Südlohn erhält „Ablösesumme“ aus Borken für Grenzverschiebung

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Als „historisch“ gilt die Neubestimmung der Ortsgrenze zwischen Burlo und Oeding. Die betroffenen Bürger interessierten sich in einer Bürgerversammlung vor allem für die Kosten.

von Stephan Werschkull

Südlohn

, 05.12.2019, 13:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 50 Bürger hatten sich am Dienstagabend im Forum Mariengarden in Burlo eingefunden, um sich über den Gebietskauf zu informieren. In der Vergangenheit war ein Gebietstausch mehrfach gescheitert. Nun habe man sich gegen einen Tausch entschlossen. „Stattdessen zahlt Borken eine Ablösesumme an Südlohn“, erklärte Borkens Erster Beigeordneter Norbert Nießing. „Seit 50 Jahren hat es eine solche Verschiebung einer Ortsgrenze im Kreis Borken nicht mehr gegeben“, so Nießing.

„So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig“

Südlohns Bürgermeister Christian Vedder ordnete die Größenordnung der Fläche ein: „So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig“. Er und seine Bürgermeister-Kollegin aus Borken, Mechtild Schulze Hessing, waren gekommen, um mit interessierten Bürgern über den Flächenkauf zu diskutieren. Zwar werde die neue Gebietsaufteilung „in der Praxis schon lange gelebt“, wie Schulze Hessing sagte, dennoch wolle man mit den Betroffenen einen Austausch über den Ablauf.

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Die Anwohner sehen sich ohnehin als „Groß-Burloer“. Die Kinder wurden in der Vergangenheit bereits in Burlo beschult, die entsprechenden Genehmigungen seien stets auf dem „kleinen Dienstweg“ erteil worden, betonte Vedder. Auch die Abfallentsorgung der betroffenen Haushalte wurde bereits über die Stadt Borken abgewickelt.

Wirtschaftswege in „bedauernswertem Zustand“

Dennoch rufe das Gebiet nach einer Bereinigung, sagte Nießing. In der Hedwigstraße seien Kanalbauarbeiten notwendig und die Wirtschaftswege auf Oedinger Gebiet seien in einem, laut Vedder, „bedauernswertem Zustand“. Dazu kommt der Wunsch der Stadt Borken nach perspektivischem Bauland in Burlo. Das könnte eines Tages zwischen Hedwigstraße und der L572 entstehen.

Bis Februar könnten die Beschlüsse in den beiden Räten getroffen werden, ordnete Nießing ein. Bis April wolle man dann die Genehmigung der Aufsichtsbehörde einholen, um dann ab Juni 2020 mit der Umsetzung zu beginnen.

Bürger zeigten Interesse für Kosten

Die anwesenden Bürger interessierten derweil vor allem die Kosten. Die Gebühren für Grundbuch-Änderungen entfallen, beschwichtigte Nießing. Für die Neuausstellung der Personalausweise und die damit verbundenen Kosten werde man eine „sinnvolle Lösung“ finden, erklärte Schulze Hessing.

Auch sich ändernde Preise für Bustickets bewegte eine Besucherin. Die Haltestelle Bahnübergang liege aktuell offiziell in Oeding. Damit verbunden seien geringere Kosten bei der Fahrt nach Südlohn und teurere Tickets in Richtung Borken. Nießing und Schulze Hessing gaben zu, diesen Aspekt noch nicht in die Planung einbezogen zu haben. Man werde sich aber auch diesem Thema annehmen.

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