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Rat stimmt für digitale Schultafeln, obwohl es wahrscheinlich keine Fördermittel gibt

mlzSchulen in Südlohn

Die digitalen Schultafeln für die von-Galen-Grundschule sollen zum nächsten Schuljahr aufgebaut werden – im Zweifel auch ohne passende Fördermittel. Der Rat hat dafür den Weg freigemacht.

Südlohn

, 12.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Sebastian Terhart, Medienbeauftragter an der Oedinger Grundschule, wird langsam unruhig. Zwei Monate sind es noch bis zu den Sommerferien. Bis dahin sollen in der von-Galen-Grundschule acht Activeboards, die digitalen Nachfahren der Kreidetafel, aufgestellt werden. Jetzt stand das Thema Medienkonzept und Activeboards plötzlich im Rat wieder zur Abstimmung. „Da haben wir uns schon kurz Sorgen gemacht“, erzählt er. Was war passiert?

Die Förderrichtlinien für zusätzliche Mittel stehen noch nicht fest. Die waren ursprünglich für dieses Frühjahr angekündigt worden, sodass die Gemeinde Fördermittel für die Anschaffung der elektronischen Tafeln hätte beantragen können. Die fallen nun wahrscheinlich weg. Ein Problem? Nein, denn der Rat hat den Weg für die Anschaffung auch ohne Fördermittel frei gemacht.

Alle Möglichkeiten sollen ausgeschöpft werden

In der Sitzung am Mittwochabend hatte Bürgermeister Christian Vedder erklärt, dass die Gemeinde alle Möglichkeiten zur Förderung ausschöpfen wolle. Gleichzeitig solle die Digitalisierung so schnell wie möglich umgesetzt werden. Weil aber die Förderrichtlinien – sie waren ursprünglich für dieses Frühjahr angekündigt worden – noch nicht vorliegen, investiert die Gemeinde nun erst einmal aus der eigenen Tasche. Für Activeboards und Tablets sind für beide Grundschulen in diesem Jahr 76.500 Euro im Haushalt vorgesehen. Noch einmal 56.000 Euro sollen 2020 folgen, wenn der Neubau der St. Vitusgrundschule in Südlohn fertig ist.

Rat stimmt für digitale Schultafeln, obwohl es wahrscheinlich keine Fördermittel gibt

Sebastian Terhart, Medienbeauftragter der von-Galen-Grundschule Oeding, hofft, dass die neuen Tafeln in den Sommerferien betriebsbereit sind. © Stephan Teine

„Grundsätzlich sollten wir an unserem Beschluss nichts ändern“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Hermann-Josef Frieling. Er wollte lediglich wissen, inwieweit die frühere Anschaffung für die weitere Förderung schädlich sein könnte. „Wir werden natürlich möglichst förderfreundlcih bleiben und zuerst Anträge stellen wie auch mögliche Mittel abrufen“, erklärte Vedder. Falls die Verwaltung sie aber vorab nicht akquirieren könne, sollen die Geräte dennoch angeschafft werden. Alois Kahmen (CDU) forderte die Verwaltung allerdings auf, zu prüfen, warum es zum Förderstau gekommen sei und wie der Kreis Borken als Schulbehörde damit umgeht.

Fast einstimmige Entscheidung

Der Rat stimmte schließlich bei einer Enthaltung einstimmig dafür, dass Medienkonzept zeitnah umzusetzen – unter Beachtung aller möglichen Förderrichtlinien. Sollte es keine Fördermittel geben, wird das Konzept dennoch so umgesetzt wie geplant.

Und warum ist es so wichtig, dass das alles noch in den Sommerferien klappt?

„Die Lehrer müssen sich ja noch in die neue Technik einarbeiten“, erklärt Sebastian Terhart. Das sei parallel zum Unterricht nicht möglich. Schließlich sollen die neuen, interaktiven Tafeln die Kreidetafel komplett ersetzen.

Bürgermeister Christian Vedder ist zuversichtlich, dass das klappt. „Die Chancen stehen sehr gut, dass wir die neuen Tafeln in den Sommerferien aufstellen können“, erklärt er auf Nachfrage. Auf ein genaues Datum möchte er sich nicht festlegen lassen. „Die Lieferzeiten kennen wir im Moment noch nicht“, sagt er. Die fehlende Föderrichtlinie war überhaupt der Grund, das Thema noch einmal auf die Tagesordnung zu nehmen. Mit einer Förderung rechnet er erst ab dem Jahr 2020. Für die Activeboards an der Oedinger Grundschule kann die Gemeinde also auf keine Unterstützung hoffen. „Aber Investitionen in die Bildung gehen vor“, sagt der Bürgermeister.

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