Tradition auf dem Teller kommt gut an

Im Henricus-Stift

Es ist eine wahre Herkulesaufgabe, vor der Küchenchef Markus Lütjann und sein Team stehen. Über 1500 Weihnachtsessen sind für die Feiertage bestellt. "Masse statt Klasse" kommt für ihn aber überhaupt nicht in Frage. Ganz im Gegenteil: Kreationen von Gans, Wild und Schweinefilet werden im Altenwohn- und Pflegeheim Henricus-Stift serviert.

SÜDLOHN

23.12.2016, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Es ist doch selbstverständlich, dass wir alles dafür tun, um den Bewohnern ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren", gibt sich Markus Lütjann ganz bescheiden. Das Pflegepersonal tue schließlich in seinem Bereich das selbe. Und tatsächlich springen einem die großen Anstrengungen aller Mitarbeiter - nicht nur der in der Küche - sofort ins Auge. Egal ob Weihnachtsbäume, Krippen, Plätzchenteller oder Adventskränze: Es weihnachtet in jeder Ecke am Breul 6.

Das Essen kommt in der Bedeutung gleich nach der Messe

"Für die Generation der Bewohner steht die Tradition an Weihnachten im Mittelpunkt", erklärt der 42-jährige Küchenchef. Und von der Gewichtung komme das Essen schließlich direkt nach der Messe. Deshalb waren die Planungen für den Heiligen Abend auch schnell abgeschlossen: Bockwürstchen mit Kartoffelsalat werden aufgetischt. Der feierliche Weihnachtsschmaus beginnt für den echten Westfalen schließlich am ersten Weihnachtstag. Sowohl die Bewohner als auch die Kunden des "Essens auf Rädern" haben dann die Wahl zwischen Hirschragout mit Speckrosenkohl und Spätzle oder Schweinefilet in Champignonrahmsauce. Und wem das noch nicht festlich genug ist, kommt am Tag des heiligen Stephanus voll auf seine Kosten. Dann zieren geschmorte Gänsebrust mit Rotkohl und Salzkartoffeln die Teller. Auch die Alternative muss sich nicht verstecken: Gefüllter Schweinebraten mit Backobst, Orangenkarotten und Sahnepüree. 14 Leute stehen an den Feiertagen täglich in der Stifts-Küche, damit alle Bewohner und Kunden genießen können.

Rahmenprogramm mit allem Drum und Dran

Das Weihnachtsmenü sieht Markus Lütjann aber nur als einen Mosaikstein des Gesamtwerks. "Für die Weihnachtszeit haben wir in den letzten Jahren ein festes Rahmenprogramm entwickelt - mit allem Drum und Dran." Dieses beginne aber nicht erst am 24. Dezember, sondern bereits in der Vorweihnachtszeit in Form von wohnbereichsinternen Adventsnachmittagen. "Alle Beteiligten investieren viel Zeit in die Vorbereitung dieser Tage und in die Dekoration der Räume", schildert der Koch. Am Nachmittag selbst werden Weihnachtslieder gesungen, Geschichten vorgelesen und ausgetauscht. Auch die Küche leistet hier ihren Beitrag zum Gelingen der Feier - in Form von selbst gebackenen Kuchen oder Süßigkeitentellern.

Auch Gäste können genießen

Weniger weihnachtlich, aber mit genauso viel Tradition behaftet, sei das jährliche Grünkohlessen des ganzen Hauses. "Hier versuchen wir ebenfalls den Bewohnern mit vertrauten Abläufen ein Gefühl der Geborgenheit zu geben." An Heiligabend selbst erfolge dann der Höhepunkt der Feierlichkeiten. Gegen Nachmittag finden sich alle Bewohner in ihren Wohnbereichen ein, und wer sich da noch nicht in Weihnachtsstimmung befindet, dem verschaffen 30 Mitglieder der Musikkapelle Südlohn Abhilfe. Damit die weihnachtlichen Klänge alle Wohnbereiche gleichzeitig erreicht, wird sich mit einer Tonübertragung beholfen. "Für die Bescherung hat man sich wirklich etwas Tolles überlegt," so Markus Lütjann. Dafür schlüpfen Kinder für einige Stunden in Engelkostüme, um jedem Bewohner sein individuelles Geschenk zu überreichen. Einen besonderen Service bietet die Küche den Bekannten und Verwandten. "Falls jemand gerne mit den Bewohnern das Weihnachtsessen genießen möchte, ermöglichen wir das gerne", so der Küchenchef. Im Henricus-Stift kann das Fest kommen.

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