„Prüfen, ob noch was zu machen ist“

Stimmen der Fraktionen

Das Aus für die Hauptschule in Südlohn scheint besiegelt. Die politischen Parteien sind enttäuscht über die nicht erteilte Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung. Doch letztendlich entscheide schließlich der Elternwille - und der will keine Hauptschule auf dem Zeugnis.

SÜDLOHN

, 27.03.2015, 18:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schüler gehen in die Roncalli-Schule in Südlohn.

Schüler gehen in die Roncalli-Schule in Südlohn.

CDU-Fraktion

"Für mich ist die Entscheidung der Bezirksregierung nicht nachvollziehbar", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann-Josef Frieling. Man habe die Roncalli-Schule stets positiv begleitet und gehofft, dass die Bezirksregierung noch für zwölf Monate zustimmt. "Für die Eltern, Kinder und Gemeinde ist die Entscheidung desaströs", so Frieling. "Die Folgen sind noch gar nicht abzusehen." Man müsse innerhalb der Fraktion prüfen, ob noch was zu machen sei. "Hoffnung habe ich aber nicht." Denn: "Die Schulform Hauptschule ist wohl nicht mehr erwünscht. Allerdings hat sie sich im ländlichen Raum stets bewährt", so Frieling.

Bündnis 90/Die Grünen

"Es war damit zu rechnen, dass unsere Schule über kurz oder lang schließen muss. Um genau zu sein, fehlen ja nicht nur drei Schüler, es fehlt insgesamt eine gesamte Klasse", sagte Maik van de Sand, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Im Regelfall müsse eine Hauptschule zwei Eingangsklassen haben. "Wir sind in den letzten Jahren demnach schon mit Ausnahmegenehmigung gefahren. Quasi eine Duldung und irgendwann geht auch diese zu Ende", so van de Sand. Viele Eltern wollten den besten Bildungsabschluss für ihre Kinder - und da passe ein Hauptschulzeugnis nicht mehr ins Konzept.

FDP-Fraktion

Äußerst tragisch findet auch FDP-Fraktionschef Jörg Schlechter die Entscheidung gegen die Roncalli-Schule. "Wir haben jetzt keine Möglichkeiten mehr, da noch etwas zu unternehmen", sagt Schlechter. Traurig sei vor allem, dass viele Eltern ihre Kinder "bloß nicht auf eine Hauptschule" schicken wollen. "Viele wissen sicherlich nicht einmal, dass man auch nach der Hauptschule noch das Abi machen kann", so Schlechter. Für Südlohn fehle nun ein weiterer Faktor, nach in den Ort zu ziehen.

SPD-Fraktion

"Die Entscheidung der Bezirksregierung war abzusehen", sagt SPD-Vorsitzender Rolf Stödtke auf Anfrage. Dass der Rat jetzt noch das Blatt wenden könne, davon geht Stödtke nicht aus. "Wir hätten schon vor Jahren handeln müssen. Beispielsweise viel früher die Kooperation mit Betrieben suchen sollen." Schließlich gibt es immer wieder Schüler, die vielleicht nicht gut in Lesen und Rechnen sind, aber handwerklich sehr begabt sind. "Die haben nun kaum noch eine Chance", so Stödtke.

UWG

Bedauerlich findet auch Karin Schmittmann, Fraktionschefin der UWG, die Entscheidung. "Das Problem ist, dass die Hauptschulen an den Eingangsklassen gemessen werden. Viele Schüler kommen erst nach der Erprobungsstufe zurück auf die Hauptschule und fühlen sich dort dann gut aufgehoben", so Schmittmann. Dann würde es im Schnitt auch wieder mit der Zweizügigkeit passen. Dass an der Roncalli-Schule gute Arbeit gemacht werde, wüssten auch die Eltern und umliegenden Betriebe, so Schmittmann. Doch würden sich die Schüler außerhalb der Region bewerben, stehe da "nur" Hauptschule auf dem Zeugnis - für viele ein K.O.-Kriterium.

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