Die Selbsthilfegruppe für Menschen mit Behinderung wurde jüngst in Südlohn gegründet. Aktuell erhält diese noch Unterstützung durch die Selbsthilfe-Kontaktstelle, später soll sie sich selbst organisieren. © Pixabay
Menschen mit Behinderung

Selbsthilfegruppe liefert Angebote für „Experten in eigener Sache”

Neu in Südlohn ist eine Selbsthilfe-Gruppe für Menschen mit Behinderung. In dieser sollen nicht nur Gespräche geführt werden, es soll auch Unternehmungen geben. Dafür sucht man Mitglieder.

Manche Probleme kann man nur verstehen, wenn man sie selbst erlebt hat. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sich in Südlohn der „Treffpunkt Miteinander – Selbsthilfe-Gruppe für Menschen mit Behinderung und ihre Freunde, Freundinnen, Angehörige“ gegründet. Bereits zweimal hat sich die Gruppe getroffen. Nun erhoffen sie sich noch ein paar mehr Mitglieder, Menschen mit gleichen Problemen oder Erfahrungen, die sich gegenseitig helfen und unterstützen. „Menschen mit Behinderung sind Experten in eigener Sache“, sagt Martina Nötzold.

Aktuell begleitet die Sozialpädagogin der Paritätischen NRW die Gruppe. „Noch“, wie sie betont. „Wir von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Coesfeld/Kreis Borken geben den Selbsthilfegruppen eine Starthilfe. Daraus soll sich später eine eigene Dynamik entwickeln“, erklärt die Sozialpädagogin. Die Initiative zur Gründung solle stets von den Teilnehmern selbst ausgehen. „Eine Mutter mit Tochter mit Behinderung hatte den Wunsch an uns herangetragen“, berichtet Nötzold.

Daraufhin habe man erkundet, ob es ein ähnliches Angebot schon gebe oder ob eine solche Idee auch umsetzbar ist. Geholfen habe man zunächst bei der Raumsuche und bei der Terminfindung, nun begleitet sie die ersten Gruppentreffen.

Corona hat soziale Kontakte weiter eingeschränkt

Eine gute Handvoll Mitglieder haben sich der Gruppe bereits angeschlossen, es könnten gerne noch mehr werden – es seien schließlich immer mal Mitglieder verhindert. Insbesondere Berufstätige mit Behinderung prägten die Gruppe bisher und nutzten diese zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch.

Viele suchten neben der Arbeit zum Beispiel in Behindertenwerkstätten nach sozialen Kontakten in der Freizeit und geeigneten Freizeitmöglichkeiten. Gerade die Corona-Lage habe die Alternativen weiter eingeschränkt, betont Martina Nötzold. Auch letztere sollten sich – neben den Gesprächsrunden – bestenfalls aus der Gruppe heraus entwickeln, so die Sozialpädagogin.

Die Gruppe sei bewusst offen für alle Menschen mit Behinderung, die Treffen sollen möglichst immer mit sechs Teilnehmern stattfinden. „Wichtig: Alle Gruppenmitglieder sind gleichberechtigt, es gibt keine feste Leitung, sondern nur Hauptverantwortliche“, sagt Martina Nötzold. Das Gespräch mit Menschen, die ähnliche Probleme und Erfahrungen haben, könne helfen, mit der eigenen Lebenssituation besser umzugehen, die Gruppe fördere die Eigenkompetenz, stärke soziale Fähigkeiten und mobilisiere Selbstheilungskräfte.

Die Treffen in Südlohn finden immer am vierten Samstag im Monat im Haus Wilmers, Kirchplatz 9, statt. Informationen und Anmeldung: Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Coesfeld/Kreis Borken, Tel. 02861/60 53 100, E-Mail: selbsthilfe-coesfeld-borken@paritaet-nrw.org.

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