Südlohner Künstlerin stellt im Krameramtshaus in Münster aus

Daniela Schlüter

Bilder wie das Heute - unübersichtlich, widersprüchlich, vielfältig. Doch Daniela Schlüter hat eine Haltung zur Welt, die sich erst nach längerem Betrachten wie eine Ahnung einstellt: In all den brutalen Gegensätzen und bedrohlichen Informationsfluten bleibt das Menschliche und Schöne möglich.

SÜDLOHN

von von Gerhard H. Kock

, 01.04.2016, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Südlohner Künstlerin zeigt im Krameramtshaus in Münster, Alter Steinweg 6-7, ihre Ausstellung "zum Auftauen, vielleicht". "Oh Gott, jenes Feuer müßte man stiften für die Menschen, zum Auftauen, vielleicht" - diese Zeilen stammen von Attila József.

Angeregt durch die bibliophile Edition "Reinen Herzens" beschäftigte sich Schlüter mit dem ungarischen Dichter. Schlüter stellt József vor, aber sie illustriert seine Verse nicht, sondern nähert sich ihm mit ihren Mitteln intuitiv. Bilder werden als Symbolflecken platziert, auf dass sie sich zu Gefühls- und Gedankenlandschaften verdichten.

Großes Repertoire

Schlüters Bild-Repertoire ist ungleich größer: Tiere (Raben, Hunde, Eulen), Mobiliar (Leitern, Stühle, Tore) oder auch Formeln wie DNA-Stränge oder ein Stammzellen-Code. Bei der Südlohnerin schimmern Mystik und Wissenschaft, Politik und Kultur, Empfindung und Gedanken. Und bei allem bleibt sie dem Menschlichen à la Attila József nah: "Ich will ein wilder Apfelbaum werden! Alle Hungernden äßen von meinem riesigem Laib, alle Kinder säßen unter meinen Zweigen. Alle Waisen, die verärmten, kämen, und ich trocknete mit meinem Apfelbaum ihre Tränen."

Die Ausstellung wurde am Donnerstag von Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson eröffnet und ist bis zum 28. April zu sehen. Öffnungszeiten: mo-fr 12-18 Uhr, sa/so 10-16 Uhr.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt