt“, sagt er mit Blick aufs Vorjahr. „Alles ein Geschiebe.“

Es sei insgesamt vieles unsicher in Corona-Zeiten, deswegen habe er sich entschieden, am traditionellen Termin festzuhalten. Auch in Oeding, wo in sechs Wochen Erstkommunions-Gottesdienste gefeiert werden.

Dass einige Familien gerne verschoben hätten – „das kann ich verstehen. Aber sonst kommen wir nicht zurecht“, betont er nochmals. Für die knapp 40 Kommunionkinder werden vier Gottesdienste gefeiert, „extra in kleineren Gruppen“. So, wie sie abgehalten werden dürfen nach Abstands- und Hygieneregeln. Dass die „große Feier“ nicht am Tag des Gottesdienstes stattfinden könne, tue ihm ja auch leid.

Bistum: Entscheidung trifft die Pfarrei vor Ort

Einige Eltern aus Südlohn hatten sich sogar ans Bistum gewandt mit der Frage, ob Erstkommunions-Gottesdienste aktuell gefeiert werden sollten. Dabei erhielten sie die gleiche Antwort wie die Redaktion: Die Entscheidung über die Durchführung oder Absage treffe die jeweilige Pfarrei vor Ort. „Wir gehen davon aus, dass die Verantwortlichen in unseren Pfarreien alles tun, um die Erstkommunionfeiern für alle Beteiligten sicher zu gestalten“, teilte Gudrun Niewöhner für das Bistum mit.

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Anne Winter-Weckenbrock

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