Politik verschiebt das große Konzept für die Ortskerne noch einmal um vier Wochen

mlzKulturbürgerhaus

Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ist noch nicht beschlossen. Die CDU-Fraktion hat noch Fragen, wie es mit dem Kulturbürgerhaus Tonart und der Oase weitergeht.

Südlohn

, 08.02.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eigentlich wollte der Rat in seiner Sitzung am Mittwochabend das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) verabschieden. Doch dann kam noch einmal das geplante Kulturbürgerhaus „Tonart“ im Südlohner Ortskern dazwischen: Das war vor Jahren der Ursprung, um überhaupt in eine Rahmenplanung für die beiden Ortsteile einzusteigen. Nur mit dem umfassenden Konzept ist es möglich, Fördergelder zu beantragen.

SPD zieht Antrag zurück

Ursprünglich wollte Rita Penno (SPD) mit einem Antrag 90.000 Euro in den Haushalt einstellen, um damit die weitere Planung für das Tonart-Projekt anzuschieben. Den Antrag zog sie jedoch zu Beginn der Sitzung wieder zurück. Denn: In einem Gespräch zwischen den Spitzen der Ratsfraktionen hatte Bürgermeister Christian Vedder in der vergangenen Woche unter anderem auch über das Kulturbürgerhaus unterhalten. Und dabei offenbar noch einige offene Fragen zurückbehalten.

Hermann-Josef Frieling will Jugendwerk schützen

Die fasste Hermann-Josef Frieling (CDU) zusammen: „Anscheinend soll dort die gesamte Fläche bebaut werden. Damit wäre das Jugendwerk existenziell gefährdet“, so Frieling. Und so einer Planung werde er auf keinen Fall zustimmen. Frieling: Er sei ja dafür, das ISEK zu beschließen, aber das Jugendwerk müsse geschützt werden. „Niemand weiß bisher, dass die Oase und die Werkstatt Rieken weg sollen“, erklärte er. Er sah die Planung für das Kulturbürgerhaus am Standort des alten Vereinshauses kritisch.

Er hatte seinerseits einen Antrag eingereicht, zu prüfen, ob ein Kulturbürgerhaus nicht auch im Gebäude der ehemaligen Roncalli-Hauptschule umgesetzt werden könnte. Um auch dort Fördermittel zu beantragen, müsste aber das Untersuchungsgebiet für das ISEK ausgeweitet werden. Das umfasst aktuell nämlich nur die beiden Ortskerne sowie die Schlinge als Verbindung zwischen Südlohn und Oeding. Vorteil an dem neuen Standort sei, dass das gesamte Gelände bereits der Gemeinde gehöre.

Siegfried Reckers (SPD) konnte sich sogar für die Idee der CDU erwärmen. „Ich finde die Idee, das Kulturbürgerhaus in der Hauptschule zu errichten, gar nicht schlecht“, sagt er. Aber er entscheide eben nicht nur für den Ortsteil Südlohn, sondern auch für Oeding. „Wenn ihr das vor zwei Jahren gebracht hättet, wäre das etwas anderes“, sagte er in Richtung der CDU-Fraktion.

Erweiterung des ISEK ist vor Einreichung schwierig

Die Erweiterung wiederum warf für Bürgermeister Christian Vedder einige Fragen auf. Weil das ISEK noch nicht eingereicht sei, wären Änderungen zum jetzigen Zeitpunkt schwierig, erklärte er. Nachträglich könnten Änderungen eingereicht werden. Jetzt das Planungsgebiet auszuweiten, ziehe ein längeres Verfahren nach sich. Sogar eine erneute Bürgerbeteiligung könnte notwendig werden.

Am Ende stand eine Verschiebung: In der Ratssitzung in vier Wochen will sich die Politik noch einmal über das ISEK unterhalten. Bis dahin soll die Verwaltung mit der Bezirksregierung klären, ob das Gebiet auf die ehemalige Hauptschule ausgeweitet werden kann. Zusätzlich soll auch der Bereich Ramsdorfer Straße – das Gelände der ehemaligen Fabrik Deelmann – mit betrachtet werden. In der nächsten Ratssitzung soll das ISEK dann wieder auf die Tagesordnung kommen.

Vereinsvorsitzender freut sich über Fortschritte in der Planung

Manfred Wanning, Vorsitzender des Trägervereins Kulturbürgerhaus, sieht die Sache am Donnerstag nach der Sitzung gelassen: „Es wurde viel über das ‚Wie‘ und ‚Wann‘ gesprochen“, sagt er. Niemand habe jedoch über ein „Ob“ oder „Warum“ geredet. „Das ist gut“, sagt Wanning. Seit vier Jahren sei er wegen des Projektes Achterbahnfahrten gewohnt. Doch: „Es ist ein gutes Zeichen, dass sich etwas bewegt“, erklärt er.

Einer Aussage aus der Sitzung schiebt er dann aber doch noch einen Riegel vor: Dass der Verein plane, das Jugendhaus Oase zu verdrängen oder restlos alles abzureißen, sei grundweg falsch. Weder Oase noch die ehemalige Werkstatt Rieken sollen komplett verschwinden. „Wir machen uns seit vier oder fünf Jahren Gedanken um dieses Grundstück“, erklärt er. Die größte Planung des Vereins sei, das Jugendhaus in die alte Werkstatt Rieken umziehen zu lassen. Auch das sei aber erst eine vage Idee. Wichtig ist ihm: „Es soll etwas Gemeinsames entstehen. Vielleicht eine Art Campus.“ Auch das sei aber ja keine neue Idee. Ähnliche Pläne hatte er bereits im vergangenen Oktober vorgestellt

Er findet es gut, dass die Politik die Entscheidung noch einmal verschoben hat. „Wir müssen uns alle Möglichkeiten anschauen“, sagt er. Letzten Endes gehe es eben auch um Förder- und Gemeindegelder.

  • Im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept sind insgesamt 32 Projekte zusammengefasst, mit denen die beiden Ortsteile weiterentwickelt werden sollen.
  • Es wurde über mehrere Jahre von einem Fachbüro in Zusammenarbeit der Verwaltung und unter der Beteiligung vieler Südlohner und Oedinger erarbeitet. Die Planungen des ISEK dienen als Grundlage, um in Zukunft verschiedene Fördertöpfe für Projekte im Ort nutzen zu können.
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt