Schule in Indien ist nur durch Spenden aus Südlohn und Oeding möglich

mlzBesuch in Indien

Seit Jahren sammelt Pater Raju Peter Spenden für eine Schule. Eine Gruppe aus Südlohn und Oeding hat sich in Indien davon überzeugt, was mit dem Geld passiert. Sie sind begeistert.

Südlohn

, 20.02.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahren sammelt Pastor Raju Peter in Südlohn und Oeding Spenden für die Schule in dem kleinen indischen Dorf Patharpaladu. Was dort mit diesen Spenden geschaffen wurde, haben sich sieben Mitglieder der Gemeinde St. Vitus und St. Jakobus jetzt vor Ort selbst angesehen.

Im Dorf Patharlapadu unterhält der Orden Pater Rajus, die Province of the Herald of Good News, eine Schule. Dort waren Pater Raju Peter und die Südlohner zu Gast.

Diese Südlohner besuchten mit Pater Raju Peter die Schule, die ihren 5. Geburtstag feierte und die Einweihung der aufgestockten Etage feierte. © privvat

Eine Woche waren Dr. Thomas Vedder, Dr. Friederike Vedder, Petra Kederer-Schütte, Josef Schütte, Reinhard Wehr, Fabian Wehr und Rita Wehr Ende Januar in der Region unterwegs. „Das Eindrucksvollste war, zu sehen, wie die Menschen dort mit nur wenig Mitteln so viel geschaffen haben“, erzählt Rita Wehr im Gespräch mit unserer Redaktion. „Die Erweiterung einer Schule dort ist eben etwas ganz anderes, als ein Schulneubau bei uns in der Gemeinde“, sagt sie augenzwinkernd.

Engagierte Lehrer und Anwohner

Sowohl das Lehrerkollegium als auch die Einwohner des Dorfes seien extrem engagiert und würden sich nach Kräften für ihre Schule einsetzen. „Schon den Kindern dort ist klar, dass Bildung ihre einzige Chance aus der Armut heraus ist“, sagt Rita Wehr weiter.

Die Schule im Nordosten der Region Hyderabad im Dorf Patharlapadu wird aus Südlohn unterstützt.

Die Schule im Nordosten der Region Hyderabad im Dorf Patharlapadu wird aus Südlohn unterstützt. © privat

Vor Jahren sei sie zwar schon einmal in Indien gewesen, allerdings nicht in dieser Region. Schon damals sei ihr aber klar gewesen, dass man in Indien nur mit nachhaltiger Bildung den Menschen wirklich helfen könne.

5000-Einwohner-Dorf im Nordosten Indiens

Das Dorf Patharlapadu liegt im Nordosten der Region Hyderabad. Ein Ort mit rund 5000 Einwohnern, rund vier Stunden Autofahrt von der nächsten größeren Stadt Hyderabad. Dort legte der Orden Pater Rajus, die Province of the Herald of Good News, in 2015 den Grundstein für eine neue Schule.

Diese Südlohner besuchten mit Pater Raju Peter die Schule, die ihren fünften Geburtstag feierte und die Einweihung der aufgestockten Etage feierte.

Diese Südlohner besuchten mit Pater Raju Peter die Schule, die ihren 5. Geburtstag feierte und die Einweihung der aufgestockten Etage feierte. © privat

In dieser ländlichen Region, in der Baumwolle, Reis und Chili angebaut wird, entwickelte sich die Schule von zu Beginn acht Schülerinnen und Schülern in einer Klasse zu mittlerweile mehr als 260 Kindern verteilt auf fünf Jahrgangsstufen.

Sie werden von 13 Lehrern und Lehrerinnen in den drei Landessprachen Englisch, Hindi und Telugu, Mathematik, Naturwissenschaften unterrichtet.

„Nicht selbstverständlich ist an diesem Schulkonzept, dass Kinder aller Religionen zusammen lernen und sich respektieren, zumal der Anteil der Hindus überwiegt“, so Rita Wehr weiter.

Aufstockung des Gebäudes ist noch nicht bezahlt

Da ein weiteres Wachsen absehbar war – jährlich rückt ein neuer Jahrgang nach – plante und baute der Orden Pater Rajus eine Aufstockung des ersten Gebäudes. Die Finanzierung ist durch ein Darlehen erst einmal gesichert, bezahlt ist das neue Stockwerk jedoch noch nicht. Auch dafür werden noch Spenden benötigt.

Eindrücke aus dem Dörfchen Patharlapadu, wo die Südlohner Reisegruppe zu Gast war.

Eindrücke aus dem Dörfchen Patharlapadu, wo die Südlohner Reisegruppe zu Gast war. © privat

Die Gruppe aus Südlohn konnte aber die Einweihung der neuen Räume passend zum fünfjährigen Bestehen der Schule mitfeiern. Pater Sibi, Direktor und Finanzexperte der Schule, und Schwester Savitha, Principalin und fachliche Leitung, informierten dabei die Reisegruppe über das Schulleben und auch die Hindernisse, die es bei der Beschaffung aller benötigten Dinge gibt. Gemeinsam überlegten sie, wie zum Beispiel Patenschaften für einzelne Kinder organisiert werden könnten. Dringend benötigt werden nun Tische und Bänke für die neuen Klassenräume, auch Tafeln sind noch nicht vorhanden.

Nach einer umfangreichen Besichtigung, einer überwältigenden Zeremonie mit vielen Würdigungen, Tänzen und Ritualen und erkenntnisreichen Begegnungen ist die Reisegruppe mittlerweile wieder in Südlohn gelandet.

Schule wäre ohne Spenden nicht möglich

„Ohne die Spenden aus Südlohn und Oeding könnte die Schule dort nicht bestehen“, sagt Rita Wehr. Seitens des indischen Staates gibt es keinerlei Unterstützung. Auch wenn über die Jahre so schon eine mittlere fünfstellige Spendensumme zusammengekomkmen ist, benötigt die Schule weiter Spenden. Auch, um beständiges Wachsen zu gewährleisten.

Um alle Interessierten in Südlohn und Oeding davon zu überzeugen, wie jeder Cent der Spenden vor Ort eingesetzt wird, laden Pater Raju und seine Reisebegleiter in der Fastenzeit zu einer informativen und spannenden Bilderreise ein. Der genaue Termin steht noch nicht fest, wird aber so schnell es geht bekannt gegeben.

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