Regierungspräsident setzt sich für Umgehung ein

SÜDLOHN Dr. Peter Paziorek ist gestern zu seinem ersten offiziellen Besuch als Regierungspräsident in die Gemeinde Südlohn gekommen. Doch die Grenzgemeinde kennt er schon viel länger.

03.03.2009, 14:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Regierungspräsident setzt sich für Umgehung ein

Dr. Peter Paziorek (links) hat sich gestern ins Goldene Buch der Gemeinde Südlohn eingetragen.

"Als Jugendlicher bin ich mit dem Fahrrad oft durch Oeding gekommen, wenn ich mit Freunden in den Ferien nach Holland gefahren bin." Dr. Peter Paziorek zeigte sich gestern am Ende seines Besuchs beeindruckt: "Die Gemeinde hat sich hervorragend entwickelt." Die Haushaltslage sei besser als anderswo, die Arbeitslosigkeit niedrig, die mittelständisch geprägte Wirtschaft gut aufgestellt: "Bleiben Sie auf diesem Kurs!" Die Bezirksregierung in Münster wolle die Gemeinde dabei unterstützen. So standen vor allem Themen mit gemeinsamer Schnittmenge auf der Tagesordnung: Wie ist es um die Verkehrsanbindung bestellt? Wie lässt sich der Tourismus fördern? Wie kann die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausgebaut werden? Eine Frage, die auch die holländischen Nachbarn berührt: die Ortsumgehung Oeding, deren geplante Trasse ein Stück weit über niederländisches Gebiet verläuft. Wie und in welchem zeitlichen Rahmen die Planungen laufen, darüber wolle er sich jetzt im Regierungspräsidium in Münster ein genaueres Bild geben lassen, nahm Paziorek eine „Kümmerkarte“ mit in die Bezirkshauptstadt. Er selbst zeigte sich vom positiven Effekt überzeugt, den Ortsumgehungen hätten – und konnte sich den auch für Südlohn vorstellen: Die Bundesstraße 70 sei eine „regionale Achse von besonderer Bedeutung“, sagte der Regierungspräsident. Ein anderer Punkt: die nötigen Entwicklungsflächen für Gewerbe und Wohnen. „Wenn es an einer dafür vorgesehenen Stelle nicht geht, muss man darüber nachdenken, die Planungen von dort an eine andere Stelle zu verschieben“, zeigte Paziorek planerische Möglichkeiten auf. Ein positives Signal hatte er übrigens zum Radwege-Projekt Berkel-Schlinge mitgebracht, für das allerdings noch die Gesamtentscheidung aussteht: Das sei „grundsätzlich förderfähig“. Und vielleicht radelt ja irgendwann Paziorek selbst auf der neuen Route mal wieder durch die Gemeinde.  to

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