Stürmisches Schützenfest beginnt auch ohne Startschuss

Böllern fällt ins Wasser

Es ist wie in jedem Jahr: Die Jakobi-Schützen warten auf den einen Knall, der die Feierlichkeiten einläutet, der Knall, der seit eh und je zum Schützenfest in Oeding dazugehört. Doch in diesem Jahr wollte es mit diesem Knall nicht so recht klappen.

OEDING

26.07.2015, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine Tradition, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, ein Brauch, der die bösen Geister vertreiben und eine neue Zeit begrüßen soll: das Böllerschießen.

"Das Böllern ist seit dem ersten Schützenfest in Oeding fester Bestandteil der Feierlichkeiten", erklärt Karl-Heinz Mensing, Geschäftsführer der St. Jakobi-Schützen, der bereits seit 32 Jahren das Böllerschießen mitbetreut. Für die Oedinger ist das Böllern also kein großes Spektakel mehr, es gehört zur Routine wie das Hissen der Fahnen.

Trotzdem müssen die Schützen gerade bei diesem Akt besondere Vorsicht walten lassen, denn das Böllern ist alles andere als ungefährlich, wie ein aktueller Fall aus dem Sauerland zeigt, bei dem der Schützenkönig beim traditionellen Böllern durch fliegende Metallteile getroffen wurde und an den Folgen der Verletzungen verstarb.

Nie etwas passiert

"In der ganzen Zeit ist in Oeding zum Glück noch nie etwas passiert", so Mensing. Damit das so bleibt, holen sich die Oedinger Schützen jedes Mal echte Experten mit ins Boot. "Die Zündung beim Böllern darf nur von jemandem durchgeführt werden, der eine offizielle Erlaubnis des Sprengstoffgesetzes nach Paragraph 27 mit sich führt", erklärt Dieter Langela, Schießmeister des Weseker Böllervereins. "Die richtige Durchführung ist wichtig, damit solche Unfälle wie in Marsberg nicht passieren. Die Technik muss vorher genau gecheckt, eine Überladung in jedem Fall verhindert werden. Eine Lademenge von 55 Gramm Schwarzpulver ist optimal. Das Gebiet um die Schießvorrichtung sollte weitläufig abgesperrt werden."

An all das hielten sich die Schießleute auch in diesem Jahr. Kein Unfall, keine Verletzten, aber eben auch kein Knall. "Heute hat uns einfach das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sonst bestand unsere Vorrichtung immer aus einem Zündhütchen und einem Schlagbolzen. Seit zwei Jahren haben wir aber neuere Technik und böllern mit einem Elektrozünder. Bei dem gab es heute wohl aufgrund der Nässe einen Kurzschluss", so Langela. Vom Feiern ließen sich die Oedinger Schützen dadurch aber nicht abhalten.

  • Mit dem Vogelschießen und dem Krönungsball erreicht das Fest der St.-Jakobus-Schützen am Montag seinen Höhepunkt. 
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