Die Bio-Bauern Wilhelm (l.) und Daniel Keppelhoff (r.) sind von ihren Bio-Produkten überzeugt. Sie sind auf Milch und Eier spezialisiert. © Stephan Rape
Lebensmittel

TV-Experiment zu Ernährung: Was Südlohner Bio-Bauern dazu sagen

Welche Lebensmittel, die wir essen, sind überhaupt gesund? Die Südlohner Bio-Bauern Wilhelm und Daniel Keppelhoff geben nach einem Fernsehexperiment Einblicke in das Leben auf ihrem Hof.

Ein neues Selbstexperiment strahlte bereits am Montag (1. November) der TV-Sender Pro Sieben um 20.15 Uhr aus. Der Titel: „Das Food-Experiment: Was essen wir wirklich?“, mit Hauptdarsteller Fernsehjournalist Jenke von Wilmsdorff. Die Südlohner Bio-Bauern Wilhelm und Daniel Keppelhoff haben ihre Sicht der Dinge zur TV-Sendung preisgegeben.

Generell scheint der Eindruck zu entstehen, dass das Thema Ernährung sich vermehrt in den Fokus der Menschen schiebt. Nicht zuletzt auch bei vielen Jüngeren. Egal ob vegane, vegetarische und vermeintlich gesunde Ernährung: Der Markt hat sich dahingehend mittlerweile enorm vergrößert, die entsprechenden Lebensmittel sollen sehr gefragt sein. Aber: Wie viel wissen wir Menschen wirklich über unsere Nahrungsmittel?

In dem Pro-Sieben-Experiment geht es deswegen um versteckte Schadstoffe im Essen und wie diese sich auf den Konsumenten auswirken können. Außerdem werden die Fragen geklärt, wie hoch die Schadstoffbelastung in vermeintlich gesunden Lebensmitteln aus den Supermärkten ist und was diese im Körper der Menschen anrichten. Das Ergebnis: Besser auf Bio, Bio und noch einmal Bio zurückgreifen.

„Jeder sollte sich das angucken“, sagt Wilhelm Keppelhoff. Sein Sohn Daniel untermauert das noch einmal: „Ich würde es wirklich jedem raten.“ Die beiden haben früher selbst einen konventionell – also nicht Bio – geführten Bauernhof betrieben. Vor ein paar Jahren allerdings mit der Umstellung auf reine Bio-Erzeugnisse begonnen und mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. „Wir mussten die Überzeugung aber auch erst gewinnen“, verrät Wilhelm Keppelhoff.

Glücklich trotz hoher Investitionssumme

Investiert haben Vater und Sohn um die 150.000 Euro in das Bio-Projekt. „Finanziell hat sich das bisher nicht gelohnt, aber wir hoffen natürlich, dass es das irgendwann tut. Die Sicherheit bei so einem Vorhaben kann dir aber natürlich niemand geben. So ein Risiko einzugehen, ist für jeden gewagt“, sagt Wilhelm Keppelhoff.

Und fügt hinzu: „Schön ist aber die positive Wahrnehmung in der Bevölkerung. Zudem macht die Arbeit jetzt noch mehr Spaß, da wir alles selber machen und dadurch viel näher an unserem Hof dran sind. Man nimmt jetzt alles ganz anders wahr, positiver.“

Daniel und Wilhelm Keppelhoff selbst sprechen davon, dass ihre Produkte durch die Umstellung zu 100 Prozent gesünder und frei von zusätzlich zugeführten mit Schadstoff belasteten Mitteln sind. Spezialisiert sind sie mit ihrem Bauernhof auf Bio-Milch und Bio-Eier. „Die deutschen konventionellen Nahrungsprodukte sind aber nicht unbedingt schlecht. Es kommt dabei darauf an, dass man auf saisonale Ware zurückgreift“, erklärt Wilhelm Keppelhoff.

Die Kühe vom Bio-Bauernhof-Keppelhoff haben den nötigen Platz an Weidefläche.
Die Kühe vom Bio-Bauernhof-Keppelhoff haben den nötigen Platz an Weidefläche. © Kevin Michaelis © Kevin Michaelis

Dennoch gebe es heutzutage viele Probleme. „Es ist wichtig, dass man den Leuten die Augen öffnet. Das Bild der perfekten Nahrungsmittel ist nicht richtig. Die Menschen sollten nicht immer nur auf die Optik achten“, meint Wilhelm Keppelhoff und geht noch weiter: „Es sollte nicht immer nur aus kaufmännischer Sicht auf die Lebensmittel geschaut werden, sondern auch mal hinter die Produkte. Die Überzeugung muss aber auch da sein, dann ist alles machbar.“

Denn viele Menschen wissen, wie auch in dem TV-Experiment zu sehen, gar nicht um die Ausbeutung der Menschen und Nutzungsflächen, die hinter vielen Nahrungsketten stehen. Neben den saisonalen Lebensmitteln seien es eben nur die Bio-Produkte, die die beste und gesündeste Alternative zu all den mit Pestiziden behandelten oder durch Schwermetall belasteten Lebensmitteln sein können, heißt es in der Sendung.

Auflagen für Bio-Bauern sind nicht ohne

Doch um Bio überhaupt zu gewährleisten, bedarf es der Einhaltung extrem strikter Auflagen. So muss pro Kuh unter anderem mindestens 600 Quadratmeter Auslauffläche zur Verfügung stehen. Das Fress- und Liegeplatzverhältnis muss eins zu eins sein. Die Liegeflächen müssen darüber hinaus mit 90 Prozent organischen Mitteln (zum Beispiel Stroh oder Laub – alles, was natürlich ist) eingestreut sein.

Für die 90 Kühe, die Wilhelm und Daniel Keppelhoff auf ihrem eigenen Land halten (50 Hektar oder 500.000 Quadratmeter), ist der Platz dafür ausreichend vorhanden. Durch eine Kooperation können sogar 80 Hektar genutzt werden. Es seien eben viele Dinge, denen Beachtung geschenkt werden müsse. „Und viele Bauern können das alles auch gar nicht so stemmen“, sagt Wilhelm Keppelhoff abschließend.

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