Unternehmen und Vereine zeigen Grundschülern, wie regional ein Frühstück sein kann

mlzGesunde Ernährung

Fast der komplette Frühstückstisch lässt sich mit Produkten aus der Region decken. Um das zu zeigen, sind am Donnerstag einige Unternehmer und Vereine in die Südlohner Grundschule gekommen.

Südlohn

, 06.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein besonders ausgedehntes Frühstück haben am Donnerstagmorgen die Schüler der St.-Vitus-Grunschule genossen. Auf dem Tisch: ausschließlich Produkte aus der Region.

Verschiedene lokale Betriebe und Vereine hatten die Lebensmittel am Morgen in die Schule gebracht und nach einer kurzen Begrüßung in der Turnhalle die Kinder auch in ihren Klassen besucht.

Dauerthema Gesundheit auf dem Stundenplan

Gesunde Ernährung ist ein Dauerthema in der Grundschule. „Jedes Schuljahr beschäftigt sich damit im Sachkundeunterricht“, erklärt Friederike Voß, Schulleiterin der St.-Vitus-Grundschule. Dort werden, je nach dem Alter der Kinder, unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt.

Unternehmen und Vereine zeigen Grundschülern, wie regional ein Frühstück sein kann

Ottmar Roswora, Vorsitzender des Südlohner Imkervereins, hatte ein Bienenvolk mitgebracht, um den Grundschülern zu zeigen, wie Honig produziert wird. © Stephan Teine

Seit Jahren läuft beispielsweise schon ein Projekt mit den Landfrauen aus Südlohn, die mit den Kindern der dritten Klassen einen Ernährungsführerschein machen. Dort stehen neben gesunden Zutaten auch Hygiene, Verarbeitung oder auch Benimm-Regeln mit auf dem Lehrplan.

Fertigprodukte und Zucker sollen eigentlich zuhause bleiben

„Gesundheit ist immer ein wichtiger Aspekt auf dem Stundenplan“, erklärt Friederike Voß. Nach Möglichkeit achten die Lehrer der St.-Vitus-Grundschule auch darauf, was die Kinder zur Frühstückspause mitbringen. Verpackte Croissants etwa oder Trinkpäckchen mit besonders viel Zucker sollen eigentlich zuhause bleiben. Das klappt mal mehr und mal weniger gut.

Unternehmen und Vereine zeigen Grundschülern, wie regional ein Frühstück sein kann

Ihre Produkte hatten die verschiedenen Unternehmer und Vereine zu kleinen Buffets vor den Klassenräumen aufgebaut. © Stephan Teine

Auch am Donnerstagmorgen sind einige Viertklässler beinahe verzweifelt auf der Suche nach dem Nutellaglas. „Natürlich gibt‘s hier kein Nutella“, ruft eine Viertklässlerin ihrer Mitschülerin zu und guckt dabei fast ein bisschen tadelnd. Süßes gibt es an diesem Morgen nur in Form von Honig. Das ist für die meisten auch in Ordnung, obwohl sich doch alle in der Klasse 4b auch über ein Nutella-Brötchen freuen würden.

Viertklässler wollen auf Nutella nicht verzichten

„Aber Gesundes schmeckt eigentlich auch besser“, sagt ein Junge, der sich gerade sein Brötchen mit frischer Wurst und etwas Gemüse belegt hat. Ob er deswegen dann in Zukunft auf das Nutellaglas auf dem Frühstückstisch verzichten wird? Er lächelt. „Ja, also, ähm, für immer?!“ Das will in der Klasse dann doch eigentlich niemand. Aber die Schüler wollen in Zukunft noch stärker darauf achten, was auf ihre Frühstücksteller kommt.

Unternehmen und Vereine zeigen Grundschülern, wie regional ein Frühstück sein kann

In der Turnhalle der St.-Vitus-Grundschule hatten die Kinder am Morgen die Vertreter der verschiedenen Unternehmen und Vereine begrüßt. © Stephan Teine

Ihr Klassenlehrer Julian Noé kennt das. „Bei den meisten Eltern ist das eigentlich kein Problem“, sagt er. Die würden sehr darauf achten, was ihre Kinder essen. Manche würden sich aber auch deutlich weniger kümmern. „Bei manchen kann man ja sogar froh sein, dass die Kinder überhaupt etwas für die Frühstückspause dabei haben“, sagt er mit ernstem Blick. Da seien teilweise die Gespräche auch schwierig.

Lokale Unternehmen bringen Lebensmittel in die Schule

Bäckermeister Michael Tenk, die Landwirtinnen Bettina Hueske und Margarete Schulze Wehninck, der Vorsitzende des Südlohner Imkervereins Otmar Roswora, der Obstbaufachbetrieb Hobbold, Getränke Weidlich, Carola Benning von der Fleischerei Rüweling sowie Nora Hildenkötter und Petra Buss von Edeka Beyer hatten sich an dem Frühstück beteiligt.

Nicht nur Gesundheit, sondern auch regionale Produkte im Fokus

Neben der Gesundheit hatten die lokalen Betriebe noch ein anderes Motiv für die Aktion: „Wir wollten einfach zeigen, dass eigentlich alle Produkte für ein Frühstück hier bei uns in der Region hergestellt werden“, erklärt Michael Tenk. Landwirtin Betinna Hueske ergänzt: „Kinder sollen vor Ort sehen und lernen, wie Landwirtschaft funktioniert.“ Denn auch wenn Südlohn ja eher ländlich gelegen sei, wisse längst nicht jedes Kind, dass Kühe nicht lila sind.

Sie bietet den Kindergärten aus der Gemeinde regelmäßig die Gelegenheit für Besuche auf ihrem Milchbetrieb. Auf 20 bis 25 Besichtigungen kommt sie mittlerweile im Schnitt pro Jahr. „In der Schule sind wir so jetzt zum ersten Mal dabei“, sagt sie. Sie zieht ein positives Fazit und könnte sich auch vorstellen, bei einer Neuauflage wieder mit dabei zu sein.

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