Politiker wollen den Oedinger Ortskern sicherer machen und Raser stoppen

mlzWinterswyker Straße

Unhaltbar seien die Zustände auf der Winterswyker Straße. Der Bauausschuss will das Tempo stärker als bisher beschränken, um die Straße sicherer zu machen. Ob das klappt, ist aber offen.

Südlohn

, 26.09.2019, 19:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Donnerstagmittag ist die Situation auf der Winterswyker Straße relativ ruhig. Zwar ist die Straße ohne Zweifel stark befahren, doch Schulkinder, Fahrradfahrer, Autos und Lkw kommen sich auf der Straße nicht ins Gehege. Spätestens nach einer kurzen Wartezeit kommen Radfahrer und Fußgänger über den Zebrastreifen am Panofen. Die meisten Schulkinder nutzen zum Schulschluss trotzdem die Ampel. Doch der Verkehr bleibt in Oeding ein heißes Thema.

108 Meter lang ist die Tempo-30-Zone auf der Winterswyker Straße am Zebrastreifen kurz hinter der Einmündung zum Panofen. Zu kurz für Geschwindigkeitsmessungen und offenbar auch für viele Autofahrer, um vom Gas zu gehen. Und für viele Fußgänger wird das zum Problem, wenn sie die viel befahrene Winterswyker Straße überqueren wollen.

Planungsausschuss diskutiert über den Verkehr in Oeding

Das war auch am Mittwochabend im Bauausschuss der Gemeinde – mal wieder – Diskussionspunkt. Aktuell hatte die UWG beantragt, eine zusätzliche Querungshilfe für Fußgänger an den Einmündungen der Friedhofsallee und des Heckenwegs zu bauen.

Die liegt zwar ein Stück weiter die Straße entlang in Richtung niederländischer Grenze, sei aber dennoch dringend notwendig, um die Straße für Fußgänger sicherer zu machen. Einerseits wegen der Schulkinder, andererseits aber auch wegen der älteren Einwohner.

UWG will mehr als Tempolimits und Schilder

„Tempobegrenzungen und Schilder reichen uns nicht“, erklärte Jörg Battefeld von der UWG. Schließlich sei es ja auch in Südlohn möglich gewesen, nur wenige Meter hinter einer Ampel eine Querungshilfe zu bauen. „Das wollen wir in Oeding auch“, erklärte er.

Für die CDU war auch die Tempo-30-Zone samt Zebrastreifen noch einmal Thema. „Man kann doch immer wieder sehen, dass die Fahrer ihre Geschwindigkeit überhaupt nicht vermindern“, erklärte Aloys Kahmen (CDU). Er forderte eine Ausweitung der Tempo-30-Zone zwischen dem Burgring und der Friedhofsallee.

Durch die Ausweitung des Tempolimits sei dann auch eine regelmäßige Geschwindigkeitskontrolle durch Polizei oder den Kreis möglich.

„Und wenn das alles bei der nächsten Verkehrsschau nicht funktioniert, dann müssen wir andere Mittel finden“, sagte er. Wie die aussehen können, blieb in der Sitzung jedoch offen.

Zebrastreifen und größere Tempo-30-Zone sollen kommen

Einstimmig sprach sich der Ausschuss schließlich dafür aus, einerseits einen Zebrastreifen an der Friedhofsallee einzurichten und andererseits die Tempo-30-Zone ausweiten zu lassen. Die Entscheidung dazu liegt allerdings nicht bei der Gemeinde. Sie kann es lediglich beim Kreis Borken und bei Straßen.NRW anmelden und so versuchen, dort die Planung voranzutreiben.

Was daraus wird, kann frühestens eine Verkehrsschau Anfang nächsten Jahres zeigen. Bisher seien die aber, zumindest laut Aussage der Politiker in der Sitzung, aus Oedinger Sicht ziemlich unbefriedigend verlaufen. „Wir wissen ja, wie der Landesbetrieb mit unseren Belangen umgeht“, erklärte Steffen Schültingkemper (CDU).

Konkreter wurde ein anderer Vorschlag von Aloys Kahmen: Auf seinen Antrag hin sollen zwei Messtafeln angeschafft werden, die den Autofahrern ihre Geschwindigkeit auf der Winterswyker Straße anzeigen sollen. Die sollen in beide Fahrtrichtungen montiert werden und dort dauerhaft hängen. „Ich gehe davon aus, dass dadurch ein Erziehungseffekt eintritt“, erklärte Aloys Kahmen.

Klar ist für ihn vor allem eins: „Die Verkehrsdefizite auf der Ortsdurchfahrt sind nicht tragbar. Wir müssen versuchen, dort vernünftige Verhältnisse zu bekommen. “

Bis zu 7000 Euro für zwei Tempomesstafeln

Was die beiden Tafeln kosten, konnte in der Sitzung niemand sagen. Deswegen wollte der Ausschussvorsitzende Wilhelm Hövel (CDU) darüber eigentlich auch nicht entscheiden lassen. „Das soll der Rat machen“, erklärte er. Erst als Aloys Kahmen und Bauamtsleiter Dirk Vahlmann ihm erklärten, dass das auch der Bauausschuss könne, lenkte er ein. Bis zu 7000 Euro darf der Bauamtsleiter nun dafür ausgeben.

Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises Borken, erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass es auf der Winterswyker Straße nicht ohne Weiteres möglich sei, Tempolimits auszuweiten. Das sei nur in Ausnahmen möglich, etwa wenn es sich um eine Zufahrt zu einem Krankenhaus, einer Schule oder einem Kindergarten handele.

Zufahrten zu Kindergarten und Schule liegen schon in Tempo-30-Zone

Genau diese Zufahrten in Richtung der Grundschule und des St.-Ida-Kindergartens liegen aber schon in der kurzen Tempo-30-Zone. „Wenn nun so ein Wunsch an uns herangetragen wird, leiten wir ein formales Verfahren ein“, so Karlheinz Gördes weiter. Darin werde unter anderem auch geprüft, ob es sich um einen Unfallschwerpunkt handele oder ob andere Gründe für ein Tempolimit sprechen.

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