Auch wenn ein Einbruch der Zahlen unter der Woche zu verspüren sei, wollen Thomas Ostendarp (l.) und Jochen Terbeck ihr Angebot in den Teststationen in Südlohn und Oeding so lange wie möglich aufrechterhalten. © Anne Winter-Weckenbrock
Corona-Schnelltests

Teststellen in Südlohn und Oeding: Zeiten werden nicht zurückgefahren

Die Testpflicht im Alltag nimmt weiter ab. Das spüren die Betreiber der Teststationen in Südlohn und Oeding unter der Woche. Zurückfahren wollen sie das Angebot aber nicht. Das hat Gründe.

Mit jeder Lockerung im Zuge der Coronakrise sinkt auch die Pflicht, negative Coronatests vorzuweisen. So zum Beispiel in der Gastronomie, im Einzelhandel oder auch beim Sport. Sinkt dadurch zwangsläufig auch die Auslastung in den Testzentren? Jochen Terbeck, der gemeinsam mit Thomas Ostendarp (Gaststätte „Zum Dornbusch“, Vreden) Teststationen in Südlohn und Oeding betreibt, spiegelt ein differenziertes Bild wider.

„Natürlich verspüren wir in der Woche einen Einbruch“, erklärt der Inhaber von West Münsterland Events aus Stadtlohn. An die 70 Prozent gegenüber den Spitzenzeiten, so schätzt er den Rückgang ein. Dagegen zögen die Zahlen zum Wochenende wieder an.

Ändern werde man am Angebot vorerst nur wenig. „Wir werden es so weit wie möglich aufrechterhalten“, so Terbeck. Sprich: In Südlohn auf dem Kirmesplatz (Drive-In) und in Oeding am Rathaus wird man weiterhin zu den bekannten Zeiten (www.testen.kreis-borken.de) Tests anbieten. Lediglich in Vreden am Domhof werde man eine Mittagspause einlegen – da sei „in der City zu wenig Betrieb“.

Gehört habe er schon davon, dass andere Anbieter ihre Zeiten reduzieren wollten, er appelliert aber weiterhin, sich testen zu lassen – auch wenn dies in vielen Bereichen nicht mehr vorgeschrieben sei. „Nicht zuletzt das Aufkommen der Delta-Variante sollte uns zeigen, dass die Gefahr weiterhin besteht“, so Terbeck. Eine weitere Welle – womöglich noch beginnend im Sommer – wäre der worst case, der schlimmste Fall.

Viele Bürger nutzen weiterhin das Testangebot

Dass die Bevölkerung weitgehend verantwortungsbewusst mit den Lockerungen umgeht, dass verspürt er in seinem Kerngeschäft, den Events: „Die Leute wollen feiern, sie überdrehen dabei aber nicht.“ Viele testeten trotzdem, um sich und die anderen zu schützen. Gerade vor den Wochenenden. Speziell am Freitag und Samstag stoße man auch jetzt noch hin und wieder an seine Auslastungsgrenzen.

Jochen Terbeck weist darauf hin, dass man doch den Vorlauf am Donnerstag mitnutzen sollte, die Tests gelten schließlich für 48 Stunden. „So kommt auch kein Unmut auf, wenn man am Wochenende einmal warten muss oder keine Termine mehr erhält.“ Er lenkt den Blick auch aufs Personal, das nun in vielen Teilen wieder den Weg zurück in die angestammten Berufe findet – so auch in die Kellnerteams bei Eventveranstaltern.

Grundsätzlich hätten sich die Testangebote mehr als bewährt. „Wir habe die Fallzahlen damit in den Griff bekommen, viele Infektionen wurden so aufgedeckt und Betroffene herausgefiltert“, betont Terbeck. Mit dem Thema der Betrugsvorwürfe, das durch einige „Schwarze Schafe“ angefacht worden war, werde man in Südlohn und Oeding wenig konfrontiert. Dafür nennt er Gründe: „Allein durch die Chayns-App sind die Zahlen doch an jedem Abend eindeutig hinterlegt. Was noch über Zettel registriert wird, ist marginal“, so Terbeck.

Im Kreis Borken wurde vieles richtig gemacht

Außerdem habe es sich als richtig herausgestellt, das Thema Testen in die freie Wirtschaft zu geben – gerade an die Gastronomie und die Eventbranche, die arg von der Pandemie betroffen sind. So seien Spezialisten am Werk gewesen, die zum einen ihren Betrieb am Leben haben halten können, die zum anderen aber auch in der Lage gewesen seien, die nötige Infrastruktur schnell aufzubauen. „Ich denke, im Kreis Borken sind wir da deutschlandweit führend“, erklärt Terbeck. Auch mit Blick auf die Bereitschaft der Bevölkerung, sich testen zu lassen.

Dass die Bürgerinnen und Bürger weiter mit Verantwortung handelten, dass ließe sich auch während der laufenden Fußball-EM erkennen. „Wenn Deutschland spielt, dann lassen sich spürbar mehr Menschen testen als an anderen Tagen. Viele wollen natürlich auch gemeinsam im Biergarten die Spiele schauen“, berichtet Jochen Terbeck. Am Mittwoch sei es allerdings zu kalt gewesen – und zu spät. Umso mehr erwarte er nun am kommenden Dienstag, wenn der Klassiker England gegen Deutschland anstehe. Dann schon um 18 Uhr.

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