Radeln in der Gruppe – das kann das Münsterland und somit auch Südlohn und Oeding als Tourismusregion bieten. Aber wo gibt es noch Potenzial? Das soll ein Konzept aufzeigen. © Archiv
Tourismus

Tourismuskonzept: Wo und wie Südlohn und Oeding besser werden können

Ein Tourismuskonzept bleibt das Ziel. Allerdings: Erst muss ein geeignetes Förderprogramm her. Denn 30.000 Euro will die Gemeinde nicht alleine stemmen. Das beschloss der Kulturausschuss.

Es war ein Baustein, der aus dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) für die Gemeinde Südlohn hervorgegangen ist: ein Tourismuskonzept, das aufzeigen soll, was Südlohn und Oeding für Reisende bieten – und wo und wie sich die Ortsteile noch attraktiver machen können als Urlaubs- oder Ausflugsziel.

2019 war das ISEK-Projekt abgeschlossen worden. Im vergangenen Jahr stellte sich dann heraus: Eine Förderung aus Städtebaumitteln ist – auch wenn der Vorschlag aus dem ISEK stammt – aus Städtebaumitteln des Landes nicht möglich.

So beschäftigte sich der Ausschuss für Kultur, Sport und Ehrenamt in seiner jüngsten Sitzung noch einmal mit dem Thema. Und beschloss am Ende, dass sich der Gemeindemarketingverein Somit und die Verwaltung auf die Suche nach anderen Fördertöpfen machen sollen.

Denn mit rund 30.000 Euro für so ein Konzept muss gerechnet werden. Falls ein passendes Förderprogramm gefunden ist, soll sich der Ausschuss wieder mit dem Thema befassen. Philipp Ellers vom Somit stellte im Gespräch mit der Redaktion dar, was sich der Gemeindemarketingverein von einem Konzept verspricht.

Tourismuskonzept: Wo und wie kann die Gemeinde besser werden?

Zum einen soll von extern der Ist-Zustand erfasst werden, die bestehende touristische Infrastruktur solle erfasst und überprüft werden. Zum anderen ist „Alleinstellungsmerkmal“ mit Blick auf Touristen ein wichtiges Schlagwort. Aber: „Wir haben da nicht einen Leuchtturm, sondern eine Perlenkette an schönen Sachen“, betont Philipp Ellers.

Das gilt auch für die Positionierung in der Tourismus-Region, die sich die Marketing- und Touristikvereine des Münsterlandes als Aufgabe auferlegt haben. „Da haben wir nicht nur das Münsterland, die Lage zu den Niederlanden ist eine unserer Stärken“, sagt der hauptamtliche Mitarbeiter des Gemeindemarketings. Viele Gäste nutzten Südlohn und Oeding als Ausgangspunkt, auch um bei Tagesausflügen das Niederlande-Flair zu erleben.

Dass die Ausflüge zum größten Teil mit dem Fahrrad unternommen werden, ist ein Erfahrungswert. Überhaupt sind die Radler „die“ große Zielgruppe im Münsterland-Tourismus, das ist in Südlohn und Oeding nicht anders.

Aber: „Wandern ist im Kommen, und Picknick als positiv besetzte Freizeitaktivität“, sagt Philipp Ellers. Dies werde von Münsterland e.V. vermarktet. „Nirgendwo sonst findest du so viele perfekte Picknickplätze, an denen es sich so schön und kultiviert picknicken lässt“, wirbt der Marketingverein für das ganze Münsterland auf seiner Website.

Weitere Zielgruppen erreichen – und den Weg dahin erarbeiten

Welche Zielgruppen unter den Reisenden Südlohn und Oeding ansprechen kann: „Das müssen wir erarbeiten“ nennt Philipp Ellers einen wichtigen Baustein im Konzept. Auch wenn der Somit keine Listen führe über die Gäste, die in Südlohn und Oeding urlauben oder Pakete buchen: „Wir sind eine Fahrradregion fürs gesetzte Alter“, fasst er die Erfahrungswerte zusammen. Gern würde er Familien und Jugendliche ansprechen – „aber wie?“

Eine Antwort auf diese Frage könnte das Konzept geben, aber auch Hinweise, wie der Ort attraktiver werden kann, wie Gäste generiert werden können, die Umsatz machen. Auch in den Gastronomie- und Einzelhandelsbetrieben vor Ort.

Auch in Südlohn waren die Tourismuszahlen im Coronajahr 2020 eingebrochen.

35,1 Prozent weniger Gästeankünfte, knapp 35 Prozent weniger Übernachtungen und – genauso wenig überraschend – 47,5 Prozent weniger Gäste aus dem Ausland melden die Statistiker von IT NRW.

Somit hat die Programme für die neue Saison leicht überarbeitet

Auch aktuell gebe es kaum Nachfragen, so Philipp Ellers: „Es ist noch relativ dünn.“ Die typische Radtour in der Gruppe werde aktuell noch nicht so sehr geplant. Aber: „Wir haben die Programme leicht überarbeitet“, erklärt er, der Ansturm dürfe gerne kommen.

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Anne Winter-Weckenbrock

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