Projekt will Kunst und Landwirtschaft verbinden

"Luurn bi de Buern"

Kunst und Landwirtschaft - was auf den ersten Blick wie das Zusammentreffen fremder Welten erscheint, soll bald ein Zusammenspiel werden. Das hat sich das aus Südlohn stammende Künstlerpaar Daniela Schlüter und Stefan Demming zur Aufgabe gemacht. Auf dem Hof Schlüter in Eschlohn entsteht für das Projekt "Luurn bi de Buern" ein Atelier.

SÜDLOHN

, 25.06.2014, 18:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit anderen Worten: Die Künstler schauen sich an, wie Landwirtschaft arbeitet und gelebt wird und setzen ihre Eindrücke künstlerisch um. „Das sind ja auch politisch hoch emotionale Diskussionen, die heute um Landwirtschaft geführt werden“, sagt Stefan Demming. Als Künstler hätten sie auch einen kritischen Anspruch in ihrer Auseinandersetzung mit der Thematik. Aber: „Wir versuchen, beide Seiten zu sehen.“ Hinsehen und einander zuhören – darum gehe es. „Wir wollen eine objektive Darstellung von dem, was ist“, sagt Daniela Schlüter. „So objektiv wie wir können.“ Und beide Seiten sollen davon profitieren. „Im ländlichen Raum wird Kunst oft nicht ernst genommen“, meint Demming. „Wir betreiben es so, dass es eine Auseinandersetzung mit sich bringt. Die Idee ist nicht, eine Scheune aufzuhübschen, indem wir ein paar schöne Bilder reinhängen.“

Im Gegenteil: In der Praxis sieht das so aus, dass die beiden Künstler auf sechs Bauernhöfen, von denen drei noch aktiv bewirtschaftet werden, Ausstellungen mit begleitenden Events zum Thema veranstalten. Das ist mal etwa Demmings „Aufblasgemüse in Aktion“, mal das Erstellen von Holzschnittdrucken mit der Wiesenwalze, mal eine Podiumsdiskussion, mal Blasmusik, mal Kuh-Kabarett. Parallel sollen die Besucher unmittelbaren Zugang zum „echten“ Landleben bekommen. Schlüter: „Uns geht es um Dialog.“ Kunst sei immer ein Dialogangebot, meint Demming. „Es ist immer auch ein subjektiver Kommentar“, sagt er. „Man kann darüber lachen, darüber streiten, es sogar doof finden.“ Inzwischen wird der Kreis der Künstler, die sich am Projekt beteiligen, immer größer. „Im Zuge unserer Recherchen sind wir auf andere gestoßen“, erklärt Demming. „Und die Liste ist noch nicht komplett.“

  • Sonntag, 29. Juni: Tag des offenen Hofes in Kooperation mit dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband auf dem Hof Gesing in Heiden.
  • Samstag, 12. Juli, 19 Uhr: Atelier-Eröffnung auf dem Hof Schlüter mit „Danz op de Dael“.
  • Sonntag, 13. Juli, 13 Uhr: Ausstellung und Gesprächsrunde „Heißes Eisen Landwirtschaft“; 15 bis 17 Uhr Musikkapelle Südlohn, „Plantage#5“; Holzschnittdrucke mit Wiesenwalze, Malperformance „Landwirtschaft in Öl“ mit Marc Westermann von 16 bis 19 Uhr.
  • Sonntag, 7. September, 11 Uhr: „Über den Kühen von Münster“ auf dem Hof Leonard Große Kintrup in Handorf mit Aufblasplantage, Wiesenwalze und Diskussionsrunde auf der Besucherplattform im Kuhstall, dazu Kuh-Kabarett mit Irmhild Willenbrink und Marcus Fischer und Ausstellung von „Platte-T-Shirts“ – bedruckten T-Shirts mit Sprüchen auf Platt, wie zum Beispiel „Kräggel holl‘n!“ (Munter bleiben!).
  • Freitag, 10. Oktober bis Sonntag, 26. Oktober: Ausstellung im Künstlerdorf Schöppingen mit Eröffnung am 10. Oktober, 19 Uhr. Ab 20 Uhr Kuh-Kabarett mit Imrhild Willenbrink und Marcus Fischer.
  • März 2015: Ausstellung im Kloster Bentlage in Rheine.
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