Jörg Eggink und sein Sohn Jarne (5) an der viel befahrenen Baumwollstraße zwischen Oeding und Burlo. Dort ist der Mehrzweckstreifen bislang der offizielle Radweg - das soll sich bald ändern. Der Landesbetrieb plant, die Straße neu aufzuteilen und einen separaten Radweg anzulegen. © Anne Winter-Weckenbrock
Baumwollstraße

Radler auf dem Mehrzweckstreifen der Baumwollstraße – wie lange noch?

Schon 1977, als die Baumwollstraße ausgebaut wurde, sammelten die Anwohner in der Bauerschaft Look Unterschriften für einen separaten Radweg. Jahrzehnte später naht die Erfüllung des Wunsches.

Die gute Nachricht kam noch vor Weihnachten in der letzten Ratssitzung des Jahres: Bauamtsleiter Dirk Vahlmann hatte vom Landesbetrieb Straßen erfahren, dass entlang der Landesstraße 572 – Baumwollstraße genannt – ein neuer Radweg gebaut werden soll. Auf dem Teilstück zwischen Oeding und Burlo.

Wie Sandra Beermann vom Landesbetrieb Straßen NRW auf Anfrage der Redaktion mitteilte, sei die Realisierung für 2021 geplant – wann genau, werde aber erst Anfang des Jahres festgelegt.

Radler auf dem Mehrzweckstreifen – wie lange noch?

Es geht um die Fahrbahnsanierung auf einer Länge von rund vier Kilometern zwischen dem Kreisverkehr in Burlo und der Kreuzung mit der B 70 und der L 558 in Oeding. Bei dieser Sanierung werde der Querschnitt der Straße umgestaltet, und zwar auf dem Teilstück zwischen der Einmündung Reckershardt in Burlo und der Burloer Straße in Oeding. Gleichzeitig werde auf einer Länge von 2,5 Kilometern ein Rad-/Gehweg angelegt.

„Der Radweg schließt an den vorhandenen Radweg in Burlo an und verläuft in Fahrtrichtung Oeding auf der rechten Seite“, erläutert Sandra Beermann. Der Radweg wird wie derzeit üblich in einer Breite von 2,5 Metern geplant. Die Baukosten von rund drei Millionen Euro trägt das Land NRW.

Die Anlieger wollten schon 1977 einen separaten Radweg

Seit 1977 galt der Mehrzweckstreifen als ausgewiesener Radweg. Die schon damals geäußerten Wünsche der Anwohner nach einem getrennten Weg für Fußgänger und Radler wurden vom Landesbetrieb abgelehnt.

Für Jörg Eggink und seine Nachbarn aus der Bauerschaft Look war die Nachricht tatsächlich so etwas wie ein Weihnachtsgeschenk. Der Oedinger hat für die Anwohner immer mal wieder nachgehakt beim Landesbetrieb Straßen NRW, hatte die Stadt Borken kontaktiert und um Unterstützung gebeten.

Zwischen Oeding und Burlo sollen Radfahrer den Mehrzweckstreifen nutzen. Bald soll es sicherer werden: Ein von der Fahrbahn getrennter Radweg ist geplant, mit den Bauarbeiten soll 2021 begonnen werden.
Zwischen Oeding und Burlo sollen Radfahrer den Mehrzweckstreifen nutzen. Bald soll es sicherer werden: Ein von der Fahrbahn getrennter Radweg ist geplant, mit den Bauarbeiten soll in 2021 begonnen werden. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

„Auch Verkehrsminister Hendrik Wüst habe ich angeschrieben“, blickt Jörg Eggink im Gespräch mit der Redaktion zurück. Es gab auch eine schön formulierte Antwort. Letztlich aber war das Förderprogramm entscheidend. Denn das extra von Hendrik Wüst aufgelegte Radwege-Programm konnte nicht angezapft werden, weil das Radweg-Projekt mit der Sanierung der Straße verknüpft worden war.

Bei der Verkehrsschau im Jahr 2017 „eingetütet“

Bei der Verkehrsschau im Jahr 2017 war diese Idee entwickelt und „eingetütet“ worden. So greift ein anderes Förderprogramm. Alois Kahmen, der sich als CDU-Ratsmitglied immer wieder für sichere Radwegeverbindungen entlang der Baumwollstraße eingesetzt hatte, brachte seinerzeit die Nachricht aus der Verkehrsschau mit, ein Zeitrahmen von fünf Jahren wurde damals genannt, bis ein Antrag von der Gemeinde Südlohn positiv beschieden werden könne.

Nun ging es schon etwas schneller, in 2021 sollen die Baumaschinen anrollen. Die Anlieger der Baumwollstraße haben nichts dagegen, und mit ihnen wohl viele nicht, die vielleicht mal öfter mit dem Rad oder Pedelec nach Burlo fahren, wenn sie nicht wie jetzt den Mehrzweckstreifen benutzen müssen. Die Anwohner selbst haben schon Trampelpfade übers Land gezogen zu den Bushaltestellen.

„Selbst mit Warnwesten und Taschenlampen ist das da zu gefährlich im Dunkeln. Oft sind Lkw oder Trecker auf dem Mehrzweckstreifen unterwegs. Das ist nicht so schön“, erzählt Jörg Eggink. Sieben Kinder sind es, die entlang der Straße nach Burlo wohnen und dort in den Schulbus steigen.

Mehrzweckstreifen werden weichen

Nun herrscht also Vorfreude. Es sei wohl von Vorteil für das Projekt gewesen, dass für die Neuaufteilung der Straße samt neuem Radweg keine Grundstückskäufe nötig werden, meint Jörg Eggink. Die Mehrzweckstreifen neben der Fahrbahn werden weichen, es bleibt genügend Platz für die Fahrbahn der Landesstraße, einen Grünstreifen und daneben dann den 2,50 Meter breiten Radweg.

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Anne Winter-Weckenbrock

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