Einige KAB-Aktive sitzen oder stehen an Ausgabestationen, andere sind die „Läufer": Der Rundlauf dauert nicht mal eine Minute - dann ist die Tüte gefüllt mit gesunden und süßen Leckereien. © Anne Winter-Weckenbrock
Nikolaus in Südlohn

Nikolaustüten packen: Eingespieltes Team diesmal mit Maske und Abstand

Wenigstens einen süßen Gruß soll der Nikolaus in diesem Jahr bringen, wo alles anders ist wegen Corona. Die KAB Südlohn hat wie immer die Tüten gepackt. Aber sonst war und wird alles anders.

Dienstagabend im Saal Terhörne: Es ist wie überall zu Coronazeiten: Mit Mund-Nasen-Schutz eintreten, Hände desinfizieren und seinen Namen und die Telefonnummer in eine Liste eintragen. Das haben die rund 40 Erwachsenen und Jugendlichen als erstes gemacht, dann geht es ans Tütenfüllen. Das Nikolaustütenpacken steht an, schon wie seit Jahrzehnten bei der KAB.

Günter Wehning (r.) leitet seit zwölf Jahren das Nikolausteam der KAB Südlohn. Die Tüte, mit denen die Kinder und Senioren in Südlohn beschert werden, wurden am Dienstag in einer Gemeinschaftsaktion gepackt.
Günter Wehning (r.) leitet seit zwölf Jahren das Nikolausteam der KAB Südlohn. Die Tüte, mit denen die Kinder und Senioren in Südlohn beschert werden, wurden am Dienstag in einer Gemeinschaftsaktion gepackt. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

Und trotz Corona haben sich viele Ehrenamtliche aus der KAB und auch einige deren Kinder auf den Weg zu Terhörne gemacht. Für die Aktion gab es eine Genehmigung vom Ordnungsamt. Organisationschef Günter Wehning zeigt auf die Schutzmasken: Er hat für reichlich Ersatz gesorgt, sollte eine reißen.

Geschäftige und konzentrierte Atmosphäre

Die Stationen mit Äpfeln, Schokoriegeln oder Spekulatius sind alle im Abstand von mindestens 1,50 Meter zueinander aufgebaut. Die „Läufer“, die eine Runde nach der anderen drehen, damit die Tüte sich füllt, versuchen auch so gut es geht drauf zu achten, dass sie sich nicht näher kommen, als es sein muss. Es herrscht eine geschäftige, konzentrierte Atmosphäre.

Bei Clemens Wiggering fängt alles an. Er teilt die Tüten aus. Dieses Jahr wieder Plastiktüten. Eigentlich hatte die KAB auf wiederverwendbare Jutesäcke umgestellt und diese nach den Umzügen wieder eingesammelt. „Aber wegen Corona…“, sagt Clemens Wiggering, der gar nicht weiß, wie lange er diesen Job schon macht. Jahrzehnte, schätzt er und ein Schmunzeln unterm Mundschutz ist zu erahnen.

Ablauf ist generalstabsmäßig vorbereitet

Der Ablauf beim Tütenpacken ist generalstabsmäßig und auf der Basis von jahrzehntelangen Erfahrungen organisiert. Um 15 Uhr sind die ersten da und packen zum Beispiel die angelieferten Spekulatius in kleine Tüten um. „Wir besorgen immer alles aus einheimischen Geschäften“, betont Günther Wehning.

Diese liefern auch nachmittags Nüsse, Schokoriegel, Äpfel und Mandarinen an.

Bezahlt hat den Inhalt der süßen Tüten diesmal die Gemeinde. Denn wegen Corona konnten die KAB-Aktiven nicht wie sonst von Haus zu Haus gehen und Geld sammeln. „So kann diese schöne Tradition wenigstens in Teilen aufrecht erhalten bleiben“, betont Günter Wehning, wie dankbar alle für den Ratsbeschluss sind.

Denn der wohl schönste Teil der Tradition, der Umzug, musste abgesagt werden. Das Nikolaus-Team der KAB musste sich etwas einfallen lassen, um doch noch für etwas Freude zu sorgen. So werden in diesem Jahr alle Kinder aus den vier Kindergärten, die Vitusschüler und die Bewohner der drei Altenheime beschenkt. „Sonst sind es auch Kleinstkinder, Kinder der weiterführenden Schulen bis Klasse 10 und die älteren Mitbürger über 80 Jahre“, zählt Günter Wehning auf.

Nikolaus spricht in der Vitusschule live per Videoübertragung

Die Tüten werden in den Kindergärten von den Erzieherinnen, in der Schule von den Lehrkräften und in den Seniorenheimen von den Einrichtungsleitungen überreicht. Immerhin: Die digital gut ausgestattete St.-Vitus-Grundschule bekommt Besuch vom Nikolaus und Knecht Ruprecht, der am Freitagmorgen live per Videochat zu den Kindern spricht. Er wird dann auf den digitalen Tafeln in den Klassenräumen zu sehen sein.

„Nur“ 720 Nikolaustüten – sonst werden 1400 gepackt

An diesem Dienstag im Corona-Jahr 2020 müssen die KAB-Aktiven nur 720 Tüten statt der sonst üblichen 1400 packen. Alles läuft routiniert, nach einem schnellen Rundlauf ist die Tüte mit hochwertigen Leckereien gefüllt. Für die Kinder kommt auch noch ein Gutschein für eine Kugel Eis hinein, bei den Tüten für die Senioren wird auf Nüsse verzichtet. Da muss auf einiges geachtet werden.

Die „Läufer“ drehen Runde für Runde, die Kartons füllen sich mit Tüten. Es ist eine Aufgabe, die trotz Maske Spaß macht. Aber noch schöner wäre es, wenn man bei der Übergabe der Tüten in leuchtende Kinderaugen gucken könnte. „Alle hoffen, dass 2021 der Nikolaus wieder mit einem großem Umzug abgeholt werden kann“, spricht Günter Wehning für alle.

Über die Autorin
Redaktion Ahaus
Hat besondere Freude daran, das Besondere im Alltäglichen zu entdecken
Zur Autorenseite
Anne Winter-Weckenbrock

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt