Tagesmütter wünschen sich mehr Spielgeräte für die ganz kleinen Südlohner und Oedinger

mlzAktionswoche Kindertagespflege

Tagesmütter in Südlohn und Oeding gehen mit ihren Pflegekindern gerne auf den Spielplatz. Doch das ist mit Aufwand verbunden: Denn passende Spielgeräte gibt es für die kleinsten Kinder kaum.

Südlohn

, 14.05.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ungewöhnlich viel Betrieb herrscht am Donnerstagmorgen auf dem Spielplatz am Vitusring. Rund 20 Kinder unter drei Jahren toben dort durch die Gegend, pusten Seifenblasen in die Luft, spielen mit dem großen Schwungtuch oder tollen einfach durch die Gegend. Sie sind mit den Tagesmüttern, von denen sie betreut werden, auf den Spielplatz gekommen. Kaum bewegen sie sich aber in Richtung der Spielgeräte, werden die Frauen besonders aufmerksam. „Für die Kleinen sind diese Geräte kaum geeignet“, sagt eine der Tagesmütter und deutet auf die Rutsche. Für die Kinder, die alle noch unter drei Jahre alt sind, seien die Geräte zu hoch und zu gefährlich. Eine Alternative gibt es in der ganzen Gemeinde kaum. Da soll etwas gemacht werden. Deswegen treffen sich Frauen, Kinder und Ludger Butenweg von der Gemeindeverwaltung Südlohn an diesem Morgen auf dem Spielplatz.

Kleine Spielgeräte für kleine Kinder

Kleinere Spielgeräte, auf denen die Kinder auch ohne direkte Absicherung durch die Tagesmütter spielen können, sollen her. Es würde den Frauen auch reichen, wenn nur der Spielplatz am Vitusring so ausgestattet wird. „Der ist gut zu erreichen und rundum geschlossen. Das ist sicherer, als eine offene Spielfläche“, erklärt eine der Frauen. Zusätzlich wünschen sich die Frauen Sitzgelegenheiten oder einen Picknick-Tisch. „Der wird immer gebraucht“, sagt eine. Auch der Sandkasten müsse dringend überarbeitet werden, er ist stark von Unkraut durchzogen, die Umrandung ist abgesackt.

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Für das Spielplatzkonzept der Gemeinde, das die Politik gerade erst noch einmal bekräftigt hat, haben die Frauen nur wenig Verständnis. Die Argumente sind nicht neu: „Überall stehen die gleichen Geräte. Es wäre besser, sich auf einige Spielplätze zu konzentrieren und sie besser auszustatten“, so die einhellige Meinung unter den Frauen. In so einem Konzept wäre dann schwerpunktmäßig auch für die ganz kleinen Kinder mehr möglich.

Spielplätze eigentlich nur noch für kleine Kinder attraktiv

Auch Raphaela Südfeld, beim Sozialdienst katholischer Frauen für die Kindertagespflege in Südlohn und Oeding zuständig, hofft darauf, dass in der Gemeinde mehr Spielmöglichkeiten für die ganz kleinen Kinder geschaffen werden. Ab spätestens drei Jahren seien Kinder heutzutage immer stärker in institutioneller Betreuung aufgehoben – etwa einer Kindertagesstätte. „Wir sind auf dem Weg in eine Ganztagsbetreuung. Wenn die Kinder dann nach Hause kommen, gehen sie ja nicht direkt mit den Eltern auf den nächsten Spielplatz“, sagt sie. Deswegen ergebe es den größten Sinn, Spielplätze auf die ganz kleinen Spielplatzbesucher auszurichten.

Ludger Butenweg von der Gemeinde Südlohn, der an diesem Morgen auf dem Spielplatz dabei ist, macht sich eine Menge Notizen und den Tagesmüttern Hoffnung: Aktuell liefen mehrere Ausschreibungen für die Ausstattung der Spielplätze im Ort. Das Budget, das im Haushalt dafür vorgesehen ist, sei noch nicht ausgenutzt. Daher könnte am Vitusring in dieser Richtung noch etwas getan werden. Dazu will die Bauverwaltung zunächst noch ein Gespräch mit den Tagesmüttern führen, um die Pläne konkreter zu fassen. Nach Rücksprache

Bundesweite Aktionswoche zur Kindertagespflege

Der Zeitpunkt für den Termin auf dem Spielplatz war nicht zufällig gewählt. Gerade läuft die deutschlandweite Aktionswoche Kindertagespflege. Tagesmütter – und -väter – machen bundesweit auf ihre Form der Kinderbetreuung aufmerksam. „Bevor wir aber auch hier Luftballons steigen lassen, dachten wir, dass wir besser so über unsere Arbeit sprechen“, erklärte Julia Tecker, eine der Tagesmütter aus Südlohn.

Aktuell gibt es in Südlohn und Oeding zehn Tagesmütter, die sich um rund 45 Kinder kümmern. Werte, die sich über die vergangenen Jahre so in der Waage halten. „Mit der Kindertagespflege sind wir in Südlohn und Oeding vor sieben bis neun Jahren gestartet“, sagte Raphaela Südfeld. Die Betreuungsplätze seien direkt zu Beginn sprunghaft angestiegen. Seither halten sie sich in der Waage. „Seit dem sind die Tagesmütter im Ort eine feste Bezugsgröße“, so Raphaela Südfeld weiter.

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