Tierärztin und Border-Collie fangen widerspenstige Heidschnucken

mlzTierische Schaffänger

Veterinärin Sandra Bremicker und ihr Border-Collie Jette waren auf tierischer Mission in Oeding: An der Fontanestraße fingen sie zwei Heidschnucken und retteten sie so vor der Überhitzung.

Südlohn

, 25.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alfons Holstegge hatte ein Problem in der vergangenen Woche. Und zwar eines in gleich doppelter Ausführung: Auf seiner Wiese an der Fontanestraße hält er seit Jahren zwei Schafe der Sorte Heidschnucke.

Die beiden Tiere liefen noch in ihrem dicken kartonförmigen Winterpelz herum, bei den vergangenen hohen Temperaturen ein eher zweifelhaftes Vergnügen, wie man ihnen auch ansehen konnte. Verständlicherweise machte sich Alfons Holstegge Sorgen um den Gesundheitszustand seiner beiden Schnucken: „Ich hoffte nur, dass die keinen Hitzschlag kriegen.“

Schafe ließen sich nicht einfach in den Stall treiben

In den Vorjahren hatte ja im Frühjahr immer das Scheren der beiden Hornviecher angestanden. Das war auch nie ein Problem gewesen. Die beiden Schafe hatten sich stets widerstandslos in den kleinen Stall am Rand der Wiese treiben lassen – fast jedenfalls.

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In diesem Frühjahr war das anders. Ob die Schnucken mit dem Futter irgendeinen Renitenz-fördernden Stoff aufgenommen hatten oder nicht: Jedenfalls schafften sie es immer wieder, ihrem Halter in letzter Sekunde auszubüxen.

Sandra Bremicker kurz nach der geglückten Hatz auf die beiden Schafe.

Sandra Bremicker kurz nach der geglückten Hatz auf die beiden Schafe. © Georg Beining

Lange konnte diese Jagd nicht gutgehen ohne die Gefahr eines Kreislaufkollapses bei allen Beteiligten. Eine andere Lösung musste her, war sich der Oedinger im Klaren. Der Westmünsterländer an sich ist ja ein lösungsorientierter Mensch. Das gilt natürlich auch für Alfons Holstegge. Also griff er zu seinem Handy und rief Sandra Bremicker in Rhede an.

Tierärztin rückt mit Border-Collie an

Sandra Bremicker ist Tierärztin und betreut seit Jahren die beiden Heidschnucken. Außerdem ist sie Besitzerin mehrerer äußerst kompetenter Helfer, die in Situationen wie der geschilderten genau wissen, was zu tun ist. Die Veterinärin besitzt mehrere Border-Collies. Und denen macht in Sachen Schafherden dirigieren und zusammentreiben kein Zwei- und auch kein Vierbeiner etwas vor.

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So rollte am Freitagmittag die Tierärztin mit ihrem Kleinbus und der achtjährigen Border-Collie-Hündin Jette auf den Holstegge’schen Hof. Und was sich dann kurz darauf auf der großen Schafweide abspielte, hatte fast etwas von einem rasend schnell ausgeführten Ballett: ein Heidschnucken-Paarlauf, hakenschlagend kontrolliert von der bis in die Schwanzspitze höchst konzentrierten Jette, die auf kleinste Handbewegungen und kurze Pfiffe ihrer Chefin umgehend reagierte.

Einsatz innerhalb von 15 Minuten erledigt

Und wie selbstverständlich schafften es die Tierärztin und ihre Hütehündin innerhalb einer knappen Viertelstunde, die beiden Schafe in ihren Stall zu bugsieren.

Alfons Holstegge und Sohn Markus bei der Schafschur.

Alfons Holstegge und Sohn Markus bei der Schafschur. © Georg Beining

Alfons Holstegge und Sohn Markus standen schon parat mit Kabeltrommel und elektrischer Fellschere. Und die Schnucken hatten offenbar eingesehen, dass all das offenbar nur zu ihrem Besten passiert war. Jedenfalls waren sie kooperativ und ließen sich ihre dicken Winterpullover widerstandslos ausziehen.

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