Streit ums Therapeutische Reiten geht weiter

Anwalt eingeschaltet

Es ist noch nicht zu Ende: Während Bernhard Herdering den Auflösungsbeschluss des Fördervereins Therapeutisches Reiten anfechtet, hat Bürgermeister Christian Vedder den Abbau der Offenstallhaltung des Vereins gestoppt.

SÜDLOHN

, 13.03.2015, 19:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einem Schreiben seines Rechtsanwalts hat Bernhard Herdering als Mitglied des Fördervereins Therapeutisches Reiten dem Vorstand mitteilen lassen, dass er den Beschluss zur Auflösung des Vereins anfechten will, notfalls per Feststellungsklage. Die Einladung zur Versammlung sei nicht fristgerecht erfolgt, argumentiert der Anwalt des Caritasverbands-Vorstandssprechers. Dieser hatte durch seine Verkaufspläne für die vom Förderverein genutzte Voltigierhalle den Verein – wie berichtet – zu seinem ungewöhnlichen Schritt veranlasst.

Bürgermeister intervenierte

Parallel dazu ist Martina Robert, die als letzte Vorsitzende des Vereins zu dessen Liquidatorin ernannt wurde, mit einer zweiten Front konfrontiert: Bürgermeister Christian Vedder intervenierte persönlich in den begonnenen Abbau der vom Verein gebauten und finanzierten Offenstallhaltung. Begründung: Die Wiese, auf der der Stall steht, gehöre der Gemeinde und damit auch das, was darauf erbaut worden sei. Robert will das nicht einleuchten: „Wir haben den Stall aus Vereinsmitteln und viel Eigenleistung gebaut“, erklärt sie. Namentlich ihr Vater habe da viele Wochenenden investiert. Ihr sei wichtig, dass die vom Wegfall der Therapie betroffenen Kinder versorgt seien. „Bis auf wenige einzelne sind die wieder in Therapie“, erklärt sie.

Therapie eingestellt

Herdering erklärte auf Anfrage der Münsterland Zeitung, die Therapie sei schon zum 1. März eingestellt worden. „So etwas macht man eigentlich nicht.“ Auch fehle die Information der Mitglieder. Er selbst sehe sich als Mitglied „nicht abgeholt“. Er dringe auf eine Wiederholung der Sitzung, die aufgrund der weitreichenden Beschlüsse gut vorbereitet gehöre. „Ich möchte eine umfassende Information in vermögensrechtlicher Hinsicht – zum Abschluss 2014 und zur aktuellen Situation“, sagte er. Er wolle nicht unbedingt den Rechtsweg beschreiten und hoffe nun, „dass die Kommunikationsfähigkeit wieder hergestellt wird und wir zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen, wie es weitergehen soll.“

Ställe erhalten

Ähnlich äußert sich der Bürgermeister: „Mir liegt am Herzen, dass es mit dem therapeutischen Reiten weitergeht“, sagte er gestern. Darum habe er den Abbau gestoppt. „Wir wollen nicht Porzellan, sprich: Ställe zerschlagen.“ Vedder ist weder im Förderverein noch im Reitverein Mitglied. Der Reitverein hat als potenzieller Käufer der Halle Bereitschaft gezeigt, therapeutisches Reiten anzubieten. Vedder sieht sich in der Rolle des Mediators: „Ich möchte die Akteure zusammenbringen.“ Schließlich müsse nach Auflösung des Vereins dessen Vermögen dem therapeutischen Reiten zufließen. Martina Robert warnt indes: „Man kann nicht einfach Kinder aufs Pferd setzen“, erklärt sie. „Dazu muss ich ausgebildete Pferde haben, die hundertprozentig verlässlich sind.“ Das könne der Reitverein nicht so ohne weiteres bieten. 

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