Hörbar erbost hat Manfred Wanning vom Trägerverein Kulturbürgerhaus am Mittwoch die Sitzung des Gemeinderates verlassen, als es um neue Pläne für das Projekt ging. Vielleicht etwas zu früh.

Südlohn

, 20.09.2019, 13:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Tonart-Projekt ist tot, es lebe das Kulturbürgerhaus-Projekt. Den Eindruck konnte man im Juni gewinnen, als eine Fördermittel-Absage das Aus für das ambitionierte Tonart-Projekt bedeutete.

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Neuer Anlauf nach Förder-Absage

Über vier Millionen Euro Investition auf dem Gelände des ehemaligen Vereinshauses mit 90 Prozent Zuschuss, so sah die Planung bis dahin aus. Ein Besuch bei der Bezirksregierung in Münster brachte für Verwaltung und Trägerverein aber ein gutes Stück Ernüchterung: Realistisch sei eine Förderung von 1,5 Millionen Euro, hörten die Südlohner dort.

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Nach dieser Aussage schlug der Rat in seiner Juni-Sitzung vor, das Projekt neu, kleiner und mit Blick auf neue Fördertöpfe zu planen. Der Förderverein, das wurde in der Sitzung deutlich, hat sich daraufhin einen Architekten ins Boot geholt. Nach Besichtigung der Örtlichkeiten am ehemaligen Vereinshaus hat dieser einen Kostenvoranschlag für eine Machbarkeitsstudie vorgelegt und ein Beispiel dafür, was er dafür leisten will.

Manfred Wanning verlässt mitten in der Diskussion wütend und enttäuscht den Ratssaal

Um diesen Bereich an der Straße "Am Vereinshaus" geht es: Zwischen Jugendhaus "Oase" (Mitte) und ehemalige Fabrik Rieken, Probenhaus der Musikkapelle und Caritas Tagespflege (hinten von links) soll das "Kultur-Bürger-Haus" entstehen. © Bernd Schlusemann

Manfred Wanning, Vorsitzender der Musikkapelle, und Ludger Wilmers, Geschäftsführer der Musikkapelle, wurden in der Ratssitzung dann davon überrascht, dass dem Rat diese Unterlagen nicht vorlagen. Für den stand allein eine Summe von rund 5000 Euro für eine Machbarkeitsstudie für das geplante Kulturbürgerhaus zur Entscheidung im Raum.

Festlegen, wo der Weg hinführen soll

Entsprechend wollte CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann-Josef Frieling auch nicht einfach Mittel für eine Machbarkeitsstudie freigeben. Wichtig war ihm, vor der Beauftragung eines Architekten über Inhalte zu sprechen, also über die Frage, was in dem Kulturbürgerhaus passieren soll.

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Dabei sei es besonders wichtig, die verschiedenen Fördermöglichkeiten zu berücksichtigen, da es dafür immer ganz spezifische Anforderungen gebe. „Es wäre gut, zunächst zu sortieren“, sagte Frieling.

Enttäuscht die Sitzung verlassen

„So kommen wir hier nicht weiter“, zeigte sich Manfred Wanning enttäuscht darüber, dass die Ratsmitglieder die Unterlagen des Trägervereins nicht als Diskussionsgrundlage erhalten hatten. „Dafür arbeite ich nicht“, sagte er. Sprach es und verließ sichtlich erbost den Sitzungssaal. Vielleicht dann doch etwas zu früh.

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Sein Vereinskollege Ludger Wilmers erinnerte den Rat anschließend daran, dass dieser den Trägerverein „mit einer Neuplanung beauftragt“ hatte. „Wir haben kleiner gedacht“, betonte Wilmers. Nach ersten Kostenschätzungen soll das Kulturbürgerhaus jetzt nur noch 3,5 Millionen Euro kosten.

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„Wir sitzen hier und kommen wieder kein Stück weiter. Irgendwann ist die Geduld am Ende“, erklärte Ludger Wilmers, dass es dem Verein darum gegangen sei, mit den Unterlagen den Politikern aufzuzeigen, worum es ihm geht.

Bürgermeister: „Es ging um die Machbarkeitsstudie“

Bürgermeister Christian Vedder hatte seiner Meinung nach alles richtig gemacht. „Es ging um eine Machbarkeitsstudie“, erklärte er. Der Rat sollte dafür Mittel bewilligen.

Aus seiner Sicht ging es noch gar nicht um konkretere Planungen. Vorschlag der Verwaltung sei es außerdem, die Mittel für die Studie bereitszustellen. Da der Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil beraten werde, habe er die Unterlagen mit dem Namen des Architekten nicht weitergegeben.

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„Ich will sehen, über was ich entscheiden soll“, blieb Hermann-Josef Frieling dabei, nicht einfach Mittel für die Studie freigeben zu wollen. Er wollte genau eingegrenzt sehen, in welche Richtung die Machbarkeitsstudie gehen soll.

Rat bewilligt Mittel

„Sonst sind wir am Ende wieder aus der Förderkulisse“, sagte Frieling. Und: „Wir brauchen ein Definitionsgespräch auf Einladung der Verwaltung.“ Darin will Frieling dann festlegen, „was überhaupt passieren soll“.

Auf Vorschlag des Bürgermeisters stimmte der Rat dafür, bis zu 7000 Euro für eine Machbarkeitsstudie bereitzustellen. In einem gemeinsamen Termin von Politikern, Verwaltung und Trägerverein soll zuvor über Inhalte des Projektes Kulturbürgerhaus gesprochen werden.

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