Meinung

Plastikverbot der EU reicht nicht aus, ein Einweg-Verbot muss her

Zahlreiche Plastikprodukte sind seit Anfang Juli verboten. Die Richtung stimmt, aber der Schritt ist viel zu klein, findet Redakteurin Victoria Garwer. Ein Kommentar.
In der Bäckerei Tenk-Bomkamp kann neben einem Pappbecher auch ein Mehrweg-To-Go-Becher gewählt werden. © Michael Schley

Plastikverbot, das klingt radikal. Doch das, was jetzt in Kraft tritt, ist eigentlich nur ein Plastikverbötchen. Denn die EU-Richtlinie betrifft nur zehn Produkte. Gleichzeitig bleibt also vieles erlaubt. Zum Beispiel Luftballons, die als reines Luxusprodukt in den Himmel steigen und irgendwo in der Natur wieder runterkommen. Oder die klassischen To-Go-Kaffeebecher mit Kunststoffbeschichtung, die tonnenweise jeden Tag genutzt werden.

Besser als so ein Plastikverbötchen wäre ein Einweg-Verbot. Denn auch wenn der Teller oder die Burger-Verpackung nicht aus Plastik sind, sind die Alternativen aus Papier, Bambus oder Palmblättern nicht automatisch nachhaltig. Hier wird mit viel Energie aus teils exotischen Rohstoffen ein Produkt gemacht, das nur ein einziges Mal genutzt wird.

Gastronomie muss ein Pfandsystem anbieten

Mehrweg ist die Zukunft. Jede Imbissbude und jedes Restaurant muss Speisen in wieder verwendbaren Schalen anbieten. Das funktioniert gut über ein Pfandsystem. Gleichzeitig müssen Einwegprodukte unattraktiv werden, zum Beispiel über den Preis. Wenn das nicht klappt, muss die EU eben ein Einweg-Verbot aussprechen.

Übrigens: Es gibt durchaus Bereiche, in denen Plastik unverzichtbar ist. In der Medizin zum Beispiel. Dort gibt es schlichtweg keine sterilen Alternativen. Aber auf den Luftballon, den Plastikstrohhalm oder den To-Go-Kaffeebecher kann man nun wirklich verzichten.

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