Regenrückhaltebecken an der Daimlerstraße ist zu einem echten Biotop geworden

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Die Natur erobert sich langsam das Regenrückhaltebecken an der Daimlerstraße zurück. Jürgen Gesing ist stolz darauf, dass er mit dem Fischereiverein dort ein echtes Biotop geschaffen hat.

Südlohn

, 05.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus dem Regenrückhaltebecken an der Daimlerstraße ist ein echtes kleines Naturparadies geworden. Drei Jahre nachdem der Fischereiverein Gemen-Burlo-Gelsenkirchen dort begonnen hat, die Fläche zu gestalten, wird die Arbeit langsam weniger.

„Die Natur soll hier so schalten und walten können, wie sie will“, erklärt Jürgen Gesing, Jugendwart des Fischereivereins. Er hatte vor einigen Jahren die Idee, das Regenrückhaltebecken umzugestalten.

Vernetzung verschiedener Vereine für ein großes Ziel

Inzwischen hat er verschiedene Helfer aus anderen Vereinen angesprochen. So stehen seit Kurzem zwei Bienenvölker eines Imkers vom Imkerverein Südlohn-Oeding auf der Fläche. Auch die Vogelfreunde Oeding helfen mit. Sie haben Nistkästen für die Fläche gebaut. „Als ich gefragt habe, was sie dafür haben wollen, haben die nur abgewunken“, freut sich Jürgen Gesing.

Regenrückhaltebecken an der Daimlerstraße ist zu einem echten Biotop geworden

Der Fischreiher hat sich an diesem Nachmittag nicht blicken lassen. Seine Federn an dem kleinen Tümpel zeugen aber davon, dass er ein regelmäßiger Gast ist. © Stephan Teine

Denn auch das ist ihm wichtig: „Verschiedene Akteure oder Vereine miteinander verknüpfen, um gemeinsam etwas zu bewegen.“

Auch die Grundschulen und Kindergärten aus der Gemeinde sind inzwischen fast schon regelmäßige Gäste auf dem kleinen Areal. „Es ist toll zu sehen, wie sich die Kinder begeistert die Natur hier ansehen“, sagt er. Sie würden einfach mit offenen Augen durch das kleine Biotop laufen und auf Entdeckungsreise gehen. „Die sind total schnell begeistert. Das macht einfach Spaß“, erklärt er.

Sieben Stationen warten auf Besucher

Sieben Stationen können Besucher dort entdecken: ein Insektenhotel, Lebensräume in Stein- und Totholzhaufen, eine Wildblumenwiese, heimische Fische und eine Eisvogel-Nisthilfe.

Eisvögel hätten sich dort zwar noch nicht angesiedelt, Jürgen Gesing konnte sie aber an dem kleinen Gewässer schon beobachten. „Das dauert ja im Zweifel auch einfach ein paar Jahre, bis sich die Vögel dort niederlassen“, erklärt er. Der Fischreiher sei jedenfalls schon ein Stammgast. Schließlich hat der Fischereiverein auch etliche Fische – Rotaugen, Rotfedern, Karpfen und Schleien – dort ausgesetzt.

Bürgerstiftung unterstützt das Engagement des Fischereivereins

Sein Engagement rund um das Regenrückhaltebecken belohnt auch die Bürgerstiftung Südlohn-Oeding. 1000 Euro hat die gerade erst an Jürgen Gesing übergeben. Damit sollen große Informationstafeln bezahlt werden.

Regenrückhaltebecken an der Daimlerstraße ist zu einem echten Biotop geworden

Inzwischen verbreiten sich die Pflanzen von selbst in dem kleinen Biotop. Die Rohrkolben beispielsweise hatte Jürgen Gesing zu Beginn nur an zwei Stellen gepflanzt. Mittlerweile haben sie sich rund um das Gewässer angesiedelt. © Stephan Teine

Die will Jürgen Gesing in Zukunft aufhängen, wenn er eine Gruppe durch das Biotop führt. „Im Moment improvisiere ich da noch viel“, erklärt er schmunzelnd. Mit den Tafeln möchte er die Inhalte noch besser vermitteln.

Projekt kam bei Wettbewerben schon gut an

Das Projekt des Fischereivereins ist aber auch schon außerhalb der Gemeinde auf viel Zuspruch gestoßen: Vergangenes Jahr hatte das Projekt bei einem Wettbewerb des Landesfischereiverbands den ersten Platz belegt. Dieses Jahr versucht es die Jugend des Fischereiverbands sogar auf Bundesebene.

Ende September werden die Preise für den Jugendwettbewerb des Deutschen Angelfischerverbands (DAFV) vergeben. Die Jugendabteilung des Fischereivereins Gemen-Burlo-Gelsenkirchen hat ihr Biotop eingereicht. „Dort noch einmal abzuräumen, wäre natürlich noch einmal richtig klasse“, sagt Gesing.

Demnächst will er noch neue Wildgräser und -kräuter anpflanzen. Die Mischung aus insgesamt 28 Pflanzen hat der Förderverein Kulturlandschaft Vreden schon erfolgreich auf vielen Blührandstreifen getestet.

Präsentation bei der Gewerbeschau 2020

Danach ist die eigentliche Arbeit am Regenrückhaltebecken erst einmal getan. „In jedem Jahr ein bisschen mähen. Mehr nicht“, sagt Jürgen Gesing. Zur Gewerbeschau am 26. April 2020 möchte er die Fläche und auch den Lehrpfad mit den Informationstafeln soweit haben, dass er ihn auch einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren kann.

Klar ist aber auch: Normalerweise soll der Zaun am Regenrückhaltebecken geschlossen bleiben. Besucher können sich die Anlage aber nach Anmeldung als Gruppe gerne ansehen. Es soll eben ein Rückzugsraum für die Natur und keine Parkanlage werden.

Ganz frei darf sich die Natur dann aber doch nicht entwickeln. Schließlich ist das Regenrückhaltebecken einerseits für die Entwässerung der umliegenden Straßen wichtig. Außerdem dient es auch als Löschwasserteich.

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