Oedinger feiern sonniges Kirchweihfest

23.09.2007, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Oeding Im südlichen Kärnten sagen die Leute: "Das ist ein Wetter zum Kirchweih feiern", wenn die Sonne mal wieder so richtig vom Himmel lacht.

Und genau so waren die äußeren Bedingungen, als sich die Besucher des Halb-Elf-Hochamtes nach dem Gottesdienst draußen vor dem Westportal trafen, um das 100-jährige Bestehen ihrer Jakobus-Kirchengemeinde zu feiern.

Alles hatte 1907 begonnen, genauer: am 19. März des Jahres. Eine Urkunde des damaligen Bischofs Hermann Dingelstad von Münster mit eben diesem Datum bestätigte die Erhebung der Filiale Oeding zur selbstständigen Pfarrei. Im Sütterlin-Originaltext heißt es: "Die zur Pfarre Südlohn gehörende Filiale Oeding im Kreise Ahaus wird nach Anhörung aller Beteiligten von ihrem bisherigen Pfarrverband abgetrennt und zu einer selbstständigen Pfarre von uns erhoben. Gegenwärtige Urkunde tritt am 25. März 1907 in Kraft."

Pastoratsbau

Man hatte in der Grenzgemeinde auch bereits im März des gleichen Jahres mit dem Bau des neuen Pastorats angefangen. Außerdem hatte sich längst heraus gestellt, dass die alte Kapelle aus dem 18. Jahrhundert am Burgring - dort, wo heute das Ehrenmal steht - inzwischen längst zu klein geworden war, um speziell an den Sonn- und Feiertagen den vielen Gläubigen auch nur notdürftig Platz zu bieten. Ein größerer und repräsentativerer Neubau musste also her.

Der ursprüngliche Plan, die neue Kirche wieder am alten Platz - am Burgring - zu bau-en, erwies sich als undurch-führbar, da erstens der Platz nicht reichte, zweitens der Baugrund zu schlecht war. Daher fiel im Jahr 1910 die Entscheidung, die neue Jako-bus-Kirche an heutiger Stelle, nördlich der damaligen "Kleistegge", zu bauen. Am 18. September 1910 erfolgte die Grundsteinlegung, und schon im folgenden Jahr, am 27. September 1911, konnte der damalige Weihbischof Ever-hard Illigens den im neoromanischen Stil errichteten Bau einweihen.

Kapelle versteigert

Die alte Kapelle am Burgring hingegen wurde 1919 auf Abbruch versteigert, weil sich keine geeignete Nutzung gefunden hatte. Die mächtige Jakobus-Kirche an gleichnamiger Straße hat sich gemeinsam mit dem alten Burgturm vis á vis längst zum Wahrzeichen der Grenzgemeinde entwickelt. An diesem sonnigen Sonntagmorgen hatten die Mitglieder des Gemeinderates weißgedeckte Tische mit Brot und Wein für die Kirchgänger vorbereitet, dazu Kuchen, dessen Erlös an die Ahauser Nothilfe geht. Und der Kommentar einer der Kirchenbesucher: "Man sollte öfter Kirchweih feiern, erst recht bei dem Wetter." geo

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