Obstbäume warten auf den richtigen Schnitt

Seminar der Biostation Zwillbrock

Wie sich Obstbäume richtig beschneiden lassen, erfuhren die Seminarteilnehmer von Christoph Lünterbusch. Dabei gab es auch Überraschendes.

Südlohn

25.02.2018, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viele Tipps hatte Christoph Lünterbusch auf Lager.

Viele Tipps hatte Christoph Lünterbusch auf Lager. © Stefan Hubbeling

Die Biostation Zwillbrock lud am Samstag zum Seminar Einführung in den Obstbaumschnitt ein. Gut 30 Seminarteilnehmer ließen es sich nicht nehmen, sich professionell beraten zu lassen.

Am Samstag trafen sich die interessierten Hobbygärtner vor dem Haus Wilmers in Südlohn, um das Kötterhaus Sodmann zu besuchen. Der theoretische Teil des Seminars wurde, bei Kaffee und Gebäck, auf der Tenne des schmuckvollen Bauernhauses abgehalten. „Bisher habe ich immer nur die vermeintlich kranken Äste herausgeschnitten. Ob das reicht, werde ich heute erfahren“, hoffte ein Seminarbesucher.

Studierter Biologe

Der studierte Biologe Dr. Christoph Lünterbusch, der mittlerweile am Missionsgymnasium St. Antonius im Kloster Bardel Biologie und Chemie lehrt, zeigte in seinem Vortrag, worauf es ankommt. Jungbäume müssen beispielsweise häufiger beschnitten werden als die älteren Artgenossen. „So gewährleistet man bei den Jungbäumen das Gleichgewicht zwischen dem Fruchten und dem Wachstum“, erklärte Dr. Christoph Lünterbusch.

Mit einer bestimmten Beschneidung kann der Gärtner außerdem das Erscheinungsbild eines Baumes beeinflussen. „Schneidet man mehr die äußeren schwachen Äste ab wird die Baumkrone umfangreicher. Schneidet man mehr aus der Kronenmitte heraus, dann wird die Baumkrone dichter“, führte Christoph Lünterbusch aus. Das liegt daran, dass die abgeschnittene Stelle rasanter nachwächst.

Christoph Lünterbusch demonstrierte das theoretische Wissen im Garten des Kötterhauses auch praktisch.

Christoph Lünterbusch demonstrierte das theoretische Wissen im Garten des Kötterhauses auch praktisch. © Stefan Hubbeling

Neben dem Gleichgewicht, das der junge Obstbaum durch Beschneidung zwischen dem Fruchten und dem Wachstum erlangen soll, fördert der Winterschnitt vor allem das Wachstum des Baumes. Dem entgegen wirkt der Sommerschnitt. Der Schnitt in den Sommermonaten wirkt als eine Art Triebbremse. „So kann der Baumbesitzer gezielt den Baumwuchs steuern“, analysierte Dr. Christoph Lünterbusch.

Natürlich sollen vornehmlich die schwächsten und kranken Äste herausgeschnitten werden“, klärte Christoph Lünterbusch auf. Somit werden nicht nur die schwächsten Glieder eines Baumes beseitigt, sondern auch die Sonne verstärkt auf die starken und gesunden Baumteile gelenkt.

Im Kötterhausgarten

Schneidtechnisch ist zudem wichtig, dass das Schneidwerkzeug weder die Baumrinde noch den anliegenden Stamm oder Ast quetscht. „Bei einer Quetschung kappt der Gartenfreund dem Ast am Baum seine Wachstumsader ab. Zwischen Rinde und Astholz existieren nämlich die Elemente, die bei dem Ast für das Nachwachsen verantwortlich sind.

Deswegen ist es wichtig, sich bei dem Schneidwerkzeug beraten zu lassen“, sagte Christoph Lünterbusch. Der praktische Teil des Seminars wurde dann im Garten des Kötterhauses abgehalten, wo das gerade Erlernte von Dr. Christoph Lünterbusch fachgerecht an vier Obstbäumen demonstriert wurde.

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